Seit Pandemie-Beginn
Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Deutschland

Ende Januar gab es den ersten Corona-Nachweis in Deutschland. Zehn Monate später hat die Zahl der Infektionen nun eine weitere Grenze überschritten. Ein Überlick zur Corona-Lage.

Freitag, 27.11.2020, 19:24 Uhr aktualisiert: 27.11.2020, 19:26 Uhr
Eine medizinische Mitarbeiterin macht bei einem Autofahrer in Nürtingen einen Corona-Test.
Eine medizinische Mitarbeiterin macht bei einem Autofahrer in Nürtingen einen Corona-Test. Foto: Tom Weller

Berlin (dpa) - Mehr als eine Million Menschen in Deutschland haben sich seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.806 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden (Stand: 27.11., 00.00 Uhr). Damit stieg die Gesamtzahl der bekanntgewordenen Fälle auf 1.006.394, wie das RKI am Freitag bekanntgab. Viele Infektionen dürften aber unentdeckt geblieben sein, auch weil viele Menschen keine oder kaum Symptome entwickeln. Am Freitag vor einer Woche war mit 23.648 ans RKI übermittelten Fällen zuletzt ein Höchststand bei den täglichen Neuinfektionen erreicht worden.

Anders als erhofft, hat der seit Anfang November geltende Teil-Lockdown mit Schließungen etwa von Kneipen und Restaurants noch zu keinem deutlichen Rückgang der Ansteckungen geführt. Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche - schwankt seit mehr als zwei Wochen um 140. Am Freitag war der Wert mit 136 etwas niedriger. Am Mittwoch hatten die Regierungschefs der Länder und die Bundeskanzlerin eine Verlängerung des Teil-Lockdowns bis kurz vor Weihnachten mit teils schärferen Regeln beschlossen.

Nach dem rasanten Anstieg der Fallzahlen im Oktober stieg mit zeitlicher Verzögerung auch die Zahl der täglich ans RKI gemeldeten Corona-Todesfälle. So übermittelten die Gesundheitsämter zuletzt 426 Fälle binnen 24 Stunden (Datenstand 27.11. 00.00 Uhr), das ist ein Höchstwert seit Beginn der Pandemie. Insgesamt starben 15 586 Menschen an oder unter Beteiligung einer Sars-CoV-2-Infektion.

Auch die Zahl der Intensivpatienten steigt, wenn auch nicht mehr so stark wie zuletzt. Am Freitag meldete die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin 3854 Corona-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung, 5318 Betten waren frei.

Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete, starben in Deutschland im Oktober vier Prozent mehr Menschen als im Durchschnitt der vier Vorjahre. Einen Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sieht das Amt nur bedingt. «Die überdurchschnittlich hohen Sterbefallzahlen im Oktober 2020 sind fast ausschließlich auf eine Zunahme von Sterbefällen in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen zurückzuführen», erklärte das Bundesamt. Die Sterbefallzahlen bei unter 80-Jährigen seien sogar zurückgegangen.

Die Zahl der Menschen über 80 Jahre ist in Deutschland von 2015 bis 2019 um fast eine Million gewachsen. «Neben der steigenden Zahl der Covid-19-Todesfälle können auch solche Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung zu überdurchschnittlichen Sterbefallzahlen beitragen», erklärten die Statistiker.

Die ersten Corona-Infektionen in Deutschland waren Ende Januar bei der bayerischen Firma Webasto bestätigt worden. Ende Februar meldeten Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen erste Fälle und am 10. März gab Sachsen-Anhalt als letztes Bundesland seinen ersten Fall bekannt. Nachdem die Zahlen in die Höhe schnellten, trat ein Lockdown in Kraft, der das Infektionsgeschehen unter Kontrolle brachte. Den Sommer über gab es vergleichsweise wenig neue Corona-Nachweise in Deutschland. Im Oktober und Anfang November stiegen die Zahlen der neugemeldeten Corona-Infektionen dann abermals rasch und pendelten sich zuletzt auf hohem Niveau ein. Das RKI schätzt, dass rund 696.100 Menschen inzwischen genesen sind.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 0,93 (Vortag: 0,90). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

© dpa-infocom, dpa:201127-99-480969/9

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