Jahreswechsel
NRW-Regierungsparteien wollen Feuerwerk zu Silvester

Sankt Martin und Karneval sind wegen Corona schon gestrichen. Müssen auch Feiern und Feuerwerk zu Silvester wegen der Pandemie ausfallen?

Sonntag, 15.11.2020, 17:07 Uhr aktualisiert: 15.11.2020, 17:12 Uhr
Ein Feuerwerk explodiert vor dem Düsseldorfer Rheinturm.
Ein Feuerwerk explodiert vor dem Düsseldorfer Rheinturm. Foto: David Young

Düsseldorf (dpa/lnw) - Keine großen Partys, aber wenigstens ein Feuerwerk: Die Regierungsfraktionen von CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen wollen, dass Silvester trotz Corona-Pandemie mit Böllern, Raketen und zumindest im kleinen Kreis gefeiert werden kann. «Seit Monaten werden wir in der Politik gefragt, was wir alles absagen wollen oder eher müssen - Bundesliga, Festivals, Sankt Martin, Karneval », sagte der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Peter Preuß, der Rheinischen Post (Onlineausgabe). «Ich kann Ihnen versichern: Niemand will den Jahreswechsel verbieten.»

Christof Rasche, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion, sprach sich gegen ein Feuerwerksverbot, wie es in den Niederlanden geplant ist, aus. «Privates Feuerwerk und Böllern zu verbieten, wäre aus Sicht derFDP-Landtagsfraktion überzogen», sagte er der Zeitung. «Ich kann gut verstehen, wenn Menschen dieses verrückte Jahr wenigstens mit einer Party ausklingen lassen wollen.» Silvester müsse aber in diesem Jahr wegen der Pandemie anders gefeiert werden als sonst. «Ob das im kleinen Rahmen mit guten Hygienekonzepten möglich ist, hängt vonder Entwicklung der Infektionszahlen ab.»

Auch der Städte- und Gemeindebund NRW sprach sich gegen ein generelles Verbot von Feuerwerken und Böllern zu Silvester aus. «Natürlich müssen wir in Corona-Zeiten sehr genau hinschauen, was an Silvester möglich ist», sagte Präsident Roland Schäfer der Deutschen Presse-Agentur. «Große Partys können wir uns aus dem Kopf schlagen, so viel ist sicher. Aber deswegen sollten wir nicht direkt landesweit das Abbrennen von Feuerwerk verbieten.»

In vielen Kommunen habe es in den Vorjahren keine ernsthaften Probleme weder mit Feinstaubbelastung noch mit Menschenansammlungen oder schweren Verletzungen zu Silvester gegeben. «Ein generelles Böllerverbot wäre daher überzogen.» Dies sollte laut Schäfer nur in den Städten eine Option sein, in denen die Corona-Infektionslage auch im Dezember extrem kritisch sei. «Die Kommunen haben das im Blick und werden prüfen, ob weitere Einschränkungen vor Ort notwendig sind.»

In Berlin hatten die Grünen mit Blick auf die Infektionslage gefordert, an Silvester neben großen Partys auch das Feuerwerk zu verbieten. Deutschland solle dem Vorbild der Niederlande folgen, hieß es bei den Berliner Grünen. Die NRW-Grünen sehen das anders: «Wenn vor Ort zentrale Feuerwerke so organisiert werden, dass größere Menschenansammlungen ausbleiben und Abstandsregeln eingehalten werden, können diese eine sinnvolle Alternative zur Böllerei auf öffentlichen Plätzen und Straßen sein», sagte Landtagsfraktionschefin Verena Schäffer der «Rheinischen Post».

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