Tanja Weidner



Alles zur Person "Tanja Weidner"


  • Wolfgang-Borchert-Theater zeigt deutsche Erstaufführung von „Der König lacht“

    Do., 12.09.2019

    Düsteres Märchen über die Macht

    Luisa Guarro (kl. Bild) hat ein philosophisches Märchen geschrieben, mit dem das Borchert-Theater seine Spielzeit eröffnet – in der Hauptrolle Meinhard Zanger (l.).

    „Das Gute und das Böse sind keine Aspekte des Menschlichen, sondern des Systems, in dem wir uns befinden.“ Daher gefiel Luisa Guarro das Märchen vom Vogelgreif „überhaupt nicht“. „Guter“ und „böser“ Bruder – dieses Entweder-oder, diese absoluten Wahrheiten, das wollte die Mutter ihrem Sohn Yuri nicht mit auf den Weg geben. „Jeder ist verantwortlich für die eigene Wahrheit, und er kann sie verändern.“ Und so hat die italienische Autorin und Theaterregisseurin das Märchen vom Vogelgreif zum „Der König lacht“ umgeschrieben: „Das Märchen erzählt auf eine überrealistische Weise über das Leben, wie es wirklich ist.“

  • Das Borchert-Theater fordert „Europa denken!“ in der neuen Spielzeit

    Fr., 21.06.2019

    Ein lachender König kommt aus Italien

    Borchert-Theater-Intendant Meinhard Zanger und seine Chefdramaturgin Tanja Weidner

    Gibt es eine deutsche Leitkultur beim Kauf eines Grills? Die Frage mag berechtigt sein, wenn deutsche und türkische Mitglieder eines Tennisclubs ihre unterschiedlichen Leckereien auf den Rost legen wollen – wie im Theaterstück „Extrawurst“ von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob. Münsters Wolfgang-Borchert-Theater wird das  Stück in der kommenden Spielzeit herausbringen, kündigte Intendant Meinhard Zanger an – und es befindet sich damit in bester Gesellschaft von rund zehn deutschen Bühnen, die die Komödie spielen werden: Ein echtes Stück zur Zeit.

  • „Europa verteidigen“ im Borchert-Theater Münster

    Fr., 24.05.2019

    Knallbunte Collage und flaue Appelle

    Tiefer Griff in die europäisch-afrikanische Geschichte: Der römische Feldherr Scipio und seine Legionäre (v.l. Florian Bender, Jürgen Lorenzen, Ivana Langmajer) kämpfen gegen Hannibal und seine Elefanten. Doch die Szene hier wirkt schon wieder bunt und friedlich.

    Sonntag ist Europawahl. Gewissermaßen zur Einstimmung liefert dazu das Borchert-Theater in Münster eine politische Groteske aus der Feder des jungen Erfolgsautors Konstantin Küspert. Doch die knallige Collage zündet nicht richtig. Ein Premierenbericht.

  • Borchert-Theater zeigt politische Groteske

    Do., 23.05.2019

    „Europa verteidigen“ mit Humor und Musik

    Traum von Europa? Das Borchert-Theater fragt, „was eigentlich von der europäischen Idee übrig geblieben ist“.

    „Europa verteidigen“ heißt es ab Donnerstag im Wolfgang-Borchert-Theater, dann ist die Premiere der politischen Groteske von Konstantin Küspert.

  • “Die Mitwisser“ im Wolfgang-Borchert-Theater

    Di., 09.04.2019

    Die Geister, die er rief

    Noch sind sie auf Kuschelkurs: der Assistent Herr Kwant (Jürgen Lorenzen) und der Enzyklopädist Herr Glass (Florian Bender).

    Der Autor hat sein Stück eine „Idiotie“ genannt. „Das ist nicht gerade ein feststehender Gattungsbegriff“, sagt Monika Hess-Zanger, „das ist eine Erfindung des Autors, und ich glaube, dass es in diesem Fall als Gegenstück zur Dystopie, also der Umkehrung der Utopie, verstanden werden kann.“ „Die Mitwisser“ heißt das Stück von Philipp Löhle, das am Donnerstag (11. April) Premiere am Wolfgang-Borchert-Theater hat – in einer amüsanten wie bitterbösen Inszenierung von Monika Hess-Zanger.

  • Kleists Novelle im Wolfgang-Borchert-Theater

    Fr., 25.01.2019

    Marquise in Rage

    Rosana Cleve als Marquise von O. ist keine still vor sich hinleidende Heldin.

    Es geht um Vergewaltigung und gesellschaftliche Ächtung: Kein Wunder, dass bei der Inszenierung der „Marquise von O.“ von Tanja Weidner der Bezug zu #MeToo auftaucht. Heinrich von Kleists Novelle wird im Wolfgang-Borchert-Theater zu einer zeitgemäßen Geschichte, die den Zuschauer herausfordert. Vor allem weil ein entscheidendes Detail aus Kleists Fassung fehlt.

  • „Heisenberg“: Ein berührendes Beziehungsstück im Borchert-Theater

    Fr., 12.10.2018

    Und sie tanzen einen Tango ...

    Milchreispause auf der Schaukel: Den Mittsiebziger Alex Priest (Meinhard Zanger) und die Mittvierzigerin Georgie Burns (Ivana Langmajer) trennen Jahre und Welten. Doch sie kommen sich offenbar langsam näher.

    Ein 75-jähriger Mann, eine 42-jährige Frau. Was kann daraus werden? Eine ganze Menge, wie sich in dem anrührenden Beziehungsstück „Heisenberg“ zeigt, das am Donnerstagabend im Wolfgang-Borchert-Theater in Münster Premiere feierte. Eine echte Herausforderung für die beiden Darsteller Meinhard Zanger und Ivana Langmajer.

  • Wolfgang-Borchert-Theater zeigt die Liebesgeschichte „Heisenberg“

    Mi., 10.10.2018

    Zwei Teilchen verschränken sich

    Meinhard Zanger verkörpert (mit gefärbten grauen Strähnen) den alten Alex, Ivana Langmajer die 42-jährige Georgie. Beide geraten durch eine Verwechslung aneinander und finden zueinander.

    Wenn etwas noch größere Geheimnisse birgt als das Weltall, dann ist es die Liebe. Mit dem Stück „Heisenberg“ des preisgekrönten Autors Simon Stephens erzählt das Wolfgang-Borchert-Theater die Geschichte eines schrägen Großstadtpaares.

  • Izzeldin Abuelaish im Borchert-Theater

    Mi., 27.06.2018

    Friedlichkeit erfordert Mut

    Ein glaubwürdiger und eindrucksvoller Zeuge des Glaubens an Friedlichkeit und Toleranz: Izzeldin Abuelaish.

    Nichts ist rätselhafter auf der Welt als der Mensch, der in ihr lebt: Die Hölle hat dem 20. Jahrhundert mit zwei Weltkriegen ultimative Lektionen erteilt, und auch das Schicksal des palästinensischen Arztes Izzeldin Abuelaish (Jahrgang 1955) gehört zu jenen absurden Dramen, in denen der Realitätssinn ins Unvorstellbare überboten wird.

  • Claus Peymann las im Wolfgang-Borchert-Theater Thomas Bernhard

    Di., 26.06.2018

    Schimpfen über Eliten und sich selbst

    Claus Peymann las vor ausverkauftem Haus im Wolfgang-Borchert-Theater in seinem roten Ohrensessel unter dem Zitat von Voltaire: „Da ich nun einmal nicht imstande war, die Menschen vernünftiger zu machen, war ich lieber fern von ihnen glücklich.”

    Claus Peymann las im Borchert-Theater, und der Saal war ausverkauft. Denn der berühmte Regisseur las nicht irgendetwas, sondern Thomas Bernhard – jenen Skandal-Autor, mit dem Peymanns Zeit am Wiener Burgtheater künstlerisch untrennbar verknüpft ist. 14 seiner Stücke hat er uraufgeführt, wie Peymann nicht ohne Stolz voranstellt.