Corona
Zahlreiche neue Hygieneregeln in NRW

NRW lockert die Corona-Regeln für diverse Freizeitaktivitäten. Doch der Spaß wird gebremst. Es gibt strenge Vorgaben, die selbst den Mindestabstand von Iso-Matten im Zeltlager berücksichtigen. Auch Bus-Reisen werden herausfordernd: Die Toiletten bleiben dicht.

Donnerstag, 28.05.2020, 06:28 Uhr aktualisiert: 28.05.2020, 18:02 Uhr
Blick auf den Plenarsaal des NRW-Landtags.
Blick auf den Plenarsaal des NRW-Landtags. Foto: Federico Gambarini

Düsseldorf (dpa/lnw) - Musiker, Kinogänger, Jugendliche und Busreise-Fans können sich freuen: Ab Samstag ist für sie vieles wieder erlaubt - aber mit Einschränkungen. Das Gesundheitsministerium hat strenge Hygieneregeln aufgestellt. So müssen Trompeter zum Beispiel einen Plopp- oder Schallschutz benutzen. In Reisebussen bleiben die Toiletten verschlossen. Im Kino gilt der Mindestabstand. Bei Ferienfreizeiten sollen «Bezugsgruppen» von etwa 10 Kindern oder Jugendlichen gebildet werden.

KINO, THEATER UND OPER: Theater, Opern oder Kinos dürfen in ihre Säle bis zu einem Viertel der normalen Zuschauerkapazität lassen, höchstens aber 100 Menschen. Zwischen allen muss - wenn sie nicht zum Beispiel aus einem Haushalt stammen - der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. «Bei Aufführungen mit Sprechtheater, Musik mit Blasinstrumenten oder Gesang muss der Abstand zwischen Publikum und Bühne mindestens 3 Meter betragen», heißt es in der neuen Schutzverordnung.

Diese Lockerungen gelten ab Samstag in NRW

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  • Vom Pfingstwochenende an gibt es nach wochenlanger Corona-Zwangspause wieder mehr Freizeitmöglichkeiten für die Menschen in Nordrhein-Westfalen. Ab Samstag (30. Mai) dürfen zahlreiche Einrichtungen - natürlich unter strengen Hygieneregeln - wieder ihr Türen öffnen. Auch mehr Menschen dürfen sich draußen treffen. Eine Übersicht.

    Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
  • KONTAKTBESCHRÄNKUNGEN: Die bestehenden Kontaktbeschränkungen werden gelockert, damit sich neben den bisher möglichen Konstellationen (Familie oder zwei Haushalte) eine Gruppe von bis zu zehn Personen im öffentlichen Raum treffen darf. Voraussetzung: Die Rückverfolgbarkeit der am Treffen beteiligten Personen ist sichergestellt.

    Foto: Christoph Schmidt/dpa
  • SPORT: Personengruppen, die sich im Rahmen der Kontaktbeschränkungen treffen dürfen, wird auch der nicht-kontaktfreie Sport im Freien wieder gestattet. Auch Wettbewerbe im Breiten- und Freizeitsport im Freien sind unter Einhaltung eines Hygiene- und Infektionsschutzkonzepts wieder zulässig. Der Sport-, Trainings- und Wettkampfbetrieb mit unvermeidbarem Körperkontakt bleibt untersagt. Bahnen-Schwimmbecken, auch in Hallenbädern, können ihren Betrieb wiederaufnehmen.

    Foto: dpa
  • MESSEN: Fachmessen und Fachkongresse können mit Schutzkonzepten und beschränkter Besucher- und Teilnehmerzahl wieder stattfinden.

    Foto: David Young/dpa
  • KULTUR: Kinos, Theater, Oper und Konzerthäuser dürfen wieder öffnen, sofern der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Besuchern gewährleistet ist und es ein Zutrittskonzept gibt. Ein besonderes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept ist notwendig, wenn mehr als ein Viertel der regulären Zuschauerkapazität oder mehr als 100 Personen zuschauen sollen. Wenn es weniger Personen sind, müssen dennoch die Hygienevorgaben eingehalten werden.

    Foto: Klaus Meyer
  • FERIENANGEBOTE: Busreisen sind unter den Bedingungen des Infektionsschutzes wieder möglich. Schüler können ihre Sommerferien wieder mit Tagesausflügen, Ferienfreizeiten, Stadtranderholung und Fernreisen unter Einhaltung der Hygiene- und Schutzvorschriften verbringen.

    Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

MUSIKER: Vor allem Blasmusiker bekommen viele Regeln auferlegt. Ihr Metier gilt als besonders Aerosol-intensiv. In den Handreichungen des Gesundheitsministeriums heißt es unter anderem: «Die Reinigung von Blasinstrumenten soll, wenn möglich, nicht in den Konzert- oder Übungsräumen erfolgen. Das bei Blechblasinstrumenten während des Spielens entstehende Kondenswasser gemischt mit Speichel ist als potenziell infektiös anzusehen und muss mit Einmaltüchern aufgefangen werden. Ein bloßes «Ausblasen» ist zu unterlassen.» Blechblas-Instrumente brauchen ansonsten einen Plopp- oder Schallschutz.

BUSREISEN: Fahrgäste müssen sich vor jedem Betreten des Busses die Hände waschen oder desinfizieren. «Auf nicht kontaktfreie Begrüßungsrituale (Händeschütteln etc.) ist zu verzichten.» Jeder Fahrgast bekommt einen festen Platz. Die Fahrgäste sind beim Ein- und Ausstieg sowie beim Aufstehen verpflichtet, eine Mund-Nase-Maske zu tragen. «Bordtoiletten bleiben außer Betrieb.» Am Ziel müssen durch das Personal «Kontaktstellen wie z.B. Haltegriffe, Armlehnen und Klapptische desinfiziert oder mit einem Haushaltsreiniger gereinigt» werden.

FERIENFREIZEITEN: Kinder und Jugendliche dürfen wieder zu Ferienfreizeiten oder in die Stadtranderholung. Ungetrübter Spaß wird das allerdings nicht: «Aktivitäten mit direktem Körperkontakt sollten auf ein Minimum beschränkt werden», heißt es in den Hygieneregeln. «Bei größeren Gruppen von mehr als 15 Teilnehmenden sind feste Bezugsgruppen zu bilden» - die dann vom Mindestabstand befreit sind. Treffen sie auf eine andere Gruppe, gilt wieder das Abstandsgebot.

«Soweit der Mindestabstand aufgrund räumlicher Verhältnisse oder zwingender programmbedingter Abläufe nicht eingehalten werden kann, ist das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung vorzugeben.» Die Teilnehmer müssen daher immer eine Maske dabei haben. Die Betreuer müssen Ersatz parat haben. «Die Belegung von Zimmern/ Zelten darf höchstens mit der halben maximalen Kapazität unter Einhaltung des Mindestabstands der Betten/Isomatten o.ä. erfolgen.»

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