Bischofskonferenz in Münster
Zollitsch sensibilisiert Bischöfe für die Zukunft der Kirche

Münster -

Der Freiburger Alt-Erzbischof Robert Zollitsch (75), noch bis Mittwoch dieser Woche Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hat es qua Amt am eigenen Leib erfahren: „Es ist schwerer geworden, gemeinsam Absprachen zu treffen“, meinte er am Montag in seinem stets mit hintergründigem Zwinkern vorgetragenen Pressestatement. Nach wie vor gibt es also unterschiedliche Tendenzen und pastorale Abweichungen unter den deutschen Bistümern, und mancher Oberhirte lässt sich nicht gerne in seinen Sprengel hineinreden.

Montag, 10.03.2014, 16:03 Uhr

Alt-Erzbischof Robert Zollitsch stand am Montag zum letzten Mal den Journalisten Rede und Antwort. Nach sechs Jahren gibt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz das Amt in jüngere Hände.
Alt-Erzbischof Robert Zollitsch stand am Montag zum letzten Mal den Journalisten Rede und Antwort. Nach sechs Jahren gibt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz das Amt in jüngere Hände. Foto: Jürgen Peperhowe

Nicht von ungefähr hat Zollitsch deshalb für Dienstag eine zweieinhalbstündige Debatte angesetzt, die er nach eigenem Bekunden selbst einleiten wird. Da möchte er auf Papst Franziskus zu sprechen kommen, auf dessen Wunsch nach größerer Kollegialität der Bischöfe und nach Subsidiarität, nach mehr Mitverantwortung also in den Bischofskonferenzen und Bistümern. „Wir wollen dem neuen Vorsitzenden nicht zu viel aufbürden“, sagt Zol­litsch in seinem bekannt schnellen Tonfall, aber es wird in seinen Worten schon klar, dass kein Superbischof oder karrierebewusster Machtmensch gesucht wird, sondern ein Moderator, Sprecher und Brückenbauer, der den franziskanischen Vorgaben gerecht wird.

Zollitsch spricht die jüngsten Umfragen sowohl in der katholischen wie evangelischen Kirche an. Die Krisen, Konflikte und Abwanderungstendenzen. Damit nimmt er den bohrenden Fragen der Journalisten nach „den Favoriten“ oder dem „Vorkonklave“ geschickt den Wind aus den Segeln. Für ihn ist wichtig, dass sich Bischöfe und Gläubige „in Solidarität miteinander“ auf den Weg machen.

Auftakt der Deutschen Bischofskonferenz

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Es wird den Bischöfen in Münster nicht leicht fallen, die aufgehäuften Krisen und Probleme auf- oder sogar wegzuarbeiten. Immerhin: Noch in Münster soll ein neues Institut mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Missbrauchsskandals beauftragt werden. Der Vertrag mit dem Kriminologen Prof. Christian Pfeiffer war Anfang 2013 unter großem öffentlichen Aufschrei gekündigt worden. Weil offenbar gegenseitiges Vertrauen fehlte.

Keine abschließende Meinungsbildung wird es über den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst geben. Der Bericht der Untersuchungskommission wurde vor einer Woche durch Zollitsch und den Kommissionsvorsitzenden Manfred Grote, Weihbischof in Paderborn, in Rom an die Bischofskongregation übermittelt. Die beiden haben übrigens auch mit dem Limburger Bischof über das Ergebnis gesprochen. „Audiatur et altera pars – auch die andere Seite muss gehört werden“, unterstreicht Zollitsch, dem es nicht nur um ein faires Verfahren geht, sondern auch darum, dass „die Entscheidung in Rom nicht zu lange auf sich warten lässt“.

Schließlich möchten die Bischöfe ihren Blick weiten: Zollitsch zeigt sich besorgt über die Situation in der Ukraine und ruft dazu auf, „diplomatische Lösungen zu finden“. Weiter schweift der Blick nach Afrika, wo sich die Religionen feindlich ge­genüberstehen. Ein Studientag soll die aktuellen Probleme herausarbeiten helfen.

Vollversammlung der Weihbischöfe in Deutschland

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