«Momo» bei WhatsApp
Horror-Kettenbrief erschreckt vor allem Kinder

Münster -

Die Augen stechen hervor, der Mund ist zu einer fiesen Grimasse verzogen, die strähnigen schwarzen Haare liegen dem Mischwesen auf der Stirn. Das vermeintliche Horror-Gespenst «Momo» macht bei WhatsApp die Runde - zum Leidwesen vieler Kinder und Jugendlichen. Es sei gut, wenn Eltern im Vorfeld mit ihren Kindern über das Thema sprechen, sagt die Polizei.

Montag, 30.07.2018, 17:00 Uhr

«Momo» bei WhatsApp : Horror-Kettenbrief erschreckt vor allem Kinder
Foto: Andrea Warnecke/dpa

"Unsere Tochter (10) hat vor ein paar Tagen in einer WhatsApp-Gruppe ihrer Klasse den Kettenbrief erhalten. Wir hatten uns vorher schon über dieses Thema unterhalten, und eigentlich war ihr klar, dass das nur 'Quatsch' ist, dennoch hat sie ziemlich panisch reagiert, als sie den Namen «Momo» sah. Zum Glück kam sie damit direkt zu mir und hat es gar nicht erst gelesen. Angst hatte sie leider trotzdem", berichtet Facebook-Nutzerin Vera W.

Genau richtig verhalten. "Dieser Horror-Kettenbrief ist aktuell kein Fall für Münster", teilt der Pressesprecher der Polizei Münster, Andreas Bode , auf Anfrage unserer Zeitung mit. "Wir empfehlen Eltern aber, mit ihren Kindern darüber zu sprechen und ihnen zu erklären, dass solch ein Kettenbrief im Umlauf ist." Eltern sollten versuchen, ihren Kindern argumentativ klarzumachen, dass sie nichts zu befürchten haben, wenn sie diesen Kettenbrief nicht weiterleiten.

Kontakt sofort löschen und nicht darauf reagieren!

Pressesprecher der Polizei Münster, Andreas Bode

Für ihre Aufklärungsarbeit geht die Polizei auch in Schulen. Mit Schülerinnen und Schülern sprechen sie über Cybermobbing und WhatsApp. Das aktuelle WhatsApp-Phänomen «Momo» sei noch kein Thema gewesen. "Das heißt nicht, dass es hier nicht kursiert", so der Pressesprecher.

Zum Hintergrund

Die Meldungen zu «Momo» häufen sich seit Juli 2018. Im Netz kursieren unbelegte Meldungen, der «Momo»-Account würde ohne eigenes Zutun in der WhatsApp-Liste erscheinen und nach einer Kontaktaufnahme, verstörende Inhalte verschicken. Weitere Informationen finden Sie hier. (Vorsicht: Die Bilder von der Skulptur könnten auf einige Menschen verstörend wirken.)

Was sich verbreitet, ist der Kettenbrief, in dem steht, dass der Empfänger den Text an weitere Kontakte weiterleiten soll und dass ihm Böses widerfahre, sollte er oder sie dies nicht tun.

Den Kindern sollte klargemacht werden: 'Es passiert dir nichts, wenn du nichts weiterschickst.'

Andreas Bode

Mittlerweile ist auch klar, dass es sich bei dem WhatsApp-Profilbild von «Momo» um eine Skulptur handelt, die von "Link Factory" erstellt wurde - einem japanischen Special-Effects-Unternehmen.


Haben Sie oder Ihr Kind auch Nachrichten von dem WhatsApp-Kontakt «Momo» erhalten? Dann schreiben Sie uns gern an redaktion.online@wn.de

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