Agravis-Bilanz für 2017
Agravis verspricht mehr Transparenz

Münster -

Die Verbraucher werden immer kritischer: Die Herkunft von Lebensmitteln und deren Produktionsmethoden werden genau beäugt. Grund genug für den Agrarhändler Agravis (Münster/Hannover), zu reagieren.

Donnerstag, 22.03.2018, 14:03 Uhr

Andreas Rickmers
Andreas Rickmers Foto: Gerharz

„Diese Transparenz können wir bieten“, betonte der Vorstandsvorsitzende Andreas Rickmers am Donnerstag bei der Vorlage der Jahresbilanz in Münster. „Wir können die Ware bis zum Erzeuger verfolgen.“ Rickmers regte eine bundesweite Image-Kampagne des Agrarsektors an.

Mit dem Geschäftsjahr 2017 zeigte sich Finanz­vorstand Johannes Schulte-Althoff zufrieden. Unter schwierigen Rahmenbedingungen habe Agravis einen erfreulichen Umsatzsprung um 3,8 Prozent auf 6,4 Milliarden €  erzielt, wobei rund etwa die Hälfte des Zuwachses durch Firmenzukäufe erreicht worden sei.

Kräftig wuchs auch das operative Ergebnis des zweitgrößten deutschen Agrar händlers – und zwar um 7,3 Prozent auf 74 Millionen € . „Das zeugt von unserer operativen Schlagkraft“, betonte Schulte-Althoff. Allerdings brach das Ergebnis vor Steuern im vergangenen Jahr stark ein. Für den Rückgang von 41,6 Millionen auf 25,3 Millionen €  machte der Finanzvorstand Einmal-Effekte verantwortlich. Zu diesen gehören Belastungen durch Restrukturierungsmaßnahmen bei der Ceravis AG, an der Agravis beteiligt ist, ebenso wie Kosten durch den sozialverträglichen Abbau von konzernweit 200 Arbeitsplätzen. Folge der ­Gewinnschwäche: Agravis senkt die Dividende an die Anteilseigner von fünf auf 3,5 Prozent.

Auch die „Initiative Tierwohl“ hat Folgen für das ­Agravis-Geschäft. Weil die Landwirte wegen dieser Initiative zum Teil weniger ­Tiere hielten, so Rickmers, sinke der Mischfutterabsatz. „Insgesamt wird der Kampf um den Kunden intensiver“, beschrieb der Vorstandschef den wachsenden Konkurrenzdruck. Doch Rickmers zeigte sich wegen „der Größe, der Kompetenz, des Leistungsspektrums und des Leistungsvermögens“ für ­Agravis zuversichtlich. „Wir wollen im Verdrängungswettbewerb als Sieger vom Platz gehen.“

Um für die Zukunft besser gewappnet zu sein, er­arbeitet Agravis zurzeit unter dem Namen „Hanse“ eine neue Unternehmensstrategie. Auf dieser Basis erwartet Rickmers mittelfristig einen Umsatzanstieg auf zehn Milliarden €. 

Ihren ersten Auftritt in einer Bilanzpressekonferenz hatte Maria-Johanna Schaecher, die seit Anfang 2018 im Agravis-Vorstand sitzt.

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