Triathlon-Kolumne: Der rasende Reporter
Aufs Ankommen kommt’s an

Ahlen -

Nach sieben Monaten Vorbereitung ist nun der große Moment gekommen. Cedric Gebhardt startet am Sonntag in Sassenberg bei seinem ersten Triathlon. Unser Autor ist gespannt, was auf ihn zukommt.

Samstag, 04.08.2018, 05:00 Uhr

Cedric Gebhardt träumt schon mal von seinem ersten Triathlon am Sonntag in Sassenberg. Im Schlaf wird er den Wettkampf aber nicht absolvieren können. Unser Autor stellt sich darauf ein, dass es anstrengend wird.
Cedric Gebhardt träumt schon mal von seinem ersten Triathlon am Sonntag in Sassenberg. Im Schlaf wird er den Wettkampf aber nicht absolvieren können. Unser Autor stellt sich darauf ein, dass es anstrengend wird. Foto: Daniele Ferraro

So schnell ist gefühlt noch nie ein (halbes) Jahr vergangen. Im Januar habe ich mit der Vorbereitung auf meinen ersten Triathlon begonnen. Sieben mitunter anstrengende Monate später steht nun auch schon der Wettkampf vor der Tür.

Am Sonntag in Sassenberg gilt’s. In den vergangenen Tagen ist die Anspannung bei mir merklich gestiegen. Vorfreude wechselt sich mit Unsicherheit ab, Euphorie paart sich mit der Angst, nicht gewappnet zu sein.

Ziel: Zweistellig bleiben

Schon in den letzten Wochen musste ich mich immer wieder ermahnen, den Wettkampf nicht zu ernst zu nehmen. Gewinnen werde ich die Volksdistanz ohnehin nicht. Aufs Ankommen kommt’s an. Also ruhig Blut. Das werde ich schaffen. Wenn mich nicht gerade ein fetter Krampf plagt oder ich einen Fahrradunfall erleide, werde ich am Sonntag die Ziellinie überqueren.

Wenn möglich – so viel Ehrgeiz muss sein – sollte das in weniger als 100 Minuten der Fall sein. Ich möchte demnach gerne zweistellig bleiben. Die 700 Meter Schwimmen bin ich im Training bereits einige Male durchgekrault und habe dafür rund 18 Minuten benötigt. Im Feldmarksee plane ich aber lieber mal zwei Zeigerumdrehungen mehr ein, es ist ja immerhin ein Freigewässer.

Als Triathlet muss man für den Wettkampf an vieles denken – hier eine Gedächtnisstütze.

Als Triathlet muss man für den Wettkampf an vieles denken – hier eine Gedächtnisstütze.

Für die 23 Kilometer auf dem Rad kalkuliere ich mit 50 Minuten – auch das deckt sich mit meiner Geschwindigkeit im Training. Beim Laufen komme ich für die 5,4 Kilometer hoffentlich mit 25 Minuten hin. Allerdings war ich jüngst beim Koppeltraining – also dem Laufen nach dem Radfahren – deutlich langsamer. Hinzu kommt die Zeit, die ich in der Wechselzone benötige.

Kein Schmoren im Backofen

Natürlich spekuliere ich darauf, dass ich im Wettkampf durch Adrenalin und Zuschauer womöglich noch etwas schneller bin. Gegenüber den hochsommerlichen Temperaturen der letzten Tage fällt das Thermometer immerhin auf erträgliche 27 Grad Celsius. Wenigstens schmoren wir Teilnehmer also nicht in einem Backofen. Dennoch dürfte die Wärme aufs Tempo drücken.

Kurzum: Ich kann schwer abschätzen, was da in Sassenberg auf mich zukommt und wie sich meine Premiere anfühlen wird. Aber ich bin bereit, es herauszufinden. Neben der Hitze dürfte mich die Wechselzone vor eine Herausforderung stellen. Ich hoffe, ich kann mir merken, wo mein Rennrad steht. Ich wäre nicht der erste Triathlet, der dort nach seinem Stellplatz sucht und damit wertvolle Zeit vergeudet.

Gespannt aufs Freiwasserschwimmen

Gespannt bin ich auch darauf, wie es sich anfühlen wird, unter Wettkampfbedingungen im Freiwasser zu schwimmen. Anders als im Parkbad hat man im Feldmarksee bis auf ein paar Bojen keinerlei Markierungen, was die Orientierung erschwert. Glücklicherweise habe ich in den vergangenen zwei Wochen mit einigen Vereinskollegen vom ASC Ahlen bereits erste Erfahrungen im Freiwasser-Schwimmen bei Ausflügen zum Tuttenbrock-See in Beckum gesammelt. Dabei habe ich festgestellt, dass das Geradeaus-Schwimmen in einem See viel schwieriger ist als auf der Bahn.

In Sassenberg hoffe ich daher, dass mein innerer Kompass seinen Dienst mit höchster Gewissenhaftigkeit versieht. Nicht, dass ich vom Kurs abkomme und unnötig Meter mache.

Qualität kommt von Qual

In dieser Woche habe ich nur noch sehr moderat trainiert und zuletzt zwei Tage komplett frei gemacht. Ein komisches Gefühl nun nichts mehr tun zu können – außer warten. Mein Vereinskollege „Eggi“ Borgschulte ist im Training nicht nur für gute Leistungen, sondern auch für seine flotten Sprüche bekannt. Ein Mantra von ihm lautet: „Qualität kommt von Qual.“

Vermutlich werde auch ich mich bei meinem Debüt quälen müssen. Dennoch habe ich mir vor allem eines vorgenommen: Jeden Augenblick meines ersten Triathlons zu genießen.

Sollte ich finishen, kann ich eines schon jetzt unter Garantie sagen: Ich werde eine neue persönliche Bestzeit aufstellen. Das nenne ich gute Aussichten.

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