Diskussionen im Netz
Aufregung über offene Geschäfte und große Menschengruppen

Münsterland -

"Bleibt zuhause!" - Das fordern nicht nur Ärzte und die Politik, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Doch nicht alle halten sich daran. Im Netz macht sich Unverständnis für die "Unbelehrbaren" breit.

Mittwoch, 18.03.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 18.03.2020, 17:09 Uhr
Diskussionen im Netz: Aufregung über offene Geschäfte und große Menschengruppen
Am Dienstagmittag genossen viele Menschen die Frühlingssonne. Nicht immer hielten sie dabei einen Abstand von zwei Metern ein. Foto: Oliver Werner

Große Menschengruppen an den Seen im Münsterland, lange Schlangen vor den Eisdielen, volle Tische in den Cafés. In den sozialen Netzwerken werden diese Zustände aktuell scharf kritisiert.

Komplette Ausgangssperre wird gefordert

"Wenn ihr so weiter lebt, wird es keine Chance mehr geben, das gewohnte und luxuriöse Leben irgendwann wieder zu genießen. Warum ist das so schwer zu verstehen?", fragt ein Facebook-Nutzer und erhält dafür viel Zustimmung. "Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass die Appelle der Regierung nicht in der richtigen Form formuliert sind. Ich kann es nicht fassen, wie tumb manche Menschen sein können. Es geht bei dieser Krise nicht um eine einfache Grippe", schreibt ein anderer User in einer Gruppe.

In den sozialen Netzwerken wird zunehmend eine komplette Ausgangssperre gefordert. "Anders verstehen es die Menschen ja nicht", heißt es.

Kritik an Geschäftsöffnung

In einer Facebook-Gruppe mit Bürgern der Gemeinde Laer zum Beispiel wurde am Mittwochmorgen die Öffnung eines Sonderposten-Marktes stark kritisiert. Dort habe es lange Schlangen und großen Andrang gegeben. Das Unternehmen wehrte sich umgehend auf seiner Facebook-Seite und argumentierte damit, dass man Desinfektionsmittel für jeden anbiete würde.

Das Facebook-Video wird geladen

Andere Nutzer in den Sozialen Netzwerken zeigten Unverständnis für die unklaren Regelungen und die Einordnung von Geschäften als "systemrelevant" oder nicht. "Warum darf ein Friseur noch öffnen?", wurde mehrfach gefragt. Das sei schließlich nicht lebensnotwendig und gehöre auch nicht zu täglichen Dingen, die die Menschen brauchen würden, heißt es zum Beispiel auf Facebook.

Appelle an die "Unvernünftigen"

Immer wieder wird im Netz an die "Vernunft aller" appelliert, die Hashtags #Stayathome, #Stayhomechallenge oder #FlattenTheCurve trenden regelmäßig bei Twitter.

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