CDU-Politiker sorgt für Debatten
„Meine Angst ist aber begrenzt“

Mit eindringlichen Worten hat sich Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zu Wort gemeldet. Er warnte vor einem Kippen der Stimmung in der Bevölkerung.

Sonntag, 26.04.2020, 17:02 Uhr aktualisiert: 26.04.2020, 18:14 Uhr
Wolfgang Schäuble.
Wolfgang Schäuble. Foto: Florian Gaertner/photothek.net

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat in einem Interview mit dem „ Tagesspiegel “ vor einem „Kippen der Stimmung“ in der Bevölkerung angesichts der Dauer der verhängten Maßnahmen gewarnt. „Es wird schwieriger, je länger es dauert“, sagte der CDU-Politiker. Der Weg zurück aus dem Stillstand sei viel schwieriger. Man müsse vorsichtig Schritt für Schritt vorgehen und bereit sein, zu lernen. „Wir dürfen nicht allein den Virologen die Entscheidungen überlassen, sondern müssen auch die gewaltigen ökonomischen, sozialen, psychologischen und sonstigen Auswirkungen abwägen“, mahnte der 77-Jährige.

Der Staat müsse für alle die bestmögliche gesundheitliche Versorgung gewährleisten. Aber Menschen würden weiter auch an Corona sterben, so Schäuble wörtlich. „Mit allen Vorbelastungen und bei meinem Alter bin ich Hochrisikogruppe. Meine Angst ist aber begrenzt. Wir sterben alle. Und ich finde, Jüngere haben eigentlich ein viel größeres Risiko als ich.“

Zudem warnte Schäuble, der lange Jahre Bundesfinanzminister war und sich stets für einen ausgeglichenen Haushalt eingesetzt hatte, vor einer Überbelastung des Staates. „Der Staat kann aber nicht auf Dauer den Umsatz ersetzen.“

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