Flüchtlingsunterbringung
Stadt vor riesigen Problemen

Lüdinghausen -

230 Flüchtlinge bringt die Stadt Lüdinghausen aktuell unter. Täglich muss mit neuen Zuweisungen gerechnet werden. Um die Unterbringungskapazitäten zu erhöhen, will die Stadt jetzt ein Gewerbegebäude am Rohrkamp kaufen und darin rund 50 Flüchtlinge unterbringen.

Donnerstag, 17.09.2015, 07:09 Uhr

Ausgeräumt wurden gestern die Pavillons am St.-Antonius-Gymnasium. Tische, Mobiliar und Stühle sollen demnächst in die Übergangswohnheime gebracht werden. Im Zuge der Regionale 2016 sollen die Pavillons abgerissen werden.
Ausgeräumt wurden gestern die Pavillons am St.-Antonius-Gymnasium. Tische, Mobiliar und Stühle sollen demnächst in die Übergangswohnheime gebracht werden. Im Zuge der Regionale 2016 sollen die Pavillons abgerissen werden. Foto: west

Der Stadt steht im Zusammenhang mit der Unterbringung von Flüchtlingen das Wasser bis zum Hals. „Wir wissen nicht mehr, wo wir die Menschen unterbringen sollen“, kommentierte Bürgermeister Richard Borgmann die Not der Stadtverwaltung.

Um weitere Quartiere für die Asylsuchenden zu schaffen, gab der Haupt- und Finanzausschuss am Dienstagabend grünes Licht für weitere Verhandlungen. Gekauft werden soll ein Gewerbegebäude am Rohrkamp, das bereits seit einiger Zeit leer steht. Dieses Haus war auch schon der Bezirksregierung als mögliches Erstaufnahmequartier gemeldet worden. Diese Meldung zog die Stadt Lüdinghausen angesichts der Unterbringungsmisere jedoch wieder zurück, bestätigte Borgmann auf WN-Anfrage. Wie prekär die Situation ist, verdeutlicht die Tatsache, dass die Stadt Coesfeld bereits einige Flüchtlinge aufgenommen hat, die eigentlich für Lüdinghausen „bestimmt“ waren. „Dafür müssen wir uns herzlich bedanken“, so Borgmann.

230 Flüchtlinge muss die Stadt aktuell unterbringen. Diese Zahl ändert sich jedoch täglich: Gestern trafen vier weitere Flüchtlinge ein, für heute sind zehn weitere Zuweisungen angekündigt worden. „Ob und wie wir die unterbringen können, fragt niemand“, beklagt sich Borgmann über die strikte Handhabung durch die Behörden in Düsseldorf und Berlin.

Rund 50 Personen sollen in dem Gebäude am Rohrkamp untergebracht werden. Umfangreiche Umbauarbeiten sind nicht zu erwarten. Dass in der Nachbarschaft jetzt Diskussionen losgetreten werden, hält Borgmann für normal. Er kündigte eine umfassende Informationsveranstaltung für die Nachbarschaft an, sobald die Situation konkreter werde. Der Bürgermeister wollte gestern nicht ausschließen, dass weiteres Personal eingestellt werden müsse. Erst kürzlich waren zwei Hausmeister eingestellt worden, deren Aufgabe die Betreuung der Übergangswohnheime ist.

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