Integration von Flüchtlingen
Schnelle Qualifizierung ist das Ziel

Münster -

Die Agentur für Arbeit und die Stadt Münster bringen ein gemeinsames Arbeitsmarkt- und Integrationsprojekt für Flüchtlinge auf dem Weg. Ziel ist es, den Neuankömmlingen möglichst rasch Arbeit zu ermöglichen.

Montag, 11.04.2016, 19:04 Uhr

Flüchtlinge sollen schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden. Die Agentur für Arbeit startet dafür jetzt neue Programme, die dabei helfen sollen.
Flüchtlinge sollen schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden. Die Agentur für Arbeit startet dafür jetzt neue Programme, die dabei helfen sollen. Foto: dpa

90 Prozent aller in Münster ankommenden Asylbewerber brauchen laut der Agentur für Arbeit neben der Sprachförderung eine berufliche Zusatzqualifikation, ehe sie in den lokalen Arbeitsmarkt integriert werden können.

Stadt und Agentur für Arbeit wollen aber nicht abwarten, bis irgendwann einmal über den jeweiligen Asylantrag entschieden ist und vereinbarten am Montag eine Kooperation. „Beschäftigung ist der beste Weg, um gesellschaftliche Integration in ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und staatliche Unterstützungsleistungen zu verringern“, so Oberbürgermeister Markus Lewe bei der Vorstellung der gemeinsamen Integrationsoffensive auf dem Arbeitsmarkt.

Die Kompetenzfeststellung und Berufsorientierung sind schon in den ersten Wochen nach der Ankunft in Münster geplant, anschließend soll es parallel zu den Sprachkursen für viele Flüchtlinge bereits ein mehrtägiges Probearbeiten und Praktika in Firmen geben. Die Asylbewerber haben in aller Regel handwerkliche Vorbildungen. Vorgesehen sind beispielsweise Speed-Datings in der Gastronomie, Qualifizierungen im Garten- und Landschaftsbau sowie eine Ausbildung in der Altenpflegehilfe. Bis Ende 2017 sollen rund 1000 Asylbewerber mit Bleibeperspektive vom neuen Programm profitieren. „Ein wichtiger Beitrag auch zur Deckung des Fachkräftemangels“, so der Chef der Agentur für Arbeit, Joachim Fahnemann.

Aktuell betreut das städtische Jobcenter 1229 Migranten mit hoher Bleibeperspektive. Eigentlich ist die Stadt erst zuständig, wenn der Asylantrag positiv entschieden ist.

Um die „Teilhabe vom Tag eins in Münster zu ermöglichen“, so Dagmar Arnkens-Homann vom Sozialamt, wird es 13 zusätzliche Sprachgrundkurse für jeweils 15 Teilnehmer geben, die aus Spenden der Bürger finanziert werden. Bislang sind auf das städtische Spendenkonto knapp 170 000 Euro eingezahlt worden. Es handelt sich um so genannte weiterführende Kurse in Ergänzung zu den Basislehrgängen und sollen helfen, sich am Arbeitsplatz und in der Weiterbildung verständigen zu können.

Weitere Infoabende zur Flüchtlingssituation gibt es für den Stadtbezirk Mitte am 20. April und am 10. Mai in Hiltrup. „Die Bürgerakzeptanz ist hoch, aber es gibt auch ein hohes Informationsbedürfnis“, so Lewe.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3925375?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F1604524%2F2901505%2F4839863%2F4839864%2F
Nachrichten-Ticker