Neues Trend-Spielzeug auf Schulhöfen
"Fidget Spinners" in Münster heiß begehrt

Nach Finger-Skateboards, "Loop"-Armbändern und dem Smartphone-Spiel "Pokémon Go" gibt es jetzt einen neuen Trend auf Schulhöfen. "Fidget Spinners" sind Geschicklichkeitsspiele, die einfach zwischen den Fingern gedreht werden. Auch in Münster sind die Spielzeuge heiß begehrt - nicht nur bei Kindern. 

Dienstag, 23.05.2017, 11:05 Uhr

Neues Trend-Spielzeug auf Schulhöfen : "Fidget Spinners" in Münster heiß begehrt
Der "Fidget Spinner" ist das neue Trend-Spielzeug auf den Schulhöfen. Er wird zwischen zwei Fingern gedreht. Foto: Alessandro Della Valle/dpa

Der zehnjährige Jakob möchte unbedingt einen "Fidget Spinner" haben. "Weil man das so drehen kann und das so schnell ist", sagt er. Dabei besteht das Spielzeug, das ein wenig aussieht wie ein Ninja-Stern, nur aus Kugellagern und Gewichten. Es wird zwischen zwei Fingern gedreht und rotiert dann von selbst zwischen 10 und 20 Sekunden. Keine Elektrik, sondern klassische Mechanik. 

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Trotzdem ist der "Fidget Spinner" beliebt wie nie. Ihn gibt es in verschiedenen Varianten: im Dunkeln leuchtend, schwarz oder bunt. "Man kann witzige Bewegungen damit machen", sagt Jakob. Wie Tricks mit dem Spielzeug aussehen, zeigen einige "Spinner" auf Youtube: 

Verkaufsschlager in Spielzeugläden

Zwei seiner Freunde haben bereits so einen Kreisel, sagt Jakob. Nun möchte er auch einen haben. Im Münsteraner Spielzeuggeschäft Mukk ist er jedoch nicht erfolgreich. Denn der "kreiselnder Zappelphilipp" - wie der "Fidget Spinner" übersetzt heißt - ist dort restlos ausverkauft.

"Wir hatten 150 Stück", sagt Verkäuferin Elvira Hölscher . Innerhalb von zwei Tagen waren alle weg. Seitdem muss sie im Minutentakt die Kundschaft vertrösten. "Heute kamen sogar Leute aus Osnabrück hierher", sagt Hölscher. Allein an einem Vormittag kommen bei ihr um die 30 Anfragen zusammen. "Auf Schulhöfen scheint das der Renner zu sein."

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Ein überraschender Trend

Auch Mukk-Geschäftsführerin Elke Brunne wurde vom Trend überrascht. "Es ist außergewöhnlich, weil es so ein kleines Ding ist", sagt sie. "Es ist nichts Digitales. Mit diesem Hype hat ja niemand gerechnet."

Sie selbst hatte auch einen "Spinner" auf dem Schreibtisch liegen - bis Jakob in den Laden kam und ihn auf dem Tisch entdeckte. Brunne schenkte dem Zehnjährigen den letzten "Spinner". "Ich hätte ja eh nur damit rum gespielt", sagt sie. 

Zum Herbst sollen neue Varianten des Spielzeugs erscheinen. Wie genau die aussehen, wollte Geschäftsführerin Brunne noch nicht verraten.

Nicht nur für Kinder

Doch nicht nur bei Kindern ist das neue Spielzeug heiß begehrt. Tobias Erben (30) ist ebenfalls auf der Suche nach einem "Spinner" zur Stressbewältigung. "Ich habe gerne einfach was in der Hand für zwischendurch", sagt er. Zum Beispiel beim Serien schauen. Ansonsten müssten auch mal seine Fingernägel dran glauben. "Ich war gerade eh beim Einkaufen und dachte, ich frage einfach mal nach", sagt er. 

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Der "Spinner"-Trend kommt ursprünglich aus den USA. Dort wurde das Spielzeug bereits in vielen Klassenzimmern verboten, da die Kinder im Unterricht damit spielen. 

"Spinners" auf Schulhöfen

Auch in Münster erobern die "Fidget Spinners" langsam die Schulhöfe. Am Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium besitzen immerhin schon fünf bis zehn Schüler das Spielzeug. Das seien eher die jüngeren Kinder aus der fünften und sechsten Klasse, teilt die Schule mit. "Wir gehen davon aus, dass das bald noch mehr kommen wird." An der Erich-Klausener-Realschule hingegen ist das Spielzeug noch nicht so verbreitet. 

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Insbesondere an Grundschulen ist das "Spinner"-Fieber ausgebrochen. Ursula Hockmann, Leiterin der Martinischule, schätzt, dass 30 bis 50 Prozent ihrer Schüler das Spielzeug besitzen - hauptsächlich Kinder der dritten und vierten Klasse. "Das nimmt aber stark zu", sagt Hockmann. 

Probleme gab es bislang aber nicht an der Schule. Denn: Für Sammelkarten, Spielzeugtrends und Co. gilt an der Grundschule eine klare Regel. "Im Vormittagsbereich ist das verboten", sagt die Schulleiterin. Das bedeutet, dass die Kinder auch nicht in den Pausen mit den "Spinners" spielen dürfen. In der Offenen Ganztagsschule ist das Spielzeug jedoch erlaubt. "Das fällt unter Freizeit", berichtet Hockmann. "Und das läuft." 

Idee aus den 80er Jahren

Der "Spinners"-Hype mag erst ein paar Wochen alt sein, doch die Idee dazu hatte die Erfinderin Catherine Hettinger bereits in den 80er Jahren. 1997 meldete sie ein entsprechendes Patent für das Spielzeug an, das junge Kinder - insbesondere Kinder mit ADHS - ablenken und beruhigen soll. Weil ihr Patent auslief, verdient sie an den vielen "Spinners"-Fans heute allerdings kein Geld. 

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Wer selbst einen "Fidget Spinner" haben möchte, muss sich noch ein bisschen gedulden. Anfang Juni soll die nächste Ladung in den Spielzeuggeschäften ankommen, sagt Brunne. Ein klassischer "Spinner" kostet rund fünf Euro.

Wer nicht mehr solange warten möchte, kann sich so selbst einen "Fidget Spinner" basteln: 

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