Corona-Impfung
„Alles spricht dafür, dass diese Impfstoffe ausgesprochen unproblematisch sind“

Münster/Köln -

Veränderungen am Erbgut durch den mRNA-Impfstoff? Unfruchtbarkeit als Nebenwirkung? Elektro-Chips, die mit eingepflanzt werden? Dr. Thomas Hoppe, Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, winkt ab: „Die Impfung ist sicher.“ Von Martin Ellerich
Freitag, 22.01.2021, 20:40 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 22.01.2021, 20:40 Uhr
Corona-Impfung: „Alles spricht dafür, dass diese Impfstoffe ausgesprochen unproblematisch sind“
Mythen zum Corona-Impfstoff auf dem Prüfstand: Mediziner Dr. Hoppe spricht über an den Haaren herbeigezogene und tatsächliche Risiken der Impfung. Foto: dpa

„Es gibt eigentlich keinen Grund, sich nicht impfen zu lassen“, sagt Dr. Thomas Hoppe. Der Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie arbeitet im Kölner Labor Dr. Wisplinghoff, das zurzeit rund um die Uhr mit Coronatests beschäftigt ist. Mit ihm hat unser Redaktionsmitglied Martin Ellerich über Risiken und Mythen zur Impfung gesprochen.

Das Prinzip der mRNA-Impfstoffe beruht darauf, dass man Erbinformation des Virus in meine Körperzellen bringt. Kann das mein Erbgut verändern?

Hoppe: Eindeutig: Nein! Denn das, was in die Zelle eingebracht wird mit der mRNA, ist nur eine Information, bestimmte Eiweiße zu produzieren, wie sie in den typischen Spikes des Coronavirus vorkommen. Auf diese Eiweiße kann das Immunsystem dann reagieren und eine Abwehr aufbauen.

Diese RNA kann nicht in unsere DNA, unsere Gene, eingebaut werden?

Hoppe: Nein, die menschlichen Zellen können die Information nicht in die eigene Erbinformation einbauen. Die menschliche Zelle hat die dafür notwendige Umschreibevorrichtung nicht. Und: Bei jeder natürlichen Infektion mit einem Virus wird Erbinformation (RNA oder DNA) in die Zelle gebracht, das führt auch nicht dazu, dass sich das Erbgut ändert. Eine Ausnahme sind Retroviren wie HIV, die bringen das für das Umschreiben notwendige Enzym mit. Das Coronavirus hat diese Fähigkeit nicht, und der Impfstoff erst recht nicht.

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Dr. med. Thomas Hoppe Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepide­miologie Foto: Labor Dr. Wisplinghoff

Beim Masernvirus war man stolz, dass die Entwicklung nur vier Jahre gedauert hat. Beim Corona-Impfstoff waren es nur zehn Monate. Sind Sie überzeugt, dass der Impfstoff sicher ist?

Hoppe: Die Impfung ist sicher. Das Prinzip dieser innovativen Impfstoffe ist seit den neunziger Jahren ausprobiert worden. Es gibt drei JahrzehnteErfahrung mit diesem Prinzip, das jetzt nur für ein neues Virus angewendet wird. Dann hat es sehr große Zulassungsstudien gegeben mit zwischen 30 000 und 40 000 Personen je Impfstoff. Die Daten sind extrem gut, was die Sicherheit angeht. Man muss keine großen Bedenken haben, was Nebenwirkungen angeht.

Welche Nebenwirkungen sind denn möglich? Es war bereits die Rede von Todesfällen im zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen.

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