Pumpenhaus



Alles zum Schlagwort "Pumpenhaus"


  • Anne Teresa De Keersmaekers „Rosas Danst Rosas“ im Pumpenhaus

    So., 16.09.2018

    Alter Klassiker mit junger Strahlkraft

    Durchdachte Anordnung im Raum: Die Tänzerinnen in dem 35 Jahre alten und doch immer noch jungen Tanzklassiker durchleben einen langen und anstrengenden Tag.

    Es ist eine unruhige Nacht, durch die sich die vier Tänzerinnen hier quälen. Nebeneinander liegen sie auf der Bühne und wälzen sich hin und her. Die Beine strecken sich und winkeln sich wieder an. Auch die Arme wollen keinen rechten Platz finden und sind in ständiger Bewegung. Anschwellende Musik deutet einen Albtraum an, aus dem sie mit erschreckten Gesichtern und starr aufgerichtetem Oberkörper erwachen. Entsprechend mühevoll gestaltet sich der Morgen, wenn es gilt, das Bett zu verlassen und sich dem Tag zu stellen.

  • Pumpenhaus zeigt den Tanz-Klassiker „Rosas Danst Rosas“

    Mi., 12.09.2018

    Von Beyoncé kopiert

    Eine neue Generation von Tänzerinnen zeigt im Pumpenhaus den Tanz-Klassiker „Rosas Danst Rosas“.

    Auch 35 Jahre nach seiner Entstehung hat der Tanz-Klassiker „Rosas Danst Rosas“ nichts von seiner Klasse und Kraft verloren. Das Signaturstück der „Compagnie Rosas“, das den Weltruhm von Anne Teresa De Keersmaeker begründet hat, ist am Wochenende wieder im Pumpenhaus zu sehen mit einer neuen Generation von Tänzerinnen, zum neu Entdecken oder Wiedersehen.

  • Spielzeiteröffnung im Pumpenhaus: Samir Akika und La Macana stellen „Pink Unicorns“ vor

    So., 09.09.2018

    Kräftemessen der Generationen

    Spannendes künstlerisches Kräftemessen: Vater und Sohn (Alexis und Paulo Fernández) erproben sich tänzerisch, arbeiten sich aneinander ab, suchen nach Balance zwischen Zusammenhalt und Freiheit.

    Zuckend und schreiend windet sich der Junge im Rampenlicht, reißt ein Seil unter seinem Hemd hervor, wirft es panisch zu Boden – und wird die „Schlange“ endlich los. Ein Erwachsener beobachtet die Szene und improvisiert weiter: Den Strick als Turban um den Kopf gewickelt, reitet der Performer auf einem imaginären Kamel durch die gleichfalls unsichtbare Wüste, bevor er es sich mit schelmischem Augenzwinkern als Shisha rauchender Zauberer auf der Bühne gemütlich macht.

  • „Die selbst ernannte Aristokratie“ im Pumpenhaus

    Mo., 02.07.2018

    Protzen und prahlen mit Ironie

    Mit Selbstironie geriert sich die Gruppe „La Fleur“ als selbst ernannte Aristokratie.

    Vier Stände macht Honoré de Balzac in der Gesellschaft der 1830er Jahre aus – die Arbeiter, die Kleinbürger, das Großbürgertum und ganz oben die Aristokratie. Und alle jagen sie dem Geld und den Vergnügungen hinterher. Das mache sie hässlich. Hässlich wie alle Pariser. Nachzulesen ist das in der Erzählung „Das Mädchen mit den Goldaugen“, in dem es außerdem um einen Dandy und einen lesbischen Liebesmord geht.

  • Kunstakademie zeigt trashiges „Wrecklinghausen“ im Pumpenhaus

    Mi., 27.06.2018

    Nach dem Kampf wird geknutscht

    Junge Kunststudenten zelebrierten den fingierten Kampf als Show im Pumpenhaus.

    Einen Boxring hatte das Pumpenhaus vor einiger Zeit schon mal auf der Bühne. Ausgetragen wurden damals politische Grabenkämpfe. Jetzt war es ein Wrestling-Ring, der zwischen den Zuschauerreihen aufragte.

  • Choreographie von Samuel Feldhandler im Pumpenhaus

    So., 24.06.2018

    Unermüdlich in Bewegung

    Die Akteure im Pumpenhaus deklinieren tänzerische Bewegungsmuster durch und variieren sie permanent.

    Langsam in die Knie gehen, sich drehend wieder aufrichten, Arme und Beine dabei synchron abspreizen, mit angelegten Armen wegdrehen und mit ausschwingenden Armen ruckartig wieder zurück. Eine Hand tippt dann noch auf den Boden, während die andere zur Decke weist. Das ist in etwa das Bewegungsvokabular, auf dem Samuel Feldhandler seine Chroreografie „’d he meant vary a shin’s“ aufbaut.

  • Tanz-Star Raimund Hoghe zeigte seine Choreographie über Maria Callas

    Do., 21.06.2018

    Erinnerung ist eine zarte Pflanze

    Raimund Hoghe gestaltet sein Stück über die Callas und über das Erinnern mit strengen und exakt ausgeführten Ritualen.

    Auf der Bühne des Pumpenhauses liegen die Requisiten: ein Buch, eine Wasserschale, diverse Kleidungsstücke und in der Mitte ein Paar schwarze Stöckelschuhe. Alles wirkt sorgfältig hindrapiert. Auch Raimund Hoghe selbst, der sich ganz hinten an der Wand in eine Decke gerollt hat und dem Publikum den Rücken zukehrt, während aus den Lautsprechern eine Arie von Maria Callas nach der anderen erklingt.

  • Tanztheater „Die Schuld des Tages“ im Pumpenhaus

    So., 17.06.2018

    Faszinierendes Spiel mit Stilen und Tempi

    Straßentänzer setzen die Choreografie von Hervé Koubi kraftvoll in Szene.

    Die Vorstellung beginnt als Menschenhaufen. Kreuz und quer liegen die Tänzer auf der Bühne des Pumpenhauses. Zu sphärischen Klängen strecken sich Arme und Beine aus dem Knäuel. Nach und nach richten sich die Männer dann auf, die muskulösen Oberkörper wie aus Stein gemeißelt. Noch wirkt das Ganze in der diffusen Beleuchtung wie eine Traumszene. Doch dann kommt zunehmend Bewegung in die Gruppe. Die ersten Tänzer wirbeln durch die Luft, kreisen auf den Händen und vollführen Saltos aus dem Stand. Was meditative Ruhe war, ist plötzlich Action pur.

  • Kubaner zeigt im Pumpenhaus das Tanztheater „The Hidden Door“

    Do., 14.06.2018

    Vom Spaß zu den verborgenen Ängsten

    Julio César Iglesias Ungo zeigt in „The Hidden Door“ wie aus medialer Sensationslust Horror-Wirklichkeit wird.

    „Hello World“ flötet er ins Mikrofon und kündigt seine Sendung an. Man muss sich das als eine Art Domian vorstellen: Die Leute sollen anrufen und von ihren Problemen erzählen. Er, der Radiomann, wird versuchen, ihnen zu helfen. „Don’t be shy, give it a try“, schiebt er noch aufmunternd nach. Aber die Menschen draußen scheint das gar nicht zu kümmern. Geschäftig wirbeln sie über die Bühne des Pumpenhauses, fassen sich an den Händen, springen sich an, gleiten aneinander herab, vereinigen sich zu einem wilden Reigen und spritzen wieder auseinander. Die Moderatoren im Funkraum: ratlos.

  • „Sadness Quartet“: Tanz im Pumpenhaus

    So., 10.06.2018

    Mit dem Wunsch nach Nähe

    Das Quartett erprobt Bewegungsmuster – doch die vier Tänzer lassen sich auch aufeinander ein.

    Nackt wie Gott sie geschaffen hat, betreten sie die Bühne – drei Männer und eine Frau. Allerdings muss man sich den Gott hier griechisch vorstellen. Weder paradiesisch noch christlich muten die Bewegungen an, mit denen der kanadische Choreograf Daniel Léveillé sein „Sadness Quartet“ im Pumpenhaus eröffnet. Eher erinnert das Tableau an einen Aktzeichenkurs aus der Antike. Dazu trägt auch die Beleuchtung bei, die jeden Muskel der Tänzer aufs Feinste herausarbeitet, sodass sie auch als Statuen ein gutes Bild abgeben könnten.