Ilja Harjes



Alles zur Person "Ilja Harjes"


  • Sie spielen um ihr Leben

    So., 18.11.2018

    Komödie „Sein oder Nichtsein“ feiert umjubelte Premiere im Großen Haus

    Die polnische Schauspieltruppe (v.l.: Christian Bo Salle, Sandra Schreiber, Ilja Harjes, Isa Weiß, Christoph Rinke) tritt kostümiert bei einer Gestapo-Gala auf, um diesen Anlass zur Flucht zu nutzen. SS-Gruppenführer Erhard (Gerhard Mohr) fällt auf die Camouflage herein.

    Es sind nicht die knalligen Momente des Stücks, die beim Publikum den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen. Eher die stillen, nachdenklichen Sätze wie die Shakespeare-Zitate des jungen Juden Grünberg (Niklas Marx), der gegen Ende sein Menschsein und seine Menschenrechte auf einer grotesken Gala der Gestapo ins Gedächtnis ruft. Unweigerlich wird da angesichts der Lachsalven, die Nick Whitbys Komödie nach dem Filmstoff von Ernst Lubitsch hervorruft, auch das Beklemmende der Szenerie bewusst. Ein unterhaltsamer, spannender Premierenabend im Großen Haus des Theaters Münster.

  • „Je suis Fassbinder“ im Kleinen Haus: Belehrend

    So., 17.09.2017

    Bibbernd vom Diktator träumen

    Rainer (Ilja Harjes, r.) staunt über die Sprüche der „Mutter“ (Garry Fischmann).

    Mutiges Theater braucht das Land. Schauspieldirektor Frank Behnke ist überzeugt, dieses mit „Je suis Fassbinder“ gefunden zu haben. Unter der Regie von Max Claessen hatte das Stück pünktlich vor der Wahl im Kleinen Haus Premiere. Mancher fragte sich vielleicht, worin der „Mut“ des Autors Falk Richter wohl bestehe. Zeigt hier etwa ein Theater-Rebell dem Staat die Zähne, zum Beispiel einem Zensur-affinen Justizminister? Oder legt er sich gar (wie der Titel vermuten ließe) mit jenem islamistischen Wahn an, der die „Charlie Hebdo“-Redakteure meuchelte?

  • Casting-Persiflage im Theater-Treff

    So., 19.06.2016

    „Paul Pinski“ schleicht mit irrem Funkelblick herbei

    Garry Fischmann mimt den irren Kinski. Das ist immerhin ein Lichtblick des Persiflage-Abends.

    In Fußball-euphorischen Zeiten, wo die Autodächer mit Wimpeln verziert sind, gegen die sich stracks grüner Protest regt, steht die Frage nach deutscher Identität mal wieder im Raum. „Wer ist eigentlich dieser Deutschland?“ hieß denn auch das Motto des jüngsten „Nachtgestümpers“, zu dem das Theater Münster am Freitagabend geladen hatte.

  • „Alltag und Ekstase“ von Rebekka Kricheldorf im Kleinen Haus

    So., 22.05.2016

    Das Ich wird zum Projekt

    Patchwork-Sippe  im Stress: Vater Günther (Gerhard Mohr) therapiert Janne (Ilja Harjes). Im Hintergrund Regine Andratschke als Sigrun (l.) und Lilly Gropper als Katja.

    Es dauert eine Weile, bis Janne (Ilja Harjes), ein vom Leben angeödeter 40-Jähriger, der noch in der Pubertät steckt, zu den inneren Schichten seines Ichs vordringt. Dann reißt er riesige farbige Folien von einer Wand und stürzt Kartonagen um, damit Ängste und Überdruss verschwinden und er zum wahren Leben vorstößt. Da ist plötzlich Aktion auf der Bühne, an der es ansonsten etwas mangelt; denn in Rebekka Kricheldorfs Stück geht es vor allem um die Sprache, die ihre Figuren entlarvt. Sie alle befinden sich auf dem Ego-Trip, und der säuselnde Psychosprech zwischen Selbstanalyse und Therapiegeschwafel entlarvt die Sippe, um die es sich hier dreht, als Spiegelbild einer egozentrischen und dekadenten Gesellschaft.

  • „Nachtgestümper“ im Hot Jazz Club

    Do., 31.03.2016

    Pubertäre Schenkelklopfer

    „Nachgestümper“ (v. l.): Merle Wasmuth, Bálinth Tóth, Regine Andratschke, Ekkehard Freye und Sebastian Arnold.

    Im „Nachtgestümper“ (unter Ägide des Theaters Münster) testeten „Dirty Harries“ und „Jonny B Buxbaum“ einen Pornofilm auf seine Kulturtauglichkeit.

  • Jan van Leyden und seine Geschäftsfreunde erobern mit dem Theater neue Märkte

    Mo., 02.06.2014

    „Shopocalypse now“

    Erst gegessen, dann getauft: Die Wiedergänger der Wiedertäufer besetzten den Domplatz, um anschließend einen jeden zu taufen, den sie zu fassen bekamen.

    Der Käfig, in dem er einst sein grausiges Ende fand, baumelt oben am Turm. Er aber steht unten vor St. Lamberti und reckt die Arme prophetisch in die Luft wie eh und je: Jan van Leyden, der Wiedertäufer, der einst in Münster das neue Jerusalem errichten wollte. Nicht gerade taufrisch sieht er aus – ein leichenblasser Zombie irgendwo zwischen Penner, Alice Cooper und irrem Jesus-Verschnitt. Schon kommt ein zweiter blasser Gevatter um die Ecke: „Mensch, ick bin’s doch – Knipperdolling!!“ Die alten Kumpel umarmen sich, die Zuschauer grinsen sich eins.

  • Frieden mit Verlängerung

    Fr., 20.12.2013

    Der kurzweilige Fußball-Liederabend im U2 erntet viel Beifall

    Die Putzfee (Isa Weiß) träumt von Bayernstar Boateng, während die Fußballfans (v.l. Florian Steffens, Christoph Rinke, Ilja Harjes) sie anhimmeln.

    Das war so nicht geplant. Ein Fußballfan von Preußen Münster (Christoph Rinke) und zwei vom VFL Osnabrück (Florian Steffens, Ilja Harjes) finden sich am Pissoir eines Stadions wieder und können nicht zurück auf die Ränge, denn die Toilettentür ist zugeschlagen und lässt sich nicht öffnen. Nur kurz bewegt das Trio die Frage, wie sich das Spiel draußen entwickeln wird. Etwas Verlegenheit wird spürbar, dann trällern sie los – mal solo, mal im Duett, mal alle zusammen. Der kurzweilige, abwechslungsreiche und heitere MännerFußball-Liederabend im gut gefüllten U2 ist eröffnet und wird – mit Verlängerung, aber ohne Halbzeitpause – neunzig Minuten dauern. Gesprochen wird kein Wort.

  • Nicht gerade ein rosarotes Leben

    Di., 14.02.2012

    Jugendtheater „Wir alle für immer“

    Nicht gerade ein rosarotes Leben : Jugendtheater „Wir alle für immer“

    Die Übergänge sind sagenhaft. Ohne Brüche gleiten die Szenen ineinander, ein paar Requisiten wie eine Mütze machen aus dem Lehrer den Großvater, den jugendlichen Freund oder den drogenabhängigen Vater. Die Schauspieler und die Stellwände, die wie ein Buch aufklappbar sind, gefallen. Die Inszenierung von „Wir alle für immer“ im Begegnungszentrum Meerwiese in Münster bietet lebhaftes, bisweilen lautes Theater „für Halbstarke und Erwachsene“ nach einem preisgekrönten Kinderbuch von Guus Kuijers, für die Bühne bearbeitet von Philippe Besson und Andreas Steudtner.

  • Kultur Nachrichten

    Fr., 24.09.2010

    Bitter und rebellisch

  • Kultur Münster

    So., 07.10.2007

    Rock-Band stand Pate