Pläne für Notunterkunft in der JAS-Turnhalle
„Wir wollen vorbereitet sein“

Ostbevern -

Egal ob beim Bericht des Jobcenters oder des Kreis-Jugendamtes, ob bei den Ausführungen der Schulleiter und Schulleiterinnen, ob bei der Anfrage der SPD-Fraktion oder beim Bericht des Bürgermeisters – immer ging es bei der dreistündigen Sitzung des Bildungs-, Generationen- und Sozialausschusses um das Thema Flüchtlinge.

Donnerstag, 03.09.2015, 06:09 Uhr

Die Turnhalle der Josef-Annegarn-Schule könnte zur Notunterkunft umfunktioniert werden. Allerdings nur, das betont Bürgermeister Wolfgang Annen, wenn viele Flüchtlinge auf einen Schlag zugewiesen würden. Andernfalls wolle man weiterhin Wohnungen und zur Not auch Container zur Verfügung stellen.
Die Turnhalle der Josef-Annegarn-Schule könnte zur Notunterkunft umfunktioniert werden. Allerdings nur, das betont Bürgermeister Wolfgang Annen, wenn viele Flüchtlinge auf einen Schlag zugewiesen würden. Andernfalls wolle man weiterhin Wohnungen und zur Not auch Container zur Verfügung stellen. Foto: Meyer

Wie viele Menschen noch nach Deutschland kommen, das kann derzeit niemand genau sagen. Für Ostbeverns Bürgermeister Wolfgang Annen steht indes eines fest: „Wir wollen vorbereitet sein.“ Worauf genau, das erklärte Annen bereits zu Beginn der Sitzung und nahm dabei auch Bezug auf Gerüchte über mögliche Zeltstädte, die derzeit in der Gemeinde kursieren. „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir keine Lösung mit Zelten wollen“, stellte Annen klar. Nichtsdestotrotz gelte es, sich auf die Eventualität vorzubereiten, dass in Ostbevern eine Notunterkunft erstellt werden müsse. „Denn so eine Situation wie zuletzt in Warendorf möchte ich hier nicht erleben“, nahm Annen Bezug auf die Kreisstadt, wo kürzlich nahezu ad hoc in der Von-Ketteler-Schule Notunterkünfte bereitgestellt werden mussten. Für den Fall, dass es zu einer großen Zuweisung von Flüchtlingen auf einen Schlag komme, wolle man vorbereitet sein – und zwar so gut es eben geht. „Wir sind dran das zu bewerkstelligen, ich denke, bis Mitte nächster Woche werden wir alles im Detail geklärt haben“, sagte Annen am Morgen nach der Sitzung. Ausgeguckt hat sich die Verwaltung folgende Lösung: In der Turnhalle der Josef-Annegarn-Schule könnte eine Notunterkunft für 105 bis 150 Menschen eingerichtet werden. Der Unterricht der Schüler würde dann auf andere Turnhallen der Gemeinde verteilt.

Annen stellte gleichwohl klar, dass es für die Umsetzung noch erheblich mehr zu planen gebe als nur einen Ort zu finden. Flüchtlinge müssten registriert und ärztlich versorgt werden. Zudem müssten zusätzliche sanitäre Anlagen eingerichtet werden. Das soll unter anderem durch Container ermöglicht werden. Einige davon befinden sich noch vom Umbau der Feuerwache in der Gemeinde. Man habe sie für den Fall der Fälle weiter angemietet, da Container in ganz Europa kaum noch zu bekommen seien, so Annen.

Wie wahrscheinlich eine Notunterkunft in Ostbevern ist, das weiß auch der Bürgermeister nicht. Kleinere Gemeinden, so habe er vernommen, sollen davon möglichst verschont bleiben. „Aber was heißt in dem Zusammenhang klein?“, fragt Annen selber und erinnert daran, dass es sowohl größere als auch kleinere Kommunen im Kreis gebe.

Das die Arbeit im Bereich „Flüchtlinge“ in der Verwaltung große Kapazitäten belegt, verschwieg Annen nicht. Seine Mitarbeiter würden mit Hochdruck arbeiten und seien mit der Problematik weitgehend ausgelastet. Weiteres Personal, auch das stellte der Bürgermeister klar, müsse eingestellt werden. Dadurch entstünden zusätzliche Kosten. „Wir müssen das aber mit Augenmaß machen. Die Bevölkerung darf nicht benachteiligt werden“, so Annen, der sonst fürchtet, dass die vorbildliche Willkommenskultur in Ostbevern umschlagen könnte. Ein Szenario, das er auf keinen Fall heraufbeschwören möchte, denn: „Ohne den Einsatz vieler Ehrenamtlichen würden wir das alles gar nicht schaffen. Ich freue mich sehr über das Engagement der Menschen.“ 

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