Ein Ort der Humanität – gegen Terror
Flüchtlinge in Gestapo-Leitstelle

Münster -

Im 2. Weltkrieg war das Haus Sitz der Gestapo. Jetzt wird die ehemalige Polizeiwache an der Gutenbergstraße ein Flüchtlingsheim. Was einst Sinnbild des Terrors war, sagt die Stadt, wird jetzt zum Ort der Humanität.

Mittwoch, 23.09.2015, 11:09 Uhr

Die Polizei hat das Gebäude schon im vergangenen Jahr verlassen. 
Die Polizei hat das Gebäude schon im vergangenen Jahr verlassen.  Foto: Günter Benning

Ab Oktober steht die ehemalige Polizeiwache Gutenbergstraße als Unterkunft für bis zu 110 Flüchtlinge zur Verfügung. Das Gebäude hat auch eine unheilvolle Geschichte: Seit 1939 befand sich die Gestapo-Leitstelle für den Raum Westfalen in dem Gebäude.

Das städtische Sozialamt und Bezirksbürgermeister Peter Fischer-Baumeister informieren am Dienstag, 29. September, über die neue Einrichtung. Sie laden dazu Nachbarn sowie in der Flüchtlingsarbeit engagierte Bürger, Vereine und Initiativen ein.

Um 18 Uhr kann das Gebäude Gutenbergstraße 17 besichtigt werden. Anschließend folgt ab 18.30 Uhr die Informationsveranstaltung im Pfarrsaal der Kirchengemeinde St. Mauritz, Sankt-Mauritz-Freiheit 25.

Die ehemalige Polizeiwache Gutenbergstraße wird umgebaut

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  • 40 Räume gibt es in der ehemaligen Polizeiwache.

    Foto: Günter Benning
  • Die Sanitärräume sind allerdings nicht für viele Menschen eingerichtet.

    Foto: Günter Benning
  • 40 Räume gibt es in der ehemaligen Polizeiwache.

    Foto: Günter Benning
  • 40 Räume gibt es in der ehemaligen Polizeiwache.

    Foto: Günter Benning
  • Foto: Günter Benning
  • 40 Räume gibt es in der ehemaligen Polizeiwache.

    Foto: Günter Benning
  • Dass das Gebäude aus der Gründerzeit stammt, sieht man an den Fresken an der Außenwand. Innen ist davon nicht mehr viel zu spüren.

    Foto: Günter Benning
  • 40 Räume gibt es in der ehemaligen Polizeiwache.

    Foto: Günter Benning
  • Dass das Gebäude aus der Gründerzeit stammt, sieht man an den Fresken an der Außenwand. Innen ist davon nicht mehr viel zu spüren.

    Foto: Günter Benning
  • Dass das Gebäude aus der Gründerzeit stammt, sieht man an den Fresken an der Außenwand. Innen ist davon nicht mehr viel zu spüren.

    Foto: Günter Benning
  • Dass das Gebäude aus der Gründerzeit stammt, sieht man an den Fresken an der Außenwand. Innen ist davon nicht mehr viel zu spüren.

    Foto: Günter Benning
  • Dass das Gebäude aus der Gründerzeit stammt, sieht man an den Fresken an der Außenwand. Innen ist davon nicht mehr viel zu spüren.

    Foto: Günter Benning
  • Dass das Gebäude aus der Gründerzeit stammt, sieht man an den Fresken an der Außenwand. Innen ist davon nicht mehr viel zu spüren.

    Foto: Günter Benning

Das Haus Gutenbergstraße 17 steht unter Denkmalschutz. Es verkörpert in Münster ein Stück deutscher Geschichte des 20. Jahrhunderts mit allen Höhen und Tiefen, heißt es in einer Pressemitteilung.

In den Jahren 1911/12 nach Plänen des Architekten Alfred Hensel erbaut, gilt es als das älteste Stahlbetonhaus in der Stadt. Bis in die Dreißigerjahre wurde es von der Steinbruch-Berufsgenossenschaft genutzt.

1934 mietete die NS-Lehrerschaft die Räume, 1937 übernahm der Staat das Haus. Er gebrauchte es für die Gestapo , ab 1939 befand sich die Gestapo-Leitstelle für den Raum Westfalen in dem Gebäude.

Sie war die regionale Koordinationsstelle für den NS-Terror, zuständig auch für das Organisieren von Deportationen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen die britische Militärpolizei und die deutsche Polizei ein. In den Sechzigerjahren beheimatete das Gebäude außerdem Teile des Polizeiinstituts Hiltrup, aus dem die Deutsche Hochschule der Polizei wurde.

Acht Jahre lang stand das Haus für Inhumanität, Rassismus und Unterdrückung von Menschen. Nun kann Münster mit genau diesem Haus ein starkes Zeichen setzen, so die Mitteilung der Stadt: Die Gutenbergstraße werde zu einem Ort der Humanität. Menschen, die vor Krieg, Unterdrückung und Verfolgung fliehen mussten, sind hier willkommen und sicher.

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