Aktion gegen Rassismus
VfL Osnabrück kontert AfD-Politikerin aus

Münster -

Der VfL Osnabrück hat sich vor der Drittliga-Partie gegen den FC Hansa Rostock am Ostersamstag mit einer Aktion für Vielfalt und gegen Rassismus stark gemacht. AfD-Politikerin Beatrix von Storch beleidigte den Verein daraufhin im Netz. Doch ihr Tweet wurde durch einen unwiderstehlichen Konter zum Eigentor.

Dienstag, 03.04.2018, 12:52 Uhr aktualisiert: 03.04.2018, 16:49 Uhr
Aktion gegen Rassismus: VfL Osnabrück kontert AfD-Politikerin aus
Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD, Beatrix von Storch, hat in einem Tweet den VfL Osnabrück beleidigt. Der Konter des Sportvereins folgte prompt. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

„Gegen Rechts” stand in lila-weißen Lettern auf den T-Shirts, die die Vorstandsmitglieder des Fußball-Drittligisten VfL Osnabrück vor dem Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock am Ostersamstag überzogen. Mit der Aktion setzte der Verein ein Zeichen gegen Rassismus, Fremdenhass und Homophobie.

Während der in Osnabrück geborene VfL-Coach Daniel Thioune, Sohn eines Senegalesen und einer Deutschen, das Engagement nach dem Spiel (1:1) als „gelungene Aktion” lobte, erreichte die Osnabrücker über den Nachrichtendienst Twitter Kritik. AfD-Politikerin Beatrix von Storch beleidigte die VfL-Riege als „Honks” und wollte wissen, was der Verein genau unter „Rechts” verstehe.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende schickte weitere Fragen hinterher: „Und: wann steht Ihr auf gegen ‚Links’? Wenn Hamburg wieder brennt? Oder wenn die nächsten 100 kg Chemikalien zum schmutzige Bomben bauen bei Linksextremisten gefunden werden?” Den Tweet verlinkte die AfD-Politikerin mit einem Artikel der rechtsgerichteten Meinungsseite PI-News.

Die Reaktion des VfL Osnabrück folgte prompt: „Wir werten Ihre Beleidigung und den Inhalt Ihres Tweets als Kompliment und fühlen uns in unserer Haltung bestätigt”, twitterte der VfL. Weiter bot der Verein von Storch an, ihr ein Trikot mit den Autogrammen der multikulturellen VfL-Mannschaft zu schicken, wenn sie sich in den Vereinsstatement „Gegen Rechts”  wiederfinde. Der Konter saß: Bis Dienstagmittag (3.4.) drückten 4634 User auf den „Gefällt mir”-Button unter dem Post - dreimal so viele wie beim von-Storch-Post.

Am Dienstag nach Ostern quollen dann die Postfächer in der Presseabteilung des VfL Osnabrück über, wie Pressereferent René Kemna erzählte. „Unter den zahllosen Zuschriften sind die positiven Mitteilungen in der überwältigenden Überzahl”, sagte Kemna auf Anfrage. 99 Prozent, so der Pressereferent, freuten sich mit dem VfL über den gelungenen Konter gegen die 46-jährige von Storch und machten deutlich, dass auch sie die Aktion gegen Ausgrenzung, Hass und Fremdenfeindlichkeit unterstützen.

Mit der Haltung des VfL Osnabrück solidarisierte sich dann auch der sportliche Rivale aus Münster. Der SC Preußen teilte „ausnahmsweise” das Statement der „lila-weißen Nachbarn” auf Twitter. 

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