Sonderveröffentlichung

Hotel Beverland
Dinner in the Dark

Draußen ist es bereits dunkel. Als wir ankommen beleuchtet nur das ländlich gelegene Landhotel Beverland die Umgebung. Wir gehen hinein und stellen uns vor, dass es dort drinnen genau andersherum sein muss. Zum „Dinner in the Dark“ ist das Restaurant „Kaseinwerk“ wohl komplett dunkel. Kein einziger Lichtstrahl wird durch die Fenster oder Türen dringen – hat man uns versprochen. Wir hingegen haben uns auf ein Menü mit mehreren Gängen eingestellt, bei dem wir ganz genau hinsehen müssen.

In der Lobby ist das Licht noch an, die zahlreichen anderen Gäste des Dunkel-Dinners werden mit einem Drink willkommen geheißen. Wir nippen am Glas und sehen uns um, als plötzlich eine Mitarbeiterin auftaucht, in der Hand schwarze Schals. Wir stellen den Sekt ab und lassen uns die Augen verbinden. Wir ahnen, dass wir für die nächsten Stunden kein Licht mehr sehen werden. Keinen Strahl, kein Funkeln, keine Kerze – aber essen wir wirklich mit einem Schal um den Kopf? Wir werden gebeten mitzukommen, wer möchte, kann versuchen seine Jacke an der Garderobe aufzuhängen – blind, versteht sich. In Vierergruppen gehen wir ins Richtung des Kaseinwerks , nur geleitet von einer Stimme – diese Stimme gehört einer Mitarbeiterin, die wiederum eine Kerze in der Hand trägt. Das sehen wir natürlich nicht, aber wir sind beeindruckt, wie zielsicher sie durch den scheinbar stockdunklen Raum schreitet. Wir versuchen, den Anschluss nicht zu verlieren und tasten uns vorsichtig vor. Niemand möchte in einem komplett eingedeckten „Kaseinwerk“ über einen festlich gedeckten Tisch fallen.

 Selbst das Hinsetzen wird zum Wagnis, wer den Stuhl nur halb erwischt liegt ganz schnell auf dem Fußboden. Alles geht gut, wir helfen uns gegenseitig, dann sitzen wir und versuchen, uns mit der ungewohnten Situation zu arrangieren. Wir zählen durch und finden schließlich heraus, dass wir zu acht an einem großen Tisch sitzen. Kaum haben wir Platz genommen, werden die Bestellungen aufgenommen. Wir melden keine Sonderwünsche an, aber wir möchten gerne etwas trinken. Wasser stehe bereits auf dem Tisch, wird uns erklärt, und dies von der Karaffe ins Glas zu füllen ist unsere erste Aufgabe. Unfallfrei, wenn möglich.

Ein paar warten ab, bis wir die Binden abnehmen dürfen, dann sei das mit dem Einschenken sicher leichter. Als alle Tische bestellt haben kommt das Signal. Die letzte Kerze sei gelöscht, die Binden dürften wir nun abnehmen. Wir tun, wie uns geheißen und es ändert sich: nichts. Die eigene Hand vor Augen können wir höchstens erahnen. Das Warten hat sich also für unsere Tischnachbarn nicht gelohnt. Wir, die wir schon Wasser im Glas und damit Erfahrung haben, geben reichlich Tipps. Der Vorteil an der Dunkelheit ist definitiv, dass niemand sieht,  wenn etwas daneben geht.

Kurz darauf steht eine Mitarbeiterin mit einem Servierwagen vor unserem Tisch – es ist Zeit für den ersten Gang. Wer am Tisch außen sitzt, bekommt die undankbare Aufgabe, die Teller weiterzureichen. Das klappt zwar eher langsam, aber dafür ohne Zwischenfälle. Wir alle haben den ersten Gang vor uns stehen, das Besteck in der Hand und legen zaghaft los. Angeblich verzichtet ein Großteil der Dinner-in-the-Dark-Gäste noch während des ersten Gangs für den Rest des Abends auf Messer und Gabel. Wir versuchen, zumindest anfangs den Anstand zu wahren. Auf der anderen Seite ist es echt schwierig und eigentlich ja auch egal, uns sieht ja keiner. Wir legen es beiseite.

Herauszufinden, was auf dem Teller liegt, wird aber auch ohne das Besteck nicht einfacher. Fleisch, Fisch oder vielleicht Gemüse? Wir führen die Hand zum Mund, wir beißen, kauen und schmecken – aber wir schaffen es nicht, alle Zutaten zu erraten, trotz des regen Austauschs mit den anderen Gästen. Ein ganz klarer Vorteil an einem Dinner in the Dark ist, dass man wahrscheinlich nirgendwo so schnell mit den anderen Gästen ins Gespräch kommt. Wer bei Willkommens-Drink in der Lobby allerdings nicht aufgepasst hat, weiß ganz sicher nicht, wie das Gegenüber aussieht, mit dem er sich gerade unterhält. In dem dunklen Raum entwickelt sich eine bunte Rate-Runde, was die Vorspeise angeht. Klar, den Salat erkennen wir an der Konsistenz und beim Schinken hilft uns die Nase. Aber der Rest der Antipasti? Geschmack, Gehör oder Gefühl bringen uns nicht wirklich weiter, wir bräuchten dringend Augen, eins mindestens.

Der Gang geht wie er gekommen ist, über unsere Nachbarn ganz vorne am Tisch zurück auf den Servicewagen. Wir üben, und wir werden zumindest darin besser. Wir nutzen die kurze Pause für eine angeregte Diskussion über das, was wir gerade gegessen haben und sind uns einig, dass für acht Leute am Tisch mindestens acht verschiedene Vorspeisen serviert worden sind.

Dann gibt es Suppe und wir sind unsicher, ob wir uns zum Löffel oder den Löffel zum Mund führen sollen. Die Suppe ist jedenfalls nicht heiß, niemand verbrennt sich die Zunge. Es schmeckt exotisch, aber wirklich festlegen will sich niemand. Beim dritten Gang haben die ersten schon einen vollen Magen, schließlich haben wir alle Teller komplett leer gemacht in der irren Hoffnung, unser Essen doch noch identifizieren zu können. Es gibt Gemüse, so viel ist klar, und Fleisch. Aber welches? Wir könnten nicht einmal Huhn von Rind unterscheiden. Oder ist es vielleicht doch Fisch? Uneinig geben wir unsere Teller zurück, inzwischen schon mit einer gewissen Routine. Wir warten auf den vierten Gang.

Der ist auch gleichzeitig letzte, es gibt ein leckeres Dessert. Darüber herrscht Einigkeit am Tisch, aber wir wissen nicht, was es ist – auch da sind wir uns einig. Schokolade und Obst erkennen alle, aber da ist mehr. Wir testen, wir schmatzen sogar, wir raten. Wir verwerfen Ideen, wir probieren gegenseitig. Kann ja sein, dass sich die Küche tatsächlich einen Spaß erlaubt und jedem etwas anderes serviert. Wir kommen nicht drauf und geben unsere leeren Teller zurück. Kaum stehen die auf dem Wagen, kommt die Warnung, dass nun Kerzen entzündet werden. Ein paar Sekunden sind wir tatsächlich geblendet, wir kneifen die Augen zusammen, obwohl nur ein Teelicht brennt.

Ganz langsam gewöhnen wir uns wieder an die Helligkeit und werden aus dem Saal geleitet. Draußen vor der Tür steht ein Wagen und auf diesem Wagen stehen alle Gänge des Abends:

- Salat, Tomate, Schinken vom Bentheimer Landschwein

- Apfel-Meerrettich-Suppe

- „Surf & Turf“: Schweinefilet, gefüllt mit einer Riesengarneele, dazu Gemüse und Bratkartoffeln

- Tiramisu, braune und weiße Schokoladen-Mousse, garniert mit Melone und Waldbeeren

Wir stellen fest: Unsere Trefferquote liegt bei unter 50 Prozent. Der Besuch des Dinners lässt sich wunderbar kombinieren mit einer Übernachtung in einem der 62 Themenzimmer des Hotels – oder in einer der luxuriösen, zweigeschossigen Suiten. Mehr Infos zum „Dinner in the Dark“ und zum Geschenkgutschein für das Event gibt es unter:

www.dinner-in-the-dark-muenster.de  oder beim Landhotel Beverland,

Tel. 02532-95680, info@beverland.de

www.beverland-resort.de

Dinner in the Dark im Hotel Beverland

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