Kirchengemeinde und Flüchtlingshilfe
Gutscheine sollen in Dülmen Tafelbesuch ersetzen

Dülmen -

Wie kann Tafel-Kunden geholfen werden, selbst wenn die Tafel wegen der Corona-Krise geschlossen bleibt? Eine Antwort haben jetzt die Dülmener Kirchengemeinden: Sie verteilen von Mittwoch bis Samstag Einkaufsgutscheine.

Dienstag, 24.03.2020, 17:33 Uhr aktualisiert: 24.03.2020, 18:23 Uhr
Kirchengemeinde und Flüchtlingshilfe: Gutscheine sollen in Dülmen Tafelbesuch ersetzen
Seit dem 17. März ist die Dülmener Tafel geschlossen. Als Hilfe für die Kunden haben die Kirchen jetzt eine gemeinsame Aktions ins Leben gerufen Foto: privat

Seit dem 17. März ist die Dülmener Tafel geschlossen - wegen der Corona-Krise. Ein völlig nachvollziehbarer Schritt, sagt Pastoralreferent Christian Rensing . Schließlich gehe es darum, sowohl die Kunden als auch die Ehrenamtlichen, von denen viele zur Risikogruppe gehören, zu schützen. Nur: Wie können die knapp 1000 Tafel-Kunden trotzdem unterstützt werden? „Gerade zum Monatsende hin ist die Not groß“, betont Rensing.

Daher haben die Dülmener Kirchengemeinden, katholische wie evangelische, gemeinsam überlegt, wie in dieser Lage geholfen werden kann. „Wichtig ist, dass wir dabei die Kontakt-, Versammlungs- und Hygieneregeln beachten“, erläutert Rensing. Am Ende stand diese Idee: Die Kirchen werden, unterstützt von der Ökumenischen Flüchtlingsinitiative, Einkaufsgutscheine an Sozialbedürftige ausgegeben. Und das läuft wie folgt: Ab Mittwoch und bis einschließlich Samstag werden die Gutscheine jeweils von 9 bis 15 Uhr am Evangelischen Gemeindezentrum ausgegeben. „Wir bitten darum, dass die Bedürftigen kommen, die Probleme haben, zum Monatsende mit den Lebensmitteln über die Runden zu kommen“, appelliert der Pastoralreferent.

Aktion findet zunächst bis Samstag statt

Bei der Gutschein-Ausgabe sei natürlich wichtig, dass die Abstandsregeln eingehalten werden. Daher sollte nur jeweils eine Person pro Familie kommen, betont Rensing. Mitgebracht werden müssten der Tafelausweis oder der Sozialhilfebescheid. Und: „Wir bitten darum, dass sich die Leute auf die Tage verteilen“, sagt der Pastoralreferent. „Es wird an allen Tagen eine Ausgabe geben. Wir werden dafür sorgen, dass alle, die kommen, auch Unterstützung erhalten“, verspricht er. Rensing ergänzt: „Das ist eine einmalige Hilfe. Wir werden eine Liste führen und alles dokumentieren.“

Zahlen zur Höhe der Einkaufsgutscheine will Rensing nicht nennen. Wohl aber, dass diese ausreichend seien. Bei der Finanzierung der Aktion gehen die Kirchengemeinden zunächst in Vorleistung. „Wir haben aber ein Spendenkonto bei der Zentralrendantur eingerichtet“, hoffen Rensing und seine Mitstreiter auf Unterstützung, zum Beispiel von Service Clubs oder der Bürgerstiftung. Und natürlich von den Bürgern. „Da setzen wir auf die Solidarität der Dülmener Bevölkerung, die sich ja schon oft gezeigt hat.“ Geplant ist, dass die Aktion zunächst bis Samstag stattfindet. „Wir werden das im Anschluss dann auswerten.“ Ob Ende April erneut Einkaufsgutscheine verteilt werden sollen, dazu will Rensing keine Vorhersage treffen. „Das werden wir in Ruhe überlegen. Wir hoffen natürlich, dass die Tafel irgendwann wieder öffnen kann.“ Was die Organisatoren versprechen: „Wenn wir am Ende Geld übrig haben werden, wird es an die Tafel gespendet.“

Das droht bei Verstößen gegen die Corona-Verordnungen

1/10
  • Bei Zusammenkünften von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit, die nicht direkt verwandt sind, werden 200 Euro von jedem Beteiligten fällig.

    Foto: dpa
  • Der Verzehr von Außer-Haus-Speisen näher als 50 Meter am Restaurant oder Imbiss kostet 200 Euro.

    Foto: dpa
  • Verstöße gegen das Besuchsverbot in Krankenhäusern und Altenheimen kosten 200 Euro.

    Foto: dpa
  • Wer die Hygiene-Vorkehrungen bei einer Beerdigung nicht einhält oder den Mindestabstand von 1,5 Meter bricht, zahlt 200 Euro.

    Foto: dpa
  • Verbotenes Picknicken oder Grillen kostet 250 Euro pro Teilnehmer.

    Foto: dpa
  • Wer trotz Verbots Sportveranstaltungen organisiert, zahlt 1000 Euro.

    Foto: dpa
  • Wer ein Restaurant weiterhin betreibt, muss 4000 Euro zahlen.

    Foto: dpa
  • Für das Betreiben einer Bar, Diskothek oder eines Fitnessstudios werden 5000 Euro fällig.

    Foto: dpa
  • Öffentliche Ansammlungen von mehr als zehn Menschen werden als Straftat angesehen und mit Geld- oder Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren geahndet.

    Foto: dpa
  • Für die Teilnahme an einer nicht gestatteten Veranstaltung werden 400 Euro verhängt.

    Foto: dpa
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7341967?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F1604524%2F7298845%2F
Nachrichten-Ticker