Flüchtlinge in Griechenland
„Griechenland braucht massive Hilfe der EU-Partner“

Münster -

Flüchtlingsorganisationen schlagen Alarm: Griechenland braucht massive Hilfe der EU-Partner, sagt UNHCR-Pressesprecher Stefan Telöken.

Freitag, 08.04.2016, 16:04 Uhr

Stefan Telöken 
Stefan Telöken  Foto: UNHCR

Mit UNHCR-Pressesprecher Stefan Telöken sprach unser Redaktionsmitglied Claudia Kramer-Santel .

Werden die Flüchtlingszahlen wieder steigen?

Telöken: Man muss mit Prognosen für die Zukunft immer vorsichtig sein. Die Entwicklung ist von vielen Faktoren abhängig, gewiss nicht nur vom Wetter. Entscheidend ist wohl eher die Frage, ob es gelingt, bei der Beilegung jener Konflikte Fortschritte zu erzielen, die Millionen von Menschen in den letzten Jahren heimatlos gemacht haben.

Wie bewerten Sie die Rückführungsaktion?

Telöken: Wichtig ist, dass vor einer Rückführung die Betroffenen individuell, fair und effektiv auf etwaige Asylgründe geprüft werden. Das neue griechische Asylgesetz sieht dies so vor. Die Regelung muss allerdings nun erst in die Praxis umgesetzt werden. Es fehlt an Personal, Ressourcen und ausreichenden akzeptablen Unterbringungskapazitäten. Hierzu braucht Griechenland die massive Unterstützung der EU .

Was halten Sie von den Vorschlägen zu einer Europäisierung des Asylrechts?

Telöken: UNHCR hat sich stets für ein europäisches Asylrecht eingesetzt, das auf den Grundpfeilern Solidarität und Qualität aufbaut. Dazu gehört das Bekenntnis zu einer gemeinsamen Verantwortung für den Flüchtlingsschutz mit entsprechenden Rechtsgarantien. Dazu gehört ein wirksames innereuropäisches Verteilungssystem zur Aufnahme von Flüchtlingen. Dazu gehören mehr legale Zugangswege nach Europa, zum Beispiel durch den deutlichen Ausbau von Resettlement-Programmen durch Aufnahmekontingente.

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