Gerst fliegt zur Raumstation ISS
Astro-Alex ins All gestartet

Um 13.12 Uhr ist der deutsche Astronaut Alexander Gerst ins All gestartet. Seine Mission zur Raumstation ISS fasziniert die Menschen rund um die Erde, zahlreiche Geschichten und Anekdoten machten im Vorfeld die Runde. Wir haben zusammengestellt, was Sie zum Abenteuer von "Astro-Alex" wissen müssen.

Mittwoch, 06.06.2018, 12:35 Uhr aktualisiert: 06.06.2018, 15:25 Uhr
Gerst fliegt zur Raumstation ISS : Astro-Alex ins All gestartet
Vier Jahre nach seiner ersten Mission bricht der deutsche Astronaut Alexander Gerst vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur zu seiner zweiten ISS-Mission auf. Foto: dpa

Vier Jahre nach seiner ersten Mission bricht der deutsche Astronaut Alexander Gerst erneut ins All auf. Um 13.12 Uhr ist „Astro-Alex“ mit einer Sojus-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur Raumstation ISS gestartet. Bei seiner Mission „Horizons“ wird er zeitweise Kommandant der ISS sein - als erster Deutscher überhaupt. 2014 hatte Gerst rund sechs Monate als Bordingenieur auf der Internationalen Raumstation verbracht. 

Kurz vor dem Start schickte Gerst noch einen letzten Tweet an die Erdenbürger.

Der deutsche Astronaut hat durchaus Sendungsbewusstsein. Seinem Twitter-Account folgen über eine Million Menschen. Der Raketenstart wurde auf diversen Kanälen live übertragen:

Vor seinem Start gemeinsam mit dem russischen Kampfpiloten Sergej Prokopjew und der US-Ärztin Serena Auñón-Chancellor wirkte „Astro-Alex“ ausgesprochen entspannt. „Es ist einfacher, wenn man zum zweiten Mal fliegt, denn man hat die großen Unbekannten nicht“, sagte er bei der Abschieds-Pressekonferenz am Dienstag. Man frage sich nicht mehr, wie das Leben da oben eigentlich ist. Nervös sei er vor seiner Abschlussprüfung gewesen, weil er gewusst habe, dass die russischen Trainer ihn und die Crew genau beobachteten. „Ich bin jetzt deutlich entspannter.“ 

Mission Horizons: Gerst fliegt zur ISS

1/13
  • Am Mittwochmittag ist in Baikonur eine Sojus-Rakete gestartet.

    Foto: Dmitri Lovetsky
  • An Bord der Rakete ist auch der deutsche Astronaut Alexander Gerst.

    Foto: Dmitri Lovetsky
  • Die Rakete bringt Gerst sowie den russischen Kampfpiloten Sergej Prokopjew und die US-Ärztin Serena Auñón-Chancellor zur Internationalen Weltraumstation ISS.

    Foto: Dmitri Lovetsky
  • Herzliche Grüße: Im Bus zur Rakete verabschiedet sich Alexander Gerst.

    Foto: Shamil Zhumatov
  • Tschüss, ihr Erdbürger: Alexander Gerst, die US-amerikanische Astronautin Serena Aunon-Chancellor und der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew winken zum Abschied vor dem Besteigen der Rakete, die sie in binnen zwei Tagen zur Raumstation ISS bringen soll.

    Foto: Joel Kowsky
  • Der deutsche Astronaut Alexander Gerst winkt vor dem Start am Kosmodrom. Vier Jahre nach seiner ersten Mission bricht der deutsche Astronaut mit einem Team mit einer Sojus-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur zu seiner zweiten Mission auf der ISS auf.

    Foto: Dmitri Lovetsky
  • Eine Mitarbeiterin des Rathauses Künzelsau - Gersts Heimat - klebt während einem Stadtfest zum Start der Raumfahrtmission ISS Horizons Notizzettel zu einer Rakete, auf denen Wünsche an die Mission geschrieben stehen.

    Foto: Sebastian Gollnow
  • Mitarbeiter der russischen Weltraumagentur helfen dem deutschen Astronauten vor dem Start am Kosmodrom nach einer Inspektion seines Raumanzugs auf.

    Foto: Dmitri Lovetsky
  • Time to say goodbye: Alexander Gerst (l.), der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew und die US-amerikanische Astronautin Serena Aunon-Chancellor winken vor ihrer Abfahrt mit einem Bus vom Hotel zum Kosmodrom.

    Foto: Dmitri Lovetsky
  • Schick ist unwichtig, funktional muss es sein: Gerst in seiner Arbeitskleidung.

    Foto: Pavel Golovkin
  • Alexander Gerst winkt einen Tag vor dem Start ins All auf einer Pressekonferenz im Kosmodrom. Nach seinem zweijährigen Training startet Gerst am 6. Juni mit einer Sojus-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur zu seiner zweiten Mission auf der ISS.

    Foto: Dmitri Lovetsky
  • Ein orthodoxer Priester segnet die Sojus FG Rakete an der Startrampe.

    Foto: Dmitri Lovetsky
  • So war‘s 2014: Vier Jahre nach seiner ersten Mission bricht der deutsche Astronaut mit dem Team mit einer Sojus-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur zu seiner zweiten Mission auf der ISS auf.

    Foto: Alexander Gerst

Wie beim ersten Start 2014 ist Gersts Familie nach Baikonur gereist, am Mittwochvormittag soll es ein letztes Abschiedstreffen geben - zum Schutz vor Infektionen hinter einer Glasscheibe. Der Flug zur ISS rund 400 Kilometer über der Erde wird etwa zwei Tage dauern.

Bereits gestern twitterte die Nasa, dass das Weltraum Taxi, die Sojus, bereit zum Einstieg ist. 

Daten zur Sojus-Rakete

SOJUS-FG, dreistufige Trägerrakete:

- Länge: 49,5 Meter; Durchmesser an breitester Stelle: 10,3 Meter- Masse beim Start: mehr als 310 Tonnen- Nutzlast: bis zu 7,4 Tonnen- Hersteller: RKZ Progress in SamaraSOJUS-MS, bemannte Raumkapsel:- Länge: knapp 7 Meter; Durchmesser an breitester Stelle: 2,72 Meter- Masse beim Start: rund 7,2 Tonnen- Besatzung: bis zu drei Raumfahrer (müssen jeweils 150 bis 190 Zentimeter groß und 50 bis 95 Kilogramm schwer sein)

...

Hier sieht man, dass die Raumfahrer erst mit einem Fahrstuhl ganz nach oben fahren müssen, um in die ganz an der Spitze gelegene Raumkapsel zu gelangen. 

Gute zwei Stunden vor dem Start, zeigte sich das Trio ein letztes Mal ohne Helm.

Große Vorfreude herrschte in Gersts Heimatort Künzelsau: Dort feiern die Menschen den Flug ihres Ehrenbürgers mit einem Stadtfest. Auf einer großen Leinwand vor dem Alten Rathaus soll live zu sehen sein, wie der Astronaut in die Schwerelosigkeit aufbricht. 

Commander Alex

In seiner Heimat Künzelsau gibt es sogar Fan-T-Shirts von "Commander Alex". Foto: dpa

Die zentrale Veranstaltung der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) zum Start findet im Zeiss-Großplanetarium Berlin statt. Auch in vielen anderen Orten bundesweit waren Live-Übertragungen geplant, unter anderem im Planetarium in Münster. 

Mit an Bord sind wie beim ersten Flug ins All auch die Maus und der Elefant aus der "Sendung mit der Maus". Gerst will in den sechs Monaten mehrfach in der WDR-Sendung Kindern erklären, was sein "All-Tag" für Überraschungen bereithält. 

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd befasste sich derweil mit dem Flug ins All aus Polizeisicht: Mit fast 28 000 Stundenkilometern in die Radarfalle - was würde das eigentlich kosten? So die Frage, der sich die Beamten widmeten. Bei erlaubten 100 Kilometern pro Stunde wäre Gerst kurz nach dem Start mehr als 27 000 Stundenkilometer zu schnell. Die theoretische Strafe: „ca. 500 000 Euro Geldbuße, 1120 Punkte in Flensburg und ca. 70 Jahre Fahrverbot“. 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5797019?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F1604524%2F2268861%2F
Was das „Bündnis für moderne Mobilität“ für Münster bringt
Oberbürgermeister Markus Lewe (r.) war am Donnerstag bei Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (M.) in Berlin zu Gast.
Nachrichten-Ticker