Sonderveröffentlichung

Seltene Schmetterlinge haben auf den Kalktriften im Kreis Höxter ein Refugium gefunden
Flatterhaft und sonnenhungrig

Enzian und Thymian blühen und verbreiten aromatische Düfte. Die Sonne lacht mit aller Kraft, kaum ein Windzug ist zu spüren: Wüsste es der Wanderer nicht besser, könnte er sich am Mittelmeer wähnen. Tatsächlich hat er aber gerade eine Anhöhe mitten im Kreis Höxter erklommen und genießt jetzt den Blick auf die Egge und das kleine, 8.500 Einwohner zählende Willebadessen. Die dortigen Kalktriften sind ein Geheimtipp unter Naturfreunden – und ein Eldorado für selten gewordene Schmetterlingsarten.

Montag, 13.07.2020, 15:38 Uhr aktualisiert: 13.07.2020, 15:44 Uhr
Seltene Schmetterlinge haben auf den Kalktriften im Kreis Höxter ein Refugium gefunden: Flatterhaft und sonnenhungrig
Rund 50 verschiedene Tagfalter gibt es auf dem Schmetterlingspfad in Willebadessen zu bestaunen, zum Beispiel den Schachbrettfalter Foto: Jürgen Peperhowe

Enzian und Thymian blühen und verbreiten aromatische Düfte. Die Sonne lacht mit aller Kraft, kaum ein Windzug ist zu spüren: Wüsste es der Wanderer nicht besser, könnte er sich am Mittelmeer wähnen. Tatsächlich hat er aber gerade eine Anhöhe mitten im Kreis Höxter erklommen und genießt jetzt den Blick auf die Egge und das kleine, 8.500 Einwohner zählende Willebadessen. Die dortigen Kalktriften sind ein Geheimtipp unter Naturfreunden – und ein Eldorado für selten gewordene Schmetterlingsarten.

Sonnenanbeter

Biene, Schmetterling und Co. befinden sich in bedenklichem Maße auf dem Rückzug. In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Fluginsekten seit 1989 teils um bis zu 80 Prozent gesunken, berichtet der Naturschutzbund. Umso wichtiger sind stille, abgelegene Refugien wie die Muschelkalkhänge nördlich von Willebadessen. Die West- und Südneigung der Hänge sorgt für einmalige klimatische Bedingungen – ideal für alle Sonnenanbeter, ob auf zwei Beinen oder mit zwei Flügeln. Die Falter finden hier nahezu perfekte Bedingungen vor, weiß Annette Schröder. „Die Kalktriften sind besonders trocken und warm. Das ermöglicht den mediterranen Bewuchs und schafft somit die Nahrungsquellen für die Schmetterlinge. Zudem lieben die Falter die Sonne.“ Schröder ist ausgebildete Führerin des „Kulturlandes“, einer Tourismus-Initiative für den ostwestfälischen Kreis Höxter.

Seltene Arten

Der 3,7 Kilometer lange „Schmetterlingspfad“ führt direkt hinein in das Naturparadies. Wann ist die schönste Zeit für einen Besuch? „Ganz klar in den Sommermonaten, wenn alles blüht und Gäste die Vielfalt des Schmetterlingslebens hautnah erleben können“, sagt Annette Schröder. Gut 50 Tagfalterarten haben Fachleute bisher auf den Kalktriften nachgewiesen – eine erstaunliche Artenvielfalt. Darunter befinden sich seltene und bedrohte Arten wie der Kreuzenzian-Ameisenbläuling. Dessen Puppen benötigen die spezielle Enzian-Sorte mit ihren markanten, kreuzförmigen Blüten als Nahrungsquelle. „In Mitteleuropa sind beide Arten, Pflanze und Falter, nirgends so häufig anzutreffen wie im Kreis Höxter“, heißt es dazu im Flyer des „Kulturlandes“. Schachbrettfalter oder das große Ochsenauge zählen ebenfalls zu den flatterhaften Schönheiten, denen Besucher auf dem Pfad immer wieder begegnen. „Die Vielfalt und die Farbenpacht machen für mich den besonderen Reiz der Falter aus“, schildert Annette Schröder weiter. Interessierte Gruppen können mit ihr oder ihren Kollegen geführte Wanderungen unternehmen. Da der Weg sehr gut beschildert ist, kann jeder aber auch auf eigene Faust losziehen. Gerade für Kinder ist der Schmetterlingspfad ein unvergessliches Erlebnis: Mit etwas Glück landen die Falter sogar auf dem Finger der jungen Besucher.

Erlesene Natur

Dass Naturliebhaber die Kalktriften heute wieder auf diese Weise erleben können, ist keine Selbstverständlichkeit. Früher wurden die Flächen als Weideland für Ziegen genutzt, mit der Zeit verwaldeten und verwilderten sie aber zusehends. Ab etwa der Jahrtausendwende starteten dann erste Vorhaben, um wieder schmetterlingsfreundliche Bedingungen zu schaffen. Vor genau zehn Jahren fiel im Kreis Höxter zudem der Startschuss für das Projekt „Erlesene Natur“. Das Ziel: Naturschutz und Erholung auf einen Nenner zu bringen und reizvolle Ziele mit besonderer Fauna und Flora für Besucher zugänglich zu machen. Die Realisierung des Schmetterlingspfades wurde dabei unter anderem durch Fördermittel der NRW-Stiftung ermöglicht. 

Ausflugsplanung

Eigene Ausflüge lassen sich ganz einfach mit dem interaktiven „Teuto-Navigator“ planen.
Anfahrtsinformationen, detaillierte Tourenbeschreibungen, Wanderkarten zum Ausdrucken und GPS-Dateien zum Herunter­laden gibt es kostenfrei unter www.teutonavigator.com (in der Suche „Schmetterlingspfad Willebadessen“ eingeben). Startpunkt für den Schmetterlingspfad ist der Parkplatz am Schleusenberg.

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