Wahlbezirk 32: Gievenbeck-Nord
Der Westen wächst und wächst

Münster -

Gievenbeck wächst und wächst: In kaum einem anderen Stadtteil Münsters sind in den vergangenen Jahren derart rasant neue Straßen und Wohnviertel entstanden. Die Zahl der Einwohner kletterte binnen zehn Jahren um 17 Prozent auf gut 21 000 an.

Montag, 28.04.2014, 12:04 Uhr

Die Busso-Peus-Straße grenzt den Wahlbezirks Gievenbeck-Nord vom Wahlbezirks Sentrup ab – und ist derzeit Schauplatz eines stadtweiten Wahlkampf-Themas: Während die SPD ein Spaßbad an der Oxford-Kaserne fordert, spricht sich die CDU für ein Sole- oder Naturbad an der Busso-Peus-Straße aus, wie es im Flächennutzungsplan vorgesehen ist.
Die Busso-Peus-Straße grenzt den Wahlbezirks Gievenbeck-Nord vom Wahlbezirks Sentrup ab – und ist derzeit Schauplatz eines stadtweiten Wahlkampf-Themas: Während die SPD ein Spaßbad an der Oxford-Kaserne fordert, spricht sich die CDU für ein Sole- oder Naturbad an der Busso-Peus-Straße aus, wie es im Flächennutzungsplan vorgesehen ist. Foto: mfk

Und ein Ende ist nicht absehbar – im Gegenteil: Durch den Abzug der britischen Streitkräfte sind nicht nur mehrere ehemalige Briten-Siedlungen frei geworden, sondern auch die Oxford-Kaserne. Der Prozess zur Entwicklung ist in vollem Gange. Mindestens 800 Wohneinheiten sind vorgesehen.

Das immense Wachstum des Stadtteils war auch der Grund, weshalb er bei der Kommunalwahl 2009 erstmals in zwei Wahlbezirke geteilt wurde. Die Grenze zwischen den Bezirken Gievenbeck-Süd und Gievenbeck-Nord verläuft in etwa entlang der Von-Esmarch-Straße und dem Enschedeweg. Zu Gievenbeck-Nord gehören die Bereiche Toppheide im Westen, nördlich der Michael-Kirche – im Herzen von „Alt-Gievenbeck“ – und rund um den Sportpark des 1. FC Gievenbeck bis zur Steinfurter Straße.

Direktkandidaten

Im Wahlbezirk 32 (Gievenbeck-Nord) treten unter anderem folgende Kandidaten an:CDU: Mechthild Neuhaus (55), OberstudienrätinSPD: Doris Feldmann (44), SozialpädagoginGrüne: Winfried Nachtwei (67), Bundestagsabgeordneter a.D.FDP: Carola Möllemann-Appelhoff (64), Studienrätin i.R.UWG: Daniel Jacobsmeyer (46), RechtsanwaltÖDP: Dr. Werner Aye (63), ApothekerLinke: Benjamin Körner (27), StudentPiraten: Pascal Rene Powroznik (31), Student

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Für das Leben im Stadtteil stellt die Wahlbezirksgrenze natürlich keine Barriere dar – eher die Kaserne, die den älteren Teil nördlich der Straße Gievenbecker Reihe, der historischen Keimzelle Gievenbecks , vom ab 2000 neu gebauten Wohngebiet „Auenviertel“ im Süden trennt. Von der Entwicklung des „Oxford-Quartiers“ wünschen sich die Bürger denn auch neben bezahlbarem Wohnraum sowie Freizeit- und Arbeitsangeboten ein Zusammenwachsen der beiden Gebiete.

In puncto Infrastruktur ist der Stadtteil sehr gut aufgestellt. Vor allem die Schullandschaft ist vielfältig: Drei Grundschulen, das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, die Waldorfschule und die seit Sommer anerkannte Internationale Schule sind in Gievenbeck beheimatet. Dinge des täglichen Bedarfs sind in Geschäften im Zentrum von Alt-Gievenbeck ebenso erhältlich wie im Auenviertel. Zudem sorgen mehrere Buslinien für eine gute Anbindung an die Innenstadt.

Eines aber fehlt dem Stadtteil – und das hat es sogar stadtweit zu einem Wahlkampfthema gebracht: ein Bad. Die SPD will ein Spaß-, Pardon: „Familien- und Wellnessbad“ gegenüber der Oxford-Kaserne an der Roxeler Straße, die CDU Gievenbeck befürwortet seit Jahren den Bau eines Schwimmbades an der Busso-Peus-Straße – allerdings privat finanziert und betrieben. Dort ist ein Standort im Flächennutzungsplan für ein Solebad schon seit langer Zeit festgelegt. SPD-Ratskandidatin Doris Feldmann unterstützt natürlich den Bädervorstoß ihrer Partei, CDU-Kandidatin Mechthild Neuhaus den Standort an der Busso-Peus-Straße.

Beide fordern außerdem den Ausbau der Kita-Plätze und der Ganztagsbetreuung an Grundschulen. „Dem massiven Ausbau in den vergangenen Jahren stehen immer noch eine wachsende Kinderzahl und eine steigende Nachfrage – auch durch die gestiegene Zahl von Flüchtlingen – gegenüber“, sagt Neuhaus. Sie will sich zudem für den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs und den dauerhaften Erhalt des Schülerspezialverkehrs, auch im Bereich Horstmarer Landweg, einsetzen. Doris Feldmann liegt die Wohnungsbaupolitik am Herzen: „Wohnraum muss bezahlbar bleiben, insbesondere für Senioren, Familien und Studierende.“

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