Flüchtlinge
Grüne fordern schnelle Impfungen in Sammelunterkünften

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Grünen in NRW drängen auf eine schnelle Corona-Impfung von Geflüchteten in Gemeinschaftsunterkünften. Menschen in solchen Sammelunterkünften gehörten bereits seit März zur Priorisierungsgruppe zwei, sagte die Grünen-Sprecherin für Integrations- und Flüchtlingspolitik im Landtag, Berivan Aymaz, am Dienstag. «Das heißt, sie hätten schon längst ein Impfangebot bekommen müssen.»

Dienstag, 04.05.2021, 20:56 Uhr aktualisiert: 04.05.2021, 21:02 Uhr
Berivan Aymaz, Grünen-Sprecherin für Integrations- und Flüchtlingspolitik im Landtag.
Berivan Aymaz, Grünen-Sprecherin für Integrations- und Flüchtlingspolitik im Landtag. Foto: Federico Gambarini

Das Infektionsgeschehen in Flüchtlingsheimen könne sich sehr schnell ausbreiten, und deshalb seien die dort Untergebrachten einem verstärkten Risiko ausgesetzt, sagte die Politikerin. «Ich finde es skandalös, dass diese Landesregierung diese Gruppe von Menschen bislang nicht berücksichtigt», kritisierte Aymaz. Es gehe um 7000 Menschen in Landeseinrichtungen und weitere in kommunalen Einrichtungen.

In den Unterkünften lebten Menschen unterschiedlicher Altersgruppen, teils auch mit Vorerkrankungen, sehr beengt zusammen. Bei der Aufklärung dieser Menschen sei es sehr wichtig, die besondere Situation im Auge zu behalten, zum Beispiel die sprachliche Diversität oder die Tatsache, dass Analphabeten dabei sein könnten. Eine spezifische Aufklärung sei auch unter anderen Gesichtspunkten dringend erforderlich. «Es gibt zum Beispiel inzwischen das Gerücht in den Unterkünften, dass Menschen, die geimpft sind, auch schneller abgeschoben werden», sagte Aymaz. Das erkläre zum Teil die Vorbehalte gegen Impfungen.

Zur Zeit sei Impfstoff noch begrenzt und werde schwerpunktmäßig an Ältere und Vorerkrankte sowie einige Berufsgruppen mit Schlüsselstellung vergeben, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag dazu mit. Personen in Flüchtlingsunterkünften sollen allerdings «in Kürze ein Impfangebot erhalten».

Einige, etwa jene, die etwa älter als 70 Jahre oder krank seien, können sich bereits jetzt impfen lassen, betonte das Ministerium. Auf diese Weise seien in den Landeseinrichtungen etwa 350 der knapp 4000 erwachsenen Bewohner mit einer ersten Impfung versorgt worden. In einigen Städten würden Geflüchtete auch bereits mit übrig gebliebenen Dosen geimpft, die ansonsten zu verfallen drohten.

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