Viele Fragen vor der Uni-Einschreibung an der WWU in Münster
Das Einmaleins der Irrtümer

Münster -

Es gibt keinen festen Numerus clausus. Und Wartezeiten machen den Abischnitt nicht besser. Wir räumen mit ein paar verbreiteten Vorurteilen auf.

Dienstag, 24.06.2014, 08:06 Uhr

Ein Blick auf die Anmeldeseiten der Unis im Netz irritiert. Münster macht‘s anders als Köln , Osnabrück anders als Oldenburg. Wer als Abiturient damit konfrontiert wird, dem brummt der Schädel. Dazu kommen viele falsche Annahmen, von denen Sonja Weber berichtet. Sie ist stellvertretende Leiterin im Studierendensekretariat der Uni Münster und rechnet mit 50 000 Anmeldungen in den nächsten Wochen. Hier die wichtigsten Irrtümer.

► Die Leute glauben, dass der NC von den Hochschulen vorab festgelegt wird.

 Tatsächlich ergibt sich die Zulassungshürde für die meisten Fächer erst im Anmeldeverfahren. Wenn es für ein Fach 80 Plätze und 100 Bewerber gibt, ziehen die besten Noten bis Platz 80. Die Note der Nr. 80 markiert das Ende der Fahnenstange.

► Viele Bewerber glauben, Wartezeiten verbessern die Abinote.

Tatsächlich wird ein Teil der Studienplätze nach Bestnoten, ein anderer Teil unabhängig davon nach Wartezeit vergeben. Wer lange wartet, steht oben auf der Warteliste, ohne dass sich sein Abischnitt bessert. Als Wartezeit gilt die Zeit zwischen Abi und Studienbeginn, in der man nicht an einer deutschen Hochschule studiert hat.

► Manche glauben, wenn Sie sich um ihr Pferd kümmern müssen, sei das ein Härtefall.

Tatsächlich gibt es Gründe, warum man an der Warteschlange vorbei einen Studienplatz an einer bestimmten Uni bekommen kann. In erster Linie geht es um schwere Krankheiten. Ausnahmen gibt es auch für Hochleistungssportler oder Schüler aus den Umlandkreisen, die vor dem ersten Semester noch nicht volljährig sind. Wer sein Pferd oder seinen Freund nicht mit zum neuen Studienort nehmen kann, gilt nicht als Härtefall.

► Vereinzelt erreichen die Uni Anrufe, weil Schüler zur Bewerbung alle Unterlagen senden wollen.

In Münster und anderswo reicht die Anmeldung im Internet. Erst bei der Einschreibung, also der verbindlichen Zusage, werden Abizeugnisse und Krankenkassenbescheinigungen erwartet (und oft vergessen). Hier würde es im Studierendensekretariat auffallen, wenn ein Student mit seinen Abinoten geschummelt hat. Bei falschen Angaben ist der Studienplatz futsch.

►►  Einige Schüler denken, dass die Abinote für jedes Fach allein ausschlaggebend ist.

 Tatsächlich sind für Fächer wie Musik oder Sport Eignungstests nötig. Wer die nicht besteht, bekommt keinen Studienplatz. Wieder anders verhält es sich bei der Zulassung zum Medizinstudium. In Münster werden 20 Prozent der Medizin-Studienplätze nach Noten, 20 Prozent nach Wartezeit vergeben. 60 Prozent hängen von einem Studieneignungstest ab, der uni-intern durchgeführt wird. Es kann also vorgekommen, dass ein Schüler mit Abinote 1,0 bei der Auswahl nach Noten keinen Platz bekommt – und mit einem guten Studieneignungstest noch Schüler bis zur Note 1,2 berücksichtigt werden können.

► Bisher konnte man sich nur für maximal drei Fächer anmelden.

 In Münster können sich Schüler für bis zu zwölf der 120 Bachelor-Studiengänge bewerben. Das erhöht die Chance besonders bei Doppel-Bachelorstudiengängen, einen Platz zu bekommen.

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