Champions League
Zittern bis zum Ende: RB Leipzig gewinnt «verrücktes Spiel»

Zwei Spiele, zwei Siege war vor der Partie bei Basaksehir die einfache RB-Rechnung zum Weiterkommen in der Champions League. Den ersten Schritt haben die Sachsen erfolgreich gemeistert. Alexander Sörloth feiert im richtigen Moment sein Tor-Debüt.

Mittwoch, 02.12.2020, 21:40 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 21:44 Uhr
Der Leipziger Alexander Sorloth (M) feiert mit seinen Mannschaftskameraden den Treffer zum 4:3 Endstand.
Der Leipziger Alexander Sorloth (M) feiert mit seinen Mannschaftskameraden den Treffer zum 4:3 Endstand. Foto: Uncredited

Istanbul (dpa) - Matchwinner Alexander Sörloth genoss den Jubel und die Umarmungen seiner Mitspieler, Trainer Julian Nagelsmann schritt erleichtert grinsend über den Platz.

Dank der Tor-Premiere des Norwegers in der 93. Minute darf RB Leipzig nach dem hoch spannenden 4:3 (2:1) bei Istanbul Basaksehir weiter auf das Achtelfinale der Champions League hoffen. Mit einem Sieg gegen Manchester United am 8. Dezember stehen die Sachsen ganz sicher in der K.o.-Runde. «Wir haben jetzt unser Finale gegen Manchester, was wir zwingend erreichen wollten», sagte Nagelsmann nach dem Sieben-Tore-Duell.

Zuvor hatte er «ein verrücktes Spiel» gesehen, wie er im Streamingdienst DAZN einräumte. «Wir waren in der ersten Halbzeit sehr gut. Da müssen wir ein gewisses Killer-Gen entwickeln», sagte er. «Wenn man eine Spitzenmannschaft sein will, muss man so ein Spiel schon früher entscheiden.»

Yussuf Poulsen (26. Minute) und Nordi Mukiele (43.) brachten die lange dominanten Sachsen verdient in Führung. Basaksehir verkürzte kurz vor der Pause durch Irfan Can Kahveci (45.+3) nach einer Standardsituation. «In der zweiten Halbzeit sind wir inaktiver geworden, Basaksehir machte mehr Druck», analysierte Nagelsmann. «Jetzt sind wir wieder 93 Minuten marschiert wie die Bekloppten. Das hängt uns irgendwann nach. Jetzt am Wochenende noch nicht, doch irgendwann wird es zäh.»

In einer Drangphase der Türken erhöhte Dani Olmo (66.), ehe erneut Kahveci in der 73. erst zum Anschluss und in der 85. Minute zum Ausgleich traf. Dann kam der Auftritt von Sörloth. «Natürlich freue ich mich über mein erstes Tor. Das ist immer wichtig», sagte er. «Es musste fast in Istanbul passieren. Ich hatte schon ein gutes Gefühl, als ich auf den Platz kam.» Nagelsmann hofft, «dass sein Knoten geplatzt ist».

Zwischen den beiden Highlights in der Königsklasse muss Leipzig am 5. Dezember bei Bayern München antreten. Drei Tage vor dem Bundesliga-Gipfel schickte Nagelsmann seine derzeit stärkste Elf aufs Feld des Fatih-Terim-Stadions. Poulsen, Emil Forsberg, Dayot Upamecano und Kapitän Marcel Sabitzer kehrten alle in die Startelf zurück. Christopher Nkunku fehlte indes aus privaten Gründen.

Die Leipziger machten von Beginn an Druck. Forsberg (3.) hätte mit seinem Versuch aus elf Metern treffen müssen. Eine Minute später zeichnete sich Istanbuls Torwart Mert Günok bei einem Kopfball von Mukiele aus. Auch Poulsens (12.) Volley entschärfte Günok. «Wir müssen das Spiel killen. Da müssen wir ein oder zwei Tore mehr machen», sagte Forsberg.

Nach weiteren vergebenen Chancen war die Leipziger Führung ein Zufallsprodukt. Der Schuss von Sabitzer aus gut 20 Metern flipperte zwischen Istanbuls Abwehrchef Martin Skrtel und Poulsen hin und her und ging vom dänischen Nationalspieler schließlich unhaltbar ins Tor. Leipzig bestimmte mit viel Ballbesitz und aggressivem Gegenpressing weiter das Spiel, doch langsam kam die Offensive der Türken in den Rhythmus.

Diesen Rhythmus brach RB mit dem zweiten Tor. Forsberg legte den Ball im Strafraum quer, Mukiele schob überlegt gegen die Laufrichtung des Torwarts ein. Die starke Halbzeit vermasselte sich Leipzig mit einer Schlafeinlage in der Nachspielzeit. Nach einer Ecke stand Kahveci am Strafraumrand völlig frei und traf zum Anschluss.

RB agierte nach der Pause zunehmend passiver, meldete sich erst mit Forsbergs (61.) Top-Chance wieder zurück, als der Spielmacher aus fünf Meter vorbei schoss. «Ich bin sauer auf mich selbst. Ich muss die Chancen nutzen», meinte der Schwede.

Olmo machte es schließlich besser. Nach Pass von Angeliño tanzte der spanische Nationalspieler seinen Gegenspieler im Strafraum aus und vollstreckte. Istanbul gab dennoch nicht auf - und wieder bekam Kahveci zu viel Platz. Bei seinem Schlenzer aus 18 Metern war Peter Gulacsi chancenlos.

Poulsen (79.) hatte das vierte Tor schließlich auf dem Fuß, traf jedoch nur den Pfosten. Dann schien Kahveci mit seinem dritten Treffer per Freistoß alle RB-Hoffnungen zunichte zu machen. In der 90. Minute hatte Leipzig erst Pech, als der Ball von Sörloths Kopf gegen die Latte flog. Kurz danach machte es der Norweger besser.

© dpa-infocom, dpa:201202-99-549831/4

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