Trotz hoher Inzidenz
In den Niederlanden öffnen Außengastronomie und Geschäfte

Amsterdam/Düsseldorf (dpa) - Nach mehr als vier Monate strengem Lockdown haben die Niederlande einen großen Schritt zurück zur Normalität gemacht. Die Geschäfte durften am Mittwoch wieder Kunden empfangen - ohne vorherigen Termin. Um 12.00 Uhr sollten auch die Außenbereiche der Cafés und Restaurants wieder öffnen. Die unpopuläre abendliche Ausgangssperre wurde abgeschafft. Grenzregionen in NRW betrachten die Maßnahmen mit Sorge.

Mittwoch, 28.04.2021, 14:25 Uhr aktualisiert: 28.04.2021, 16:58 Uhr
Trotz hoher Inzidenz: In den Niederlanden öffnen Außengastronomie und Geschäfte
Männer stoßen auf einer Café-Terrasse an. Die Niederlande haben einige Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelockert und unter anderem Bereiche der Außengastronomie wieder geöffnet. Foto: picture alliance/dpa/AP | Peter Dejong

Die niederländische Regierung hatte die Lockerungen beschlossen, trotz anhaltend hoher Infektionszahlen und großem Druck auf Krankenhäuser. Es sei ein «kalkuliertes Risiko», hat der geschäftsführende Premier Mark Rutte erklärt. Die wissenschaftlichen Berater der Regierung kritisierten die Schritte als verfrüht und warnten vor einem Notzustand in Krankenhäusern.

Cafés und Restaurants dürfen im Außenbereich unter Auflagen bis 18.00 Uhr Kunden bedienen. Die populären «terrasjes» (Terrassen) waren sogar seit mehr als sechs Monaten geschlossen. Für den Gaststättenverband geht es um «einen kleinen Lichtblick».

Bürger dürfen auch statt bisher eine Person zwei Gäste am Tag zu Hause empfangen. Und auch Studenten bekommen zumindest einen Tag in der Woche wieder Präsenzunterricht.

Weiterhin verboten sind alle Veranstaltungen mit Publikum wie Sportwettkämpfe, Museen, Theater, Kinos. Es gilt auch Masken-Pflicht in öffentlichen Gebäuden und ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern.

So haben die Niederländer den Königstag gefeiert

1/11
  • Bei herrlichem Frühlingswetter gingen am Dienstag in den Niederlanden viele Leute auf die Straßen, um den 54. Geburtstag von König Willem-Alexander zu feiern.

    Foto: dpa
  • Zum zweiten Mal fielen die traditionellen Volksfeste, Mega-Flohmärkte und Straßen-Partys am „Koningsdag“ aus.

    Foto: dpa
  • Der König besuchte mit seiner Familie – v.l. Prinzessin Amalia (17 Jahre), Königin Maxima, Prinzessin Alexia (15) und Prinzessin Ariane (14)  – Eindhoven und erlebte dort ein vor allem virtuelles Programm mit Kultur, Hightech und Sport.

    Foto: dpa
  • Im vergangenen Jahr hatte die Königsfamilie den Tag virtuell mit dem Volk noch als „woningsdag“ (Haustag) gefeiert. In diesem Jahr hatte man sich für ein Pogramm mit Mund-Nasen-Masken und 1,5 Meter Abstand entschieden. „Dies war möglich nach den Corona-Regeln“, sagte der Monarch. „Aber wir denken auch an alle Menschen, die heute nicht mit uns feiern können.“

    Foto: dpa
  • Eine Mutter und ihre Tochter, die ein orangefarbenes Königsgewand mit der niederländischen Flagge trägt, fahren am Königstag entlang der Prinsengracht in Amsterdam.

    Foto: dpa
  • In vielen Städten strömten die Menschen nach draußen. Zu viel Feierlaune: Einige Parks mussten geschlossen werden.

    Foto: dpa
  • Vor ihren Häusern oder an geöffneten Fenstern und Türen haben sich etliche Niederländer selbst etwas Party-Stimmung gezaubert.

    Foto: dpa
  • Die Zentren von mehreren Städten waren am Abend überfüllt.

    Foto: dpa
  • Behörden riefen über Twitter dringend dazu auf, die Städte zu verlassen.

    Foto: dpa
  • Der Der „Koningsdag“ war vorläufig der letzte Tag im strengen niederländischen Lockdown.

    Foto: dpa
  • Seit Mittwoch gelten nach gut vier Monaten mehr Freiheiten: ein Ende der Ausgangssperre, und Terrassen und Geschäfte sind unter Auflagen wieder geöffnet.

    Foto: dpa

Die Niederlande bleiben weiterhin ein Hochinzidenzland mit etwa 220 Infektionen auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen (Zahlen vom Dienstag). Mehr als fünf Millionen Bürger wurden bereits mit mindestens einer Dosis geimpft, das sind etwa 30 Prozent der Erwachsenen.

In den nordrhein-westfälischen Grenzgebieten gibt es derweil Sorge vor möglichen Ansteckungen. Der Kreis Heinsberg hatte die Bürger gebeten, nicht notwendige Reisen und Tagesausflüge zu unterlassen. Der Landrat des Kreises Borken, Kai Zwicker (CDU), appellierte ebenfalls an die Bevölkerung, nun nicht in die Niederlande zum Einkaufen oder Cafébesuch zu fahren. Auch NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) und der niederländische Justizminister Ferdinand Grapperhaus hatten die Bevölkerung in NRW gebeten, nicht in die Niederlande zu fahren.

© dpa-infocom, dpa:210428-99-384386/2

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7939435?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F22265%2F
Nachrichten-Ticker