Kinder im Dschihad
Verfassungsschutz alarmiert

Mainz - Radikalisierte Islamisten aus Deutschland nehmen nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes vereinzelt auch ihre Kinder mit in die Kriegsgebiete in Syrien und im Irak. „Wir sehen uns wieder im Paradies“, hieß es in der Abschieds-Mail einer mutmaßlichen Islamistin aus Osnabrück, die mit ihrer kleinen Tochter nach Syrien gereist sein soll. Die Behörden befürchten: Das ist kein Einzelfall.

Dienstag, 27.01.2015, 12:01 Uhr

Kinder im Dschihad : Verfassungsschutz alarmiert
Symbolfoto Foto: dpa

"Wir gehen von einem unteren zweistelligen Bereich aus", sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz , Hans-Georg Maaßen , im ARD-Magazin «Report Mainz ». Gleichwohl bereite die Gruppe den Behörden Sorgen: Dschihadistisch geprägt Eltern versuchten, ihre Kinder zu einer neuen Generation von Dschihadisten aufzubauen.

So sollen vergangenes Jahr eine Frau aus Osnabrück mit ihrer vierjährigen Tochter sowie ein Salafist aus Mainz mit sechs seiner Kinder Richtung Syrien ausgereist sein. Die zum Islam konvertierte Deutsche aus Osnabrück habe eine Abschieds-Mail sinngemäß mit den Worten „Wir sehen uns wieder im Paradies“ beendet, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover , Thomas Klinge, am Dienstag der dpa. Möglicherweise werde es ein Ermittlungsverfahren geben, weil sich die Frau einer terroristischen Vereinigung angeschlossen haben könnte.

Fred Abrahams von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sagte „Report Mainz“ über den Missbrauch von Kindern durch die IS-Terrormiliz: „Wir haben Dutzende von Kindern interviewt, die in diesen Gruppen gekämpft haben. Sie wurden zu militärischem Training gezwungen, religiöser Indoktrination und mussten sich Videos von Enthauptungen anschauen.“Vor zwei Wochen war ein Propagandavideo der Terrormiliz Islamischer Staat im Internet aufgetaucht. Darin wird der Eindruck erweckt, ein kleiner Junge erschieße zwei vor ihm kniende angebliche russische Spione. Danach sagt er: „Ich möchte euch abschlachten, oh Ungläubige.“ Die Authentizität des Videos ließ sich nicht überprüfen.

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