Gedenkstunde in der Synagoge
Erinnerung wach halten an 9. November

Münster -

Kein Tag ist in Deutschland so historisch bedeutsam wie der 9. November: Die Ausrufung der Republik (1918), die Reichspogromnacht (1938) und der Mauerfall (1989) fanden am 9. November statt. Darauf wies der einstige Bundestagsabgeordnete Winfried Nachtwei in seiner Rede in der Synagoge hin. Am Sonntag war der Gebetssaal des Gotteshauses voll besetzt zur Gedenkfeier, zu der die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit eingeladen hatte.

Sonntag, 09.11.2014, 17:11 Uhr

Gedenken an die Reichspogromnacht:  Winfried Nachtwei zählte am Sonntag zu den Rednern in der Synagoge.
Gedenken an die Reichspogromnacht:  Winfried Nachtwei zählte am Sonntag zu den Rednern in der Synagoge. Foto: ju

Im Blickpunkt der 9. November 1938: Der Tag, an dem die Gewalt gegen Juden mit der Zerstörung und Verbrennung viele jüdischer Geschäfte in der Reichspogromnacht ihren tragischen Höhepunkt erreichte. Der Tag, so Nachtwei , an dem vor 76 Jahren Truppen der SA auf dem Prinzipalmarkt aufmarschierten, Geschäfte mit judenfeindlichen Parolen beschmierten und schließlich zur Tankstelle gingen, Benzinkanister füllten und die Synagoge in der Klosterstraße in Brand setzten. Dieser Tag markiere den Zusammenbruch der Mitmenschlichkeit.

Nachtwei sprach sich in einer sehr aufgebrachten Rede gegen das Vergessen aus und betonte, dass auch heute noch eine große Verantwortung auf der internationalen Staatengemeinschaft liege, wenn es um Konfliktherde wie Syrien, Afghanistan oder die Flüchtlingsproblematik gehe.

Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke wies in seinen Gedenkworten unter anderem auch darauf hin, dass die Gefahr der Verdrängung sehr groß sei, und die Erinnerung stets wach gehalten werden müsse. Das solle und müsse geschehen, indem man den Opfern Namen und Gesichter gebe und das Vergangene anhand von Einzelschicksalen aufarbeite, betonte er. Während der 9. November 1938 einen Tiefpunkt von Recht und Moral markiere, so habe man aus der Geschichte später gelernt: Den 9. November 1989 beschrieb Klenke dagegen als „den Höhepunkt von Moral und Recht“.

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