Podcasts
Wissen auf die Ohren

Es lebt das gesprochene Wort. Vor allem online. Podcasts sind im Trend, es gibt sie für Fahrradfahrer, Forscher, Fußballer und Feinkostliebhaber – spezielle Audioangebote, die im Internet Tag wie Nacht angehört oder heruntergeladen werden können. Nicht nur immer mehr Nutzer entdecken die Angebote für sich. Auch für Werbetreibende sind sie attraktiv.

Montag, 04.12.2017, 14:12 Uhr

Auf dem Fahrrad, im Auto oder in der Bahn sind Podcasts für immer mehr Menschen ein entspannter Zeitvertreib. 
Auf dem Fahrrad, im Auto oder in der Bahn sind Podcasts für immer mehr Menschen ein entspannter Zeitvertreib.  Foto: colourbox.de

Nicht zuletzt der Aufstieg des Smartphones hat zu dem Erfolg beigetragen. „Das Smartphone wird zur Schaltzentrale“, sagt Christian Bollert , Geschäftsführer des Podcast-Anbieters „ Detektor.fm “. Immer mehr Nutzer hätten den Wunsch, autonom Inhalte zu konsumieren. Beim Autofahren, Putzen oder Kochen – „und das auch ohne Bildschirm vor der Nase.“

Bollert und sein Team setzen vor allem darauf, Nischen ernsthaft zu besetzen, mit Audioangeboten zu Themen wie Verkehr, Essen oder Technik. „Das wird in der Community sehr geschätzt“, sagt Bollert. Der Podcast „Antritt“ etwa, bei dem sich alles ums Radfahren dreht, erreicht monatlich 20.000 bis 40.000 Nutzer.

13 Prozent der Deutschen hören Podcasts

Für „ Detektor.fm “ hat sich ein langer Atem bezahlt gemacht. Das Internetradio mit Sitz in Leipzig entstand vor knapp acht Jahren aus einem Kulturpodcast, damals gab es die erste kleine „Podcastwelle“, wie sich der Geschäftsführer erinnert. Trotzdem stiegen die Nutzerzahlen zu Beginn nur langsam, viele hatten das Audioformat längst wieder abgeschrieben.

Doch es kam anders. Von 2015 auf 2016 hat sich bei „Detektor.fm“ die Podcast-Nutzung verdoppelt, in diesem Jahr kommen die Macher voraussichtlich auf deutlich über drei Millionen Downloads. Der Trend ist deutschlandweit zu beobachten: Laut der aktuellen ARD-ZDF-Onlinestudie hören 13 Prozent der Deutschen zumindest gelegentlich Podcasts, im Vorjahr waren es noch zwei Prozentpunkte weniger.

Podcast mit Millionenpublikum

Der Streamingdienst Spotify sprang vergangenes Jahr auf den Trend auf. Exklusiv gibt es dort seit Mai 2016 den Podcast „Fest und Flauschig“ mit Jan Böhmermann und Olli Schulz zu hören, zuvor bekannt geworden als „Sanft und Sorgfältig“ auf dem Berliner Sender Radio Eins. Genaue Abonnentenzahlen veröffentlicht der Streamingdienst nicht, doch das Magazin der Wochenzeitung „Die Zeit“ schätzte die Hörerschaft Anfang des Jahres auf mehrere 100.000 Menschen jede Woche.

Die USA sind da längst weiter. Schon vor drei Jahren erreichte der Podcast „ Serial “ dort ein Millionenpublikum. Darin recherchierten die Macher einem echten Mordfall aus dem Jahr 1999 hinterher und rollten ihn neu auf. Binnen der ersten zwei Monate hatten sich mehr als fünf Millionen Menschen über iTunes das Angebot heruntergeladen.

Fast ein Viertel der US-Amerikaner über zwölf Jahren hört mittlerweile einmal im Monat in einen Podcast rein, wie das Marktforschungsunternehmen Edison Research mitteilt.

Werbung bei Pocdcasts in den USA längst Normalität

Dieses Potenzial will sich auch die Hörspiel-Plattform Audible nicht entgehen lassen. Hatte es dort bislang nur Hörbücher gegeben, startete die Amazon-Tochter im November mit 22 neuen Podcastreihen. Mit ins Boot holte sie prominente Köpfe wie die Autorin Ronja von Rönne oder die Comedians Oliver Polak und Micky Beisenherz. Der Gagschreiber von Atze Schröder gehört nun auch zum Moderatoren-Team des Fußball-Podcasts „MML“ von Sky. Denn Prominenz bringt Reichweite – und sorgt dafür, dass sich der Podcast im Netz einen Namen macht.

Und je mehr Hörer, desto mehr Werbeeinnahmen. Für Unternehmen werden Podcasts als Werbeplattform immer interessanter. Podcast-Produzenten nennen den Werbepartner als Präsentator zu Beginn und Ende einer Sendung, verlinken ihn auf ihrer Website, widmen ihm Werbeblöcke in der Sendung. Werbetreibende Unternehmen könnten sich mit Podcasts sehr genau ihre Zielgruppe aussuchen, erläutert „Detektor.fm“-Geschäftsführer Bollert.

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Während Nutzer bislang nur ungern für Online-Inhalte zahlen, laufe die Werbevermarktung bei Podcasts gut. Auf die Inhalte hätten die Werbepartner dagegen keinen Einfluss, sagt Bollert. „Wir machen deutlich akustisch klar, dass es sich um Werbeblöcke handelt.“ Während sich mancher deutsche Nutzer daran wohl erst gewöhnen muss, ist das in den USA längst Normalität.

Suchmaschinen: Diese Alternativen zu Google sollten Sie kennen

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  • Google

    Google ist mit großem Abstand die beliebteste und meist genutzt Suchmaschine. Bekannte Alternativen sind sicherlich die zu Microsoft gehörende Suchmaschine Bing oder auch Yahoo. Letztere ist im vergangenen Jahr eher wegen eines Datenlecks in die Schlagzeilen geraten, bei dem angeblich bis zu 500 Millionen Nutzerdaten entwendet worden seien. Auch Bing ist nicht unbedingt ein Paradebeispiel für Privatsphäre. Dabei gibt es aber durchaus Alternativen, die vor allem den Fokus auf Datenschutz legen oder sich auf ganz andere Dateiformate kapriziert haben – bisher aber nur ein Nischendasein fristen.

  • DuckDuckGo

    DuckDuckGo

    Die Suchmaschine mit dem sperrigen Namen ist wohl die bekannteste Alternative zu Google. Als die Washington Post und der Guardian im Juni 2013 die Snowden-Enthüllungen veröffentlicht haben, verdreifachten sich die Zugriffe auf DuckDuckGo. Der amerikanische Anbieter verspricht, dass keine persönlichen Informationen aufgezeichnet werden und sie so auch Filterblasen verhindern wollen. Sicherer aber gegenüber dem Interesse von Geheimdiensten ist die von Gabriel Weinberg gegründete Suchmaschine nicht, denn die Suchmaschine unterliegt dem Patriot Act, das heißt, sie muss ebenfalls Behörden wie FBI, CIA und NSA Zugriff auf ihren Server zu gewähren.

    Links
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    Foto: dpa/DuckDuckGo
  • Qwant

    Qwant und Ixquick

    Die französische Suchmaschine Qwant ist mittlerweile vollständig auf Deutsch verfügbar. Neben der Suche über Desktop-Browser gibt es nun auch eine deutschsprachige Mobilversion. Qwant erhebt nach eigenen Angaben keine persönlichen Daten der Nutzer, verwendet keine Cookies und verschleiert IP-Adressen. Ähnlich verhält es sich mit der holländischen Suchmaschine Ixquick, die weder IP-Adresse noch die Suchanfrage aufzeichnet. Ixquick bietet eine Telefonbuchsuche und kann auch Videodateien finden.

    Foto: dpa/qwant
  • Wegtam und DeuSu

    Wegtam und DeuSu

    Diese beiden Seiten aus Deutschland legen ebenfalls großen Wert auf das Thema Datenschutz. DeuSu verzichtet dabei komplett auf Werbung und ist spendenfinanziert.

    Foto: wegtam
  • Umlu

    Umlu

    Die Abkürzung für „Umweltlupe“ ist eine Suchmaschine, die Wert auf Nachhaltigkeit legt. Die Suche selbst basiert zwar auf den Google-Ergebnissen, gewichtet sie aber anders, indem sie Links bevorzugt, die umweltbewusste Produkte und Unternehmen bevorzugt. Das mag nicht immer zum gewünschten Suchergebnis führen, ist aber gemeinnützig.

    Links
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    Foto: umlu
  • Benefind und Ecosia

    Benefind und Ecosia

    Einen ähnlich sympathischen Ansatz verfolgen diese beiden Anbieter. Während Ecosia seine Werbeeinnahmen spendet, verspricht Benefind, jede zweite Web-Suche mit einem Spendencent an ein Projekt der Wahl zu belohnen.

  • Spaactor

    Spaactor

    Ganz anders verfahren Suchmaschinen, die sich auf bestimmte Dateiformate spezialisiert haben. Spaactor zum Beispiel hat sich dem Thema Audio verschrieben. Es erfasst viele frei zugängliche Quellen im Netz wie Podcasts, Nachrichtenmitschnitte oder Videos. Diese kann man zum Beispiel nach Personen, Orten, Tieren, Unternehmen oder Themen durchsuchen. Über eine erweiterte Suche lassen sich die Kriterien weiter eingrenzen.

    Links
    Foto: dpa
  • Cliqz

    Cliqz

    Cliqz kommt aus München und bietet ebenfalls eine Suchmaschine. Zwei Besonderheiten: Cliqz verfügt über einen eigenständigen, unabhängigen Web-Index (die anderen nutzen den von bing oder Google). Außerdem verfolgt Cliqz ein neuartiges Konzept: Suchen direkt im Browser, der Umweg über separate Suchmaschinenergebnisseiten entfällt. „Schnellsuche“ nennt das der Anbieter. Und selbstverständlich ist die Suche anonym. Cliqz gibt es als Erweiterung für Firefox sowie als eigenständigen Browser für Windows, Mac, Android und iOS.  

  • WorldWideScience und Bookfinder

    Sehr speziell sind diese Suchmaschinen, wenn es darum geht, Bücher zu finden oder – noch eingeschränkter – wissenschaftliche Informationen länderübergreifend zugänglich zu machen.

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  • Good Travel, Treeday und Ecobnb

    Drei Suchmaschinen, die sich auf Suchanfragen zum Thema Reise verlegt haben.

  • FragFinn

    FragFinn

    Kinder bis zwölf Jahre können getrost die Suchmaschine nutzen, weil die Ergebnisse von Medienpädagogen geprüft und für Kinder geeignet sind.

    Links
    Foto: picture-alliance/dpa
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