Zweite Corona-Welle
Montgomery sorgt sich um politischen Mut

Berlin -

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery sorgt sich für den Fall einer zweiten oder dritten Corona-Welle um die Entschlossenheit einiger Ministerpräsidenten.

Freitag, 08.05.2020, 07:36 Uhr aktualisiert: 08.05.2020, 07:40 Uhr
Zweite Corona-Welle: Montgomery sorgt sich um politischen Mut
Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery (Präsident der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages) bei der Eröffnung des 122. Deutschen Ärztetages 2019 am 28. Mai 2019 in der Halle Münsterland. Foto: Gunnar A. Pier

„Mit dem gleichen Mut, mit dem die Ministerpräsidenten jetzt die Lockerungen durchsetzen, müssen sie die Lockerungen dann auch wieder zurücknehmen“, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). „Meine große Sorge ist, dass einigen Ministerpräsidenten dieser Mut fehlen könnte.“

„Die Lockerungen gehen sehr weit. Wichtig ist deshalb jetzt, das Infektionsgeschehen genau zu beobachten“, sagte der Weltärztepräsident mit Blick auf die zahlreichen Lockerungspläne der Bundesländer für die Corona-Einschränkungen. Es werde in den kommenden Wochen und Monaten zu regionalen Ausbrüchen kommen. Eine zweite Welle kommt aus Sicht von Montgomery mit Sicherheit. „Möglicherweise auch eine dritte.“

Zu „Bild“ sagte Montgomery: „Wer die Traute hat, viel zu lockern, muss auch den Mumm haben, viel zurückzufahren, falls die zweite Welle kommt.“ Er fügte an: „Hoffentlich stammt der Mut zu den "Lockerungsübungen" nicht allein aus dem Schönheitswettbewerb der Ministerpräsidenten. Und sollten die Zahlen dann wieder ansteigen, muss man konsequent und hart reagieren.“ Das könne auch „regional begrenzt“ werden, Montgomery wären demnach aber „bundeseinheitliche, klare Vorgaben wesentlich lieber gewesen“.

Die Lockerungen in NRW

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  • Wenige Minuten nach Kanzlerin Angela Merkel trat auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet vor die Mikrofone. Er verkündete am Mittwochnachmittag (6. Mai) zahlreiche und weitreichende Lockerungen für sein Bundesland.

    Foto: Marcel Kusch
  • Für all die Lockerungen in NRW gilt ein Grundsatz: Monitoring und Evaluation der Fallzahlen seien das A und O für die künftige Entwicklung, betonte Ministerpräsident Armin Laschet.

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  • Laschet kündigte zudem an, die Anzahl der Tests deutlich zu erhöhen und gleichsam auf eine Abstimmung mit Belgien und den Niederlanden zu achten.

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  • Alle Grundschüler in NRW sollen ab dem 11. Mai in einem tageweisen Wechsel in die Klassenräume zurückkehren. Viertklässler kehren schon an diesem Donnerstag teilweise zurück. Noch keine näheren Zusagen gab es für Kitas.

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  • Ab dem 20. Mai können Freibäder öffnen - allerdings mit Ausnahme von Spaßbädern. 

    Ab dem 30. Mai dürfen Sportbegeisterte auch in Sparten mit unvermeidbarem Körperkontakt wieder ihren Sport ausüben. Auch die Hallenbäder dürfen ab dem 30. Mai wieder den Betrieb aufnehmen.

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  • Gaststätten dürfen in Nordrhein-Westfalen ab dem 11. Mai wieder öffnen. Die Erlaubnis gilt für den Innen- und den Außenbereich. 

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  • Hotels dürfen ab dem 21. Mai wieder für Touristen öffnen. Voraussetzungen sind die Einhaltung des Sicherheitsabstands sowie ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept.

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  • Nordrhein-Westfalen erlaubt schon ab Donnerstag (7. Mai) wieder kontaktlosen Breitensport und den Trainingsbetrieb im Freien. Voraussetzung ist die Einhaltung von 1,5 Metern Abstand zwischen den Sportlern.

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  • Theater, Opern und Kinos dürfen ab dem 30. Mai unter Auflagen wieder öffnen. Der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Besuchern müsse gewährleistet werden. Durch den verstärkten Einsatz von Ordnern seien Ansammlungen im Warte- und Pausenbereich zu verhindern.

    Foto: Oliver Werner
  • Fitnessstudios, Tanzschulen und Kursräume von Sportvereinen können ab dem 11. Mai unter strengen Auflagen aufmachen. 

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  • VHS-Kurse, Jugendeinrichtungen und Ähnliches werden ab Montag unter Schutzauflagen wieder starten können. Es sollen maximal 100 Menschen gleichzeitig vor Ort sein.

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