Flüchtlinge im Münsterland
Leerstand in vielen Notunterkünften

Münster -

Die Balkanroute ist geschlossen, das Abkommen mit der Türkei ist in Kraft. Folge: Derzeit kommen immer weniger Asylbewerber. Das hat Folgen auch im Münsterland.

Mittwoch, 06.04.2016, 18:04 Uhr

Leerstand herrscht derzeit in vielen Flüchtlings-Unterkünften im Münsterland wie hier in der ehemaligen Oxford-Kaserne in Münster.
Leerstand herrscht derzeit in vielen Flüchtlings-Unterkünften im Münsterland wie hier in der ehemaligen Oxford-Kaserne in Münster. Foto: Wilfried Gerharz

Die Balkanroute ist geschlossen, das Abkommen mit der Türke i ist in Kraft. Folge: Derzeit kommen immer weniger Asylbewerber, das Land NRW weist auch darum vielen Städten vorerst keine Flüchtlinge zu.

Das hat Folgen auch im Münsterland : Die Unterkünfte sind leerer geworden . Vorerst – denn noch gibt es keine „Entwarnung“. Prognosen sind schwierig, viele Instrumente sind nun aber nicht mehr passend. Eine Bestandsaufnahme

►Bundesweit wurden­ im März nur noch rund 20 000 neue Flüchtlinge registriert. Das geht aus dem sogenannten „Easy“-System von Bund und Ländern hervor. Im Fe­bruar waren es noch 61 000, im Januar fast 92 000.

►Auch in Nordrhein-Westfalen hat sich die Zahl der belegten Plätze in Landeseinrichtungen in den vergangenen Wochen stark reduziert, betont Oliver Moritz , Sprecher des NRW-Innenministeriums. In der 13. Kalenderwoche waren hier von den 72 000 Plätzen nur 41 000 belegt. „Seit Ende Februar haben wir bereits 8500 Plätze abgebaut“, so Moritz. Viele Plätze in den Notunterkünften wurden in Regelplätze für die längerfristige Unterbringung umgewandelt. Waren zum Höhepunkt im Oktober bis zu 17 000 Flüchtlinge pro Woche nach NRW gekommen, seien es derzeit nur noch rund 1000.

►Im Regierungsbezirk Münster werden die Plätze in den Erstaufnahmestellen, Zentralen Unterbringungseinheiten und Notunterkünften von 10 000 Plätze auf 7600 bis 8000 reduziert, teilte die stellvertretende Regierungspräsidentin Dorothee Feller am Mittwoch mit. Die Planungen, in Warendorf ei­ne Zentrale Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge (ZUE) einzurichten, haben sich zum Beispiel bereits bis auf Weiteres erledigt. Andere Unterbringungseinrichtungen werden derzeit weiter geplant, auch die Erstaufnahmeeinrichtung in der York-Kaserne in Münster. Allerdings würden einige kleinere Notunterkünfte mit Plätzen zwischen 200 und 250 in den nächsten Wochen schließen, kündigte Feller an.

Wie geht es weiter? Verlässliche Prognosen, wie sie derzeit mit Nachdruck gefordert werden, sind äußerst schwierig zu berechnen: „Um ehrlich zu sein: Wir wissen nicht genau, wie es mit den Flüchtlingszahlen weitergeht“, sagt auch Oliver Moritz vom NRW-Innen­ministerium. Denn sehr viele politische Faktoren, nicht nur das Wetter, spielten dabei eine Rolle.

Deutschland will bald Kontrollen aufheben

Deutschland könnte die im Zuge der Flüchtlingskrise eingeführten Kon­trollen an der Grenze zu Österreich wieder auf­heben. Innenminister ­Thomas de Maizière sagte im österreichischen Rundfunk, wenn die Flüchtlingszahlen „so niedrig bleiben, würden wir über den 12. Mai hinaus keine Verlängerung der Grenzkontrollen durchführen“.

Schon jetzt würden die Kontrollen „herunterge­fahren“. CSU-Chef Horst Seehofer kritisierte de Mai­zière  daraufhin als „selbstherrlich“. Bayern sei „nicht beteiligt und nicht informiert worden“.

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