Alle Rathaus-Abteilungen beteiligt
Bis zu 170 neue Flüchtlinge

Ahlen -

Die Stadt muss sich kurzfristig auf die Zuweisung weiterer Flüchtlinge einstellen. Die Rede war am Montag von bis zu 170 Menschen „Wir stehen vor einer großen Herausforderung“, sagte Bürgermeister Benedikt Ruhmöller im Gespräch mit der „AZ“.

Dienstag, 08.09.2015, 16:09 Uhr

Beim Montieren der Hochbetten leisteten die ehrenamtlichen Helfer Maßarbeit. Am Sonntagabend wurden diese Betten bereits von den neuen Gästen in Beschlag genommen.
Beim Montieren der Hochbetten leisteten die ehrenamtlichen Helfer Maßarbeit. Am Sonntagabend wurden diese Betten bereits von den neuen Gästen in Beschlag genommen. Foto: Dierk Hartleb

Der Kreis habe die Bereitschaft der Stadt, weitere Flüchtlinge in der Notunterkunft unterbringen zu wollen, dankbar entgegengenommen, berichtete Ruhmöller . Auch mit der Bezirksregierung befinde sich die Stadt im engen Kontakt. Ruhmöller bedauerte in diesem Zusammenhang, dass es zwischen dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) als Träger der jetzigen Einrichtung und künftigen Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) und dem Regierungspräsidenten noch keine Vereinbarung über den Umbau gebe. „Wir gehen nach wie vor von dem Umbau zur ZUE aus“, unterstrich Ruhmöller. Am heutigen Dienstag werde sich der Verwaltungsvorstand mit der weiteren Un­terbringung von Flüchtlingen beschäftigen. „Es sind alle Fachabteilungen beteiligt“, kündigte der Bürgermeister an. Für die neuen Gäste stünden derzeit zunächst die beim Erstbezug verwendeten Feldbetten zur Verfügung. „Im Moment sind alle Maßnahmen nur darauf gerichtet, Obdachlosigkeit zu vermeiden“, erklärte Ruhmöller.

Parallel arbeite die Sozialabteilung intensiv an einem Konzept, um die Situation im Übergangsheim in Ostdolberg zu entspannen. Dazu würden derzeit Wohnungen gesucht, erklärte Ruhmöller. Er gehe davon aus, dass im September Flüchtlinge ausziehen könnten.

Im Vergleich zu Anfang August, als die Stadt innerhalb von 36 Stunden eine Notunterkunft in der Bodelschwinghschule für 150 Flüchtlinge herzurichten hatte, war der Vorlauf bei der jüngsten Zuweisung von 100 weiteren Flüchtlingen, die wie berichtet am Sonntag erfolgte, fast komfortabel: Bereits Freitag war die Stadt darüber informiert worden.

Die Neuankömmlinge erwarteten deutlich komfortablere Doppelstockbetten als ihre Vorgänger, die zunächst noch mit Feldbetten Vorlieb nehmen mussten. Allerdings hatten die neuen Betten ihre Tücken, weil sie sich nur mit Akkuschrauber und Imbusschlüssel zusammenbauen ließen. Nur dank der vielen ehrenamtlichen Helfer standen am Abend sämtliche Betten.

Im übrigen Teil der Notunterkunft herrschte derweil eine eher gelassene Betriebsamkeit. Von der Anspannung, die noch am 5. August mit den Händen zu greifen gewesen war, bevor die ersten 140 Flüchtlinge eintrafen, war nicht mehr viel zu spüren. Für Dirk Winter als Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), der die Notunterkunft betreibt, ist die Situation schon so etwas wie Routine. „Der gesamte Betrieb hat sich inzwischen gut eingespielt.“

Im Moment sind alle Maßnahmen nur darauf gerichtet, Obdachlosigkeit zu vermeiden.

Benedikt Ruhmöller
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