Sonderveröffentlichung

Beratung, Botendienste und mehr
Apotheken vor Ort sind auch in der Corona-Krise für ihre Patienten da

Das Coronavirus hat innerhalb weniger Tage und Wochen das Leben auf den Kopf gestellt. Eines hat sich aber nicht geändert: „Wer ein Medikament benötigt, bekommt es auch und gerade in der Corona-Krise von der Apotheke vor Ort – wenn es erforderlich ist auch nachts, am Wochenende oder ohne die eigenen vier Wände verlassen zu müssen“, sagt Angelika Plassmann, Sprecherin der Apothekerschaft in Münster.

Donnerstag, 02.04.2020, 14:29 Uhr aktualisiert: 02.04.2020, 14:38 Uhr
Beratung, Botendienste und mehr: Apotheken vor Ort sind auch in der Corona-Krise für ihre Patienten da
Die Teams in den Apotheken sind auch weiterhin für ihre Patienten da. Foto: ABDA

Während die meisten Geschäfte seit einigen Wochen geschlossen bleiben müssen, sorgen die Teams in den Apotheken – Apotheker*innen, Pharmazeutisch-technische Assistent*innen und Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte – weiter dafür, dass die Patienten mit Arzneimitteln versorgt werden. Genauso wie Ärzte, Supermarktkassierer, Krankenpflegerinnen, Lkw-Fahrer und alle anderen Berufsgruppen, die in diesen Tagen die Versorgung mit allem Lebensnotwendigen aufrechterhalten und sich dabei auch immer selbst einem Ansteckungsrisiko aussetzen, sind sie zu Alltagshelden in der Corona-Krise geworden.

Um die Patienten zu versorgen und gleichzeitig zu schützen, finden Apotheker viele kreative und individuelle Lösungen – so maßgeschneidert, wie es kein Internet-Versandhandel anbieten könnte. Viele Apotheken bieten in der Krise mehr Botendienste an. Sie bringen Patienten, die krank sind, unter Quarantäne stehen oder aufgrund ihres Alters oder Vorerkrankungen zu einer Risikogruppe gehören, die benötigten Medikamente bis vor die Haustür. Die Übergabe läuft häufig zum Schutz beider Seiten kontaktlos ab. „So vermeiden wir, dass Risikopatienten das Haus verlassen und sich der Gefahr einer Ansteckung aussetzen.“ Ebenso können hilfsbereite Nachbarn oder Familienmitglieder die Arzneimittel aus der Apotheke abholen, wo die Medikamente gegebenenfalls sogar bis an die Tür gebracht werden. „Zu Hause bleiben ist das Gebot der Stunde, um sich vor einer Ansteckung zu schützen und die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen“, betont Angelika Plassmann . „Daher finden wir gemeinsam immer eine Lösung, auch und gerade für besonders gefährdete Patienten.“

Als niederschwellige Anlaufstelle im Gesundheitssystem beraten Apothekenteams, räumen mit Falschinformationen auf und versuchen Hamsterkäufe zu verhindern – damit für jeden, der ein Medikament benötigt, am Ende genug da ist. „Schutzmasken, die vor einer Ansteckung durch Viren schützen, sind derzeit aufgrund von Engpässen in den Apotheken in der Regel nicht vorrätig – und wenn, sind diese vorrangig für Kliniken, Pflegedienste, Ärzte und schwer erkrankte Patienten bestimmt“, wirbt Angelika Plassmann um das Verständnis der Kunden. Auch Desinfektionsmittel, das viele Apotheken seit einigen Wochen herstellen, geht in erster Linie an Kliniken, Altenpflegeheime und medizinische Einrichtungen. „Im Alltag schützt man sich und andere ohnehin am besten durchs Abstandhalten, durch häufiges Händewaschen und indem man nicht in die Hand, sondern die Armbeuge niest oder hustet“, so die Apothekerin.

Im Namen der Apothekerinnen und Apotheker in Münster bedankt sie sich bei den Kunden für deren Solidarität und umsichtiges Verhalten. „Viele haben mittlerweile verinnerlicht, dass sie natürlich auch in der Apotheke mindestens anderthalb bis zwei Meter Abstand halten sollen, nur in begrenzter Zahl eintreten dürfen und besser bargeldlos zahlen.“ Auch die Plexiglaswände, die an vielen Handverkaufstischen als Schutz vor Tröpfcheninfektionen angebracht sind, sorgen nicht mehr für Stirnrunzeln. „Und wenn wir Sie als Kunden oder Kundin doch einmal bitten, vor der Apotheke zu warten oder mehr Abstand zu halten, nehmen Sie uns dies bitte nicht übel – es dient Ihrem eigenen Schutz und dem unserer Mitarbeiter“, sagt Plassmann. Denn auf jeden Fall gelte es zu vermeiden, dass Apotheken in Münster vorübergehend schließen müssen, weil Angestellte an Covid-19 erkranken. „Wir wollen als Heilberufler weiterhin für Sie da sein, und das geht nur, wenn auch wir gesund bleiben“, sagt Apothekerin Angelika Plassmann.

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Foto: Apothekerkammer Westfalen-Lippe

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