Kardinal Marx im Porträt
Von Westfalen bis Bayern

Reinhard Marx (60) stammt aus Geseke in Westfalen. Er gilt als ebenso gesellig wie durchsetzungsstark, machtbewusst und sozialpolitisch klug. Zielstrebig verfolgte er seinen Weg durch das katholische Deutschland von Paderborn bis München. Bis heute hält er nicht nur Kontakt zu den Schützen in Geseke, sondern auch zum katholischen Studentenverband „Unitas“, dem er in Paderborn und Münster angehörte.

Mittwoch, 12.03.2014, 18:03 Uhr

Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising.
Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising. Foto: Jürgen Peperhowe

Als Doktorand mit Studien an der Universität Münster , als Rektor der Kommende in Dortmund und später als Professor für Christliche Gesellschaftslehre in Paderborn wandte er sich zielstrebig Fragen der Sozialethik und Sozialpolitik zu. Vielfach hat er seine Stimme gegen einen unbarmherzigen Markt und die Vorherrschaft des Kapitals erhoben.

Die Wahl des Münchner Kardinals an die Spitze der Bischofskonferenz liegt nahe, wenngleich viele vor einer kaum zu bewältigenden Ämterhäufung gewarnt hatten. Auf der anderen Seite wäre es nicht zu vermitteln gewesen, einen Bischof aus der zweiten Reihe dem Mann mit den zurzeit besten Kontakten zum neuen Papst vorzuziehen.

Erst vor wenigen Tagen hat ihn der Papst auch noch zum Koordinator des neuen vatikanischen Wirtschaftsrates ernannt. Und auch in der Kurienreformkommission mischt Marx mit. Er galt schon vor sechs Jahren als Kandidat für den Vorsitz, damals aber zogen es die Bischöfe vor, einen erfahreneren Mitbruder wie Robert Zollitsch zu wählen.

Marx ist nicht nur ein geselliger Typ und Freund guter Zigarren. Er ist in der Lage, prägnant und auf den Punkt hin zu formulieren, was ihn für die Anforderungen der Mediengesellschaft besonders qualifiziert. Der Sohn eines Schlossermeisters wurde 1996 zum Weihbischof in Paderborn ernannt. Im gleichen Jahr begann er als Professor für Christliche Gesellschaftslehre an der theologischen Fakultät in Paderborn. Diese akademische Position bekleidete er bis 2002. 2008 wurde er in sein Amt als Erzbischof von München und Freising eingeführt. Zuvor stand er an der Spitze des Bistums Trier. Im Oktober 2010 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Kardinal.

Im Zuge der Missbrauchsaffäre innerhalb der katholischen Kirche forderte Max „größtmögliche Transparenz“ und griff durch. Auch in der Frage der Seelsorge an wiederverheirateten Geschiedenen zeigt er sich durchaus reformorientiert.

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