Gesundheit
Viele Einzelhändler bereiten Ladenöffnung am Montag vor

Am Montag kann es für viele kleine Einzelhändler wieder losgehen. Sie bereiten ihre Läden nach wochenlanger Zwangspause auf die neuen Bedingungen vor. In NRW gilt das auch für große Möbelhäuser. Andere große Läden müssen geschlossen bleiben. Das sorgt für Streit.

Samstag, 18.04.2020, 09:49 Uhr aktualisiert: 18.04.2020, 17:16 Uhr
Andreas Pinkwart (FDP), Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen.
Andreas Pinkwart (FDP), Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen. Foto: Federico Gambarini

Düsseldorf (dpa/lnw) - Viele Einzelhändler in Nordrhein-Westfalen bereiten sich nach der corona-bedingten Zwangspause auf den Verkauf unter strengen Hygienevorschriften vor. Ab Montag dürfen Geschäfte mit einer Verkaufsfläche bis 800 Quadratmeter wieder öffnen. Schon am Freitag waren in etlichen Läden Inhaber und Mitarbeiter damit beschäftigt, Schilder an den Scheiben anzubringen, die Regale mit neuer Ware einzuräumen oder das Schaufenster völlig neu zu gestalten.

In Düsseldorf stellte sich beispielsweise die Inhaberin eines Geschäfts für fair gehandelte Bio-Mode auf die Wiedereröffnung nach vier langen Wochen Zwangspause ein. «Ich habe Masken bestellt und halte Desinfektionsmittel für meine Kunden bereit», berichtete Geschäftsfrau Margarete Riemer . Sie beklagte Umsatzeinbußen von mehr als 80 Prozent trotz eines Lieferservices für ihre Kunden.

Die Bund-Länder-Einigung, dass alle Geschäfte bis zu 800 Quadratmetern Größe wieder öffnen dürfen, umfasst laut einer Kölner Studie über 80 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes und sichert somit viele Existenzen. Allerdings gibt es auch Streit um die Begrenzung auf 800 Quadratmeter und eine Sonderregelung in Nordrhein-Westfalen, nach der auch größere Einrichtungshäuser wieder für Kunden öffnen können.

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hatte am Freitag den nordrhein-westfälischen Sonderweg noch einmal verteidigt, Einrichtungshäuser ohne Größenbeschränkung wieder öffnen zu lassen. Das habe für NRW «besonders gute Gründe.» 62 Prozent aller in Deutschland verkauften Kücheneinrichtungen würden hier hergestellt.

Ob die bislang gültigen und neuen Regelungen ab der kommenden Woche juristisch haltbar sind, müssen die NRW-Gerichte vermehrt entscheiden. So wendet sich der Warenhaus-Konzern Galeria Karstadt Kaufhof gegen die durch die Corona-Schutzverordnung des Landes bedingte Schließung seiner Häuser. Das NRW-Oberverwaltungsgericht will dazu ab der nächsten Woche eine Entscheidung treffen.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte die Begrenzung auf Geschäfte mit bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche kritisiert. Ein mittelgroßes Bekleidungsgeschäft oder Elektronikhändler etwa hätten weiter geschlossen, Schuh- und Haushaltswarengeschäfte dürften aber wieder öffnen. Lockerungen der Ladenschließung dürften sich nicht an Betriebsgrößen oder Verkaufsflächen festmachen, so der Verband.

In den vergangenen Wochen hatten Supermärkte und Drogerien einen Kundenansturm erlebt. In NRW dürfen laut einer Verordnung «Geschäfte des Einzelhandels für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste sowie Geschäfte des Großhandels» über die bestehenden gesetzlichen Regelungen hinaus an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 18 Uhr öffnen. Das gilt nicht für den 1. Mai. Allerdings hatten bisher Supermarktketten keine Absicht zu einer Sonntagsöffnung erklärt.

 

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