Claas-Bilanz
Viel Erfolg – und noch mehr Ehrgeiz

Düsseldorf/Harsewinkel -

Der Umsatz kletterte auf ein historisches Hoch, der Gewinn um mehr als 22 Prozent. Doch der Landtechnik-Hersteller Claas ist noch nicht zufrieden. „Wir hatten uns ein bisschen mehr erhofft“, bilanzierte Hermann Lohbeck, Sprecher der Konzernleitung des Harsewinkeler Unternehmens, am Mittwoch in Düsseldorf das Jahr 2018.

Mittwoch, 12.12.2018, 17:06 Uhr
Claas-Produkte wie dieser Mähdrescher sind weltweit gefragt, deshalb kletterte der Umsatz 2018 auf Rekordniveau.
Claas-Produkte wie dieser Mähdrescher sind weltweit gefragt, deshalb kletterte der Umsatz 2018 auf Rekordniveau. Foto: dpa

3,89 Milliarden €  Umsatz setzte der global tätige Konzern um – ein Anstieg um 3,4 Prozent. Für 2019 nimmt Lohbeck nunmehr die Vier-Milliarden-Marke ins Visier. „Am besten wir überspringen sie“, zeigt der Firmenchef Ehrgeiz.

Die Ertragslage hat sich bei Claas 2018 stark verbessert. Der Vorsteuergewinn kletterte um 22,3 Prozent auf fast 226 Millionen € . Die Umsatzrendite kletterte damit von 4,9 auf 5,8 Prozent. Doch das reicht Lohbeck nicht: „Das ist zwar zufriedenstellend, langfristig sollten es aber schon sieben Prozent sein.“

Das zu Ende gehende Jahr war für Claas trotz des Rekordumsatzes „kein einfaches Jahr“, so sieht es Lohbeck. Zwei Probleme haben nach seinen Angaben ein noch besseres Ergebnis verhindert. Zum einen hätten die Wetterkapriolen, vor allem die Sommerdürre in Deutschland, das Geschäft geschwächt. Zum anderen habe sich der Konjunkturboom negativ ausgewirkt. Was kurios klingt, ist bei genauerer Betrachtung einleuchtend: „Unsere Lieferanten waren zum Teil so stark ausgelastet, dass es zu Lieferproblemen kam“, berichtete der Claas-Chef. „Das hat uns herausgefordert.“

Für die Entwicklung neuer Produkte und vor allem deren Digitalisierung gibt Claas viel Geld aus. Der Konzern steigerte seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung im laufenden Jahr von 217 auf 233 Millionen € . „Wenn wir gut verdienen, dann investieren wir auch kräftig“, betonte Lohbeck. „Das erlauben wir uns als Familienunternehmen.“ Bei Landmaschinen geht der Trend immer stärker zu vernetzter Intelligenz und zur vollautomatischen Dokumentation. Darauf setze auch Claas, berichtete die Firmenspitze. Kräftig investiert wurde deshalb 2018 nicht nur in die Forschung. Auch in Sachinvestitionen flossen mehr als 160 Millionen €  – ein Plus von nahezu 23 Prozent gegenüber 2017.

Als Pilot-Projekt stieg Claas auf dem deutschen Markt in diesem Jahr in die kurzzeitige Vermietung von Traktoren ein. „Das ist gut angelaufen und wird 2019 weiterentwickelt“, sagte Vertriebsvorstand Bernd Ludewig. „Diese Sparte ist auch Impulsgeber für das Neugeschäft.“

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