US-Studie
Emojis - eine Geschichte voller Missverständnisse

Minnesota -

So entstehen Missverständnise: Weil Emojis auf unterschiedlichen Smartphone anders dargestellt werden, kann es schnell zu Streits und Kommunikationsproblemen kommen. US-Forscher sind dem Phänomen nachgegangen.

Mittwoch, 20.04.2016, 18:04 Uhr

Sie sind überall: Emojis. Kleine Piktogramme , die Textnachrichten illustrieren oder sie ersetzen. Aus Chats sind sie genauso wenig wegzudenken, wie aus Apps wie Instagram , Snapchat oder Peach. Häufig werden die Symbole genutzt, um Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Insbesondere die Smileys sind beliebt: lächelnd, zwinkernd, weinend - bei der Kommunikation möchte man eben gerne Missverständnisse vermeiden. 

Blöd nur, wenn die Technik einem dabei einen Streich spielt. Forscher der Universität von Minnesota haben festgestellt, dass die Beschreibung von Emojis nicht so eindeutig ist, wie angenommen. Bei unterschiedlichen Smartphones mit unterschiedlichen Betriebssystem sehen die Bildzeichen tatsächlich komplett anders aus. 

Dauergrinsend oder dauergenervt?

Hannah Miller , die mit an der Studie gearbeitet hat, schreibt in einem Blogeintrag bei GroupLens über ein besonders widersprüchliches Phänomen. Das Emoji “Grinsendes Gesicht mit lachenden Augen” sieht bei Android-Geräten sinnentsprechend aus

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grinning face with smiling eyes Foto: Google

- bei Apple aber, sieht es aus wie ein zähneknirschender Miesepeter.

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grinning face with smiling eyes Foto: Apple

  

Jemand, der mit seinem Samung-Galaxy also gute Laune verbreiten möchte, könnte beim iPhone-Gegenüber als Dauergenervter rüberkommen. Und auch von Plattform zu Plattform ist die Darstellung des vermeintlichen Dauergrinsers unterschiedlich, wie Miller darstellt. Mindestens 17 unterschiedliche Varianten kann es geben. Während man bei Google noch lacht, muss man sich bei Twitter und Facebook angesichts des gelben Gesellen fast fürchten. 

Woran liegt das? Der internationale Zeichenstandard Unicode legt lediglich die Beschreibung und den Code für ein Emoji fest. Bei der Gestaltung aber haben die Software- und Gerätehersteller eigenen Interpretationsspielraum. 

Klatschen oder loben? 

Bei der US-Untersuchung sollten die Studienteilnehmer die Darstellungen auf einer Skala von sehr negativ (-5) bis sehr positiv (+5) gewichten. Natürlich wurde das Google-Gesicht deutlich besser bewertet (+4) als das von Apple (-1). Das führt dazu, resümiert Miller, dass Emojis, die Plattform-übergreifend verschickt werden, eher zu Missverständnissen führen können. 

Bei neun der 22 beliebtesten Emojis konnten die Forscher gravierende Unterschiede in der Bewertung feststellen. Und auch in der Beschreibung derselben. 

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praising or clapping hands Foto: Apple

Bei Apple wird das Emoji zweier Hände von den Teilnehmern mit “Stop” und “klatschen” beschrieben, während für die Google-Version Wörter wie “loben” und “Hand” fielen.

Emojis bebildern den Text also nur dann ausreichend, wenn beide Seiten das gleiche Verständnis vom Bild haben. Manchmal ist es vielleicht doch besser, seine Gefühle in Worte zu packen.

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