„Dann bin ich den Leuten hinterher“
Angela Merkel erinnert sich an „ihren“ 9. November

Angela Merkel war am 9. November 1989 als Physikerin an der Akademie der Wissenschaften in Ost-Berlin beschäftigt. Die legendäre Pressekonferenz von Günter Schabowski bekam sie im TV mit. Wie es weiterging, schilderte sie bei einer Podiumsdiskussion:

Sonntag, 02.11.2014, 12:11 Uhr

Angela Merkel als Ministerin im Jahr 1998.
Angela Merkel als Ministerin im Jahr 1998. Foto: FABRIZIO BENSCH

„Dann habe ich meine Mutter angerufen. Wir hatten so einen Witz zu Hause: „Wenn die Mauer einmal nicht mehr wäre – aber keiner hat daran geglaubt, dass es so ist –, dann gehen wir zu Kempinski Austern essen.“ Ich sage gleich vorweg, obwohl 25 Jahre vergangen sind: Ich war nie mit meiner Mutter bei Kempinski Austern essen. Aber ich habe gesagt: „Pass mal auf, Mutter, da passiert heute etwas.“

Es war ein Donnerstag. Und ich bin immer donnerstags mit einer Freundin in die Sauna gegangen. Also bin ich in die Sauna gegangen. Als ich zurückkam in die Schönhauser Allee – direkt an der Bornholmer Straße –, da sah ich, wie die Leute herunterliefen. Es war vielleicht halb elf, elf Uhr. Dann bin ich einfach den Leuten hinterher. Ich war alleine, aber ich bin immer hinterher. Dann sind wir auf der West-Berliner Seite einfach in irgendeine Wohnung gegangen und wollten alle telefonieren. Ich wollte meine Tante anrufen. Ich musste am nächsten Morgen wieder früh arbeiten und war auch ein ordentlicher Mensch. Ich bin dann um eins oder halb zwei nach Hause, nachdem ich mein erstes West-Bier getrunken hatte.

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