Alle in einem Boot
Acht Redakteure waren drei Monate unterwegs in Richtung Fitness

Münster -

Acht Redakteure – ein Ziel: Fit werden in drei Monaten, so lautete der ambitionierte Titel des Selbstversuchs, der an diesem Wochenende ein halbwegs erbauliches Ende findet. Viele gute Vorsätze blieben den Beweis ihrer Alltagstauglichkeit schuldig, doch immerhin gab es auch vier Sportabzeichen zu feiern – und die achtfache Absichtserklärung, dem Thema Fitness auch in der Zukunft gewogen zu bleiben.

Sonntag, 19.07.2015, 14:07 Uhr

Alle in einem Boot : Acht Redakteure waren drei Monate unterwegs in Richtung Fitness
Der zweifache Weltmeister Mario Elias Acosta (r.) steuerte den Achter mit vier vergleichsweise blinden Passagieren (von vorn Ansgar Griebel, Mirko Ludwig, Carsten Voss und Anne Koslowski mit Sonnenbrille) sicher ins Ziel. Foto: Cengiz Sentürk

Die aktivste Aktive war zweifellos die einzige Frau im Bunde, die steile Wände erklomm, auf dem Surfbrett paddelte, segelte, ruderte und nicht nur ihr Sportabzeichen ablegte, sondern gleichzeitig auch ein paar Kilos. Dass Anne Koslowski sich dem Thema „Clean Eating“ verschrieben hatte, nährt zudem den Verdacht, das Fitness und Ernährung mehr miteinander zu tun haben, als ihre sieben Mitstreiter wahr haben wollten. Doch selbst die Vorzeigekandidatin war nicht zu 100 Prozent zufrieden: „Mein Ziel, fünf Kilo abzunehmen, habe ich nicht erreicht. Es sind zwei bis drei. Das finde ich etwas wenig dafür, dass ich fast vollständig von Süßigkeiten und Alkohol weg bin. Clean Eating werde ich versuchen weiterzuführen. Ich habe dadurch viele neue Lebensmittel entdeckt und meinem Körper ganz sicher etwas Gutes getan.“

Gut getan hat Mirko Ludwig in jedem Fall das Projekt „Plitsch Platsch“, das aus einem Beckenrandspringer einen ambitionierten Hobbyschwimmer geformt hat. „Ziel erreicht“, lautet sein Fazit. „Morgendliche Freibad-Besuche habe ich nunmehr sehr zu schätzen gelernt.“

Feuilletonist Harald Suerland machte die Erfahrung, dass regelmäßige Kurstermine geregelter Arbeitszeiten bedürfen – und seine Yoga-Karriere kurz nach dem ersten Sonnengruß auch schon wieder verabschiedet werden musste. Einen guten Start legte Uwe Renners hin, der unter dem Titel „Renners rennt“ seine Laufkarriere in Angriff nahm, dabei jedoch nicht bedachte, dass die Zeit bis zur ersten Verletzung in einem krassen Missverhältnis zur Dauer der dazugehörigen Genesung steht. Die guten Ansätze indes hat er konserviert und steht wieder in den Startlöchern.

In den Startlöchern verharrt auch Carsten Vogel, der zwar nicht seinen Körper auf Touren, aber immerhin die Wirtschaft ein wenig nach vorne gebracht hat. Dem Vernehmen nach soll das neue Fahrrad sogar schon benutzt worden sein. „Mein einziges Fitnesshighlight der vergangenen Woche war der Umzug und das Schleppen von an die 60 Kartons von der einen zur anderen Wohnung“, sagt der Chef der Online-Redaktion selbstkritisch.

Ein Höhepunkt der „Fit in den Sommer“-Aktion steht indes noch aus, wenn Carsten Voss  und Stefan Werding zum Finale ihrer „Bizeps-Battle“ antreten. Beide haben sich nicht hängen lassen: Wer mehr Klimmzüge schafft, gewinnt. „Ich bin überrascht, mit wie wenig Training ich in den vergangenen Wochen kräftige Erfolge gespürt habe. Das war sehr motivierend.“ Acht bis neun Klimmzüge hat Stefan Werding inzwischen drauf, was der Kollege Voss zu bieten hat, ist die große Unbekannte.

Und ich? Ich musste in den vergangenen Wochen oft an meinen alten Trainer denken, der mir vom Spielfeldrand zuzubrüllen pflegte: „Ansgar, mach nichts, was du nicht kannst.“

Zum Thema

Alle Fortschritte und Rückschläge sind nachzulesen in den Blogs der acht Aktivisten unter 

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