Gesamtschule zeigt Ausstellung über die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts
Als der Krieg nach Saerbeck kam

Saerbeck -

Zwischen dem Theaterprojekt „Die fetten Jahre sind vorbei“ und Josef Berkemeiers Vortrag über das Kriegsende in Saerbeck, zeigt die Gesamtschule mit der aktuellen Ausstellung auch ein längst vergessen geglaubtes Stück Lokalgeschichte: ein zwei Quadratmeter großes Foto von Kriegsgefangenen, die von 1916 bis 1918 in dem Lager „Saerbecker Dorffeld“ untergebracht waren und bei heimischen Bauern und in Fabriken arbeiten mussten. Sogar ein Holzmodell des Lagers haben Werner Engels und Fred Wieneke irgendwo auf einem Dachboden wiedergefunden.

Freitag, 17.04.2015, 20:04 Uhr

Werner Engels führte die Schüler seines 12er-Geschichtskurses in die Ausstellung ein. Das kleine Bild zeigt junge Männer, die unbekümmert mit Hurra-Rufen in die mörderische Schlacht zogen; viele kamen nie zurück.
Werner Engels führte die Schüler seines 12er-Geschichtskurses in die Ausstellung ein. Das kleine Bild zeigt junge Männer, die unbekümmert mit Hurra-Rufen in die mörderische Schlacht zogen; viele kamen nie zurück. Foto: Hans Lüttmann

Als im Sommer 1914 das militärische Deutsche Reich Europa überfällt, bricht die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts los: In mörderischen Ausblutungsschlachten finden fast zehn Millionen Soldaten einen grausamen Tod, 20 Millionen werden verwundet und bleiben fürs Leben an Körper oder Seele gezeichnet. Landstriche wurden verwüstet – von Granaten zerklüftet, durch Giftgas verseucht.

Namen wie Verdun, Ypern und Tannenberg  stehen für ein bis dahin beispielloses Massensterben, das der damaligen Propaganda vom „Heldentod“ hohnlacht. Der Erste Weltkrieg veränderte das Leben der Menschen, Gesellschaften und Staaten in Europa. „100 Jahre Erster Weltkrieg – gegen das Vergessen“ heißt eine Ausstellung des Volksbundes Deutsche Kriegs­gräberfürsorge, die seit gestern auch in der Gesamtschule zu sehen ist und auf Schautafeln, Fotos, Filmen und Texten zu erklären versucht, wie es zum ersten totalen Krieg der Menschheit kam, der zugleich den Boden bereitete für den zweiten großen Krieg, dessen Ende sich im Mai zum 70. Mal jährt.

Zwischen dem Theaterprojekt „Die fetten Jahre sind vorbei“ und Josef Berkemeiers Vortrag über das Kriegsende in Saerbeck , zeigt die Gesamtschule mit der aktuellen Ausstellung auch ein längst vergessen geglaubtes Stück Lokalgeschichte: ein zwei Quadratmeter großes Foto von Kriegsgefangenen, die von 1916 bis 1918 in dem Lager „Saerbecker Dorffeld“ untergebracht waren und bei heimischen Bauern und in Fabriken arbeiten mussten. Sogar ein Holzmodell des Lagers haben Werner Engels und Fred Wieneke irgendwo auf einem Dachboden wiedergefunden. (Kurios: Es ist ebendas Modell, das Werner Engels 1989, da war er gerade ein Jahr an der Gesamtschule, mit seinen Schülern laubgesägt hatte: „Ich hatte gar keine Ahnung, dass es das noch gibt.“)

„Saerbeck“, sagte Werner Engels, „war damals zwar 700 Kilometer von der Westfront und mehr als 1500 Kilometer von der Ostfront entfern – von hier bis zum Saerbecker Dorffeld sind es aber gerade mal zwei Kilometer.“

Bis zum zweiten Maiwochenende bleibt die Ausstellung stehen. Am Donnerstag, 7. Mai, hält dann um 19 Uhr Josef Berkemeier seinen Vortrag „Ostern 1945 – Das Kriegsende in Saerbeck“, zu dem die Gesamtschule und der Heimatverein einladen. Anderntags hält er den Vortrag noch einmal für die Schüler.

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