Zeichen gegen Rechts
Kampagne "#unfollowme" zielt auf unerwünschte Fans ab

Münster/Hamburg -

Viele Prominente sind aktuell im Rahmen der Kampagne "#unfollowme" darum bemüht, Follower in den sozialen Netzwerken loszuwerden. In Zeiten, in denen viele Klicks und Likes besonders wichtig sind, ist das äußerst ungewöhnlich. Doch es geht hierbei um ganz bestimmte Follower. 

Freitag, 09.11.2018, 20:00 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 19:50 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 09.11.2018, 20:00 Uhr
Die Aktion #unfollowme schlägt große Wellen in den sozialen Netzwerken.
Die Aktion #unfollowme schlägt große Wellen in den sozialen Netzwerken. Foto: Pressebild "Laut gegen Nazis"

Unter dem Hashtag #unfollowme wollen zahlreiche Prominente ein deutliches Zeichen gegen Rechts setzen. Sie fordern Follower vom rechten Rand dazu auf, ihnen nicht mehr in sozialen Netzwerken zu folgen, wie die Organisation  „Laut gegen Nazis“ in Hamburg mitteilte. "Denn in Social Media ist es wie im Real Life – Fremdenfeindlichkeit und Rassismus im Freundeskreis will keiner. Lass uns gemeinsam ein starkes Zeichen gegen Rechts setzen!", fordert die Organisation ihre Unterstützer auf. Gestartet ist die Aktion bereits am 9. November. 

"Zahlreiche Schauspieler, Musiker, Sportler, Influencer und Organisationen unterstützen die Aktion, indem sie Follower mit rechtem Gedankengut dazu auffordern, ihnen nicht mehr zu folgen. Zu den Prominenten zählen u. a. Smudo, Klaas Heufer-Umlauf, Johannes Oerding, Sido, Oke Göttlich", heißt es in der Pressemitteilung von  „Laut gegen Nazis“.

Einsatz für Weltoffenheit und Toleranz 

Auch Politiker zeigen inzwischen Flagge, so wie das Bundestagsmitglied Martin Schulz. Er schreibt dazu:"Die Nazis ermordeten über sechs Millionen Jüdinnen und Juden systematisch in Tötungsfabriken und legten weite Teile der Welt in Schutt und Asche. Was auch immer los ist, was auch passiert: Mit Neo-Nazis marschiert man nicht. Wer das nicht begreift, sollte mich entfolgen."

Jörn Menge von „ Laut gegen Nazis“ erklärt: „In Zeiten, in denen die Followerzahl für Influencer und Celebrities DIE Währung für Erfolg ist, setzt #unfollowme ein klares Zeichen. Denn Follower zu verlieren heißt auch, Erfolg einzubüßen. Und genau das macht die Botschaft umso stärker, die unsere Unterstützer mit ihrer Teilnahme senden.“

Es geht folglich nicht darum, so viele Follower wie möglich zu verlieren - sondern zu zeigen, dass Weltoffenheit und Toleranz viel wichtiger sind, als Ruhm und Erfolg. 

Doch die Aktion richtet sich nicht nur an Prominente. Auch Privatpersonen sind dazu aufgerufen, ihre Meinung offen zu zeigen und gegen rechtes Gedankengut einzustehen. „Das Ganze ist total einfach – aber effektiv, wenn sich Viele beteiligen“, betont Jörn Menge. „So können alle, die gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sind, mit nur kleinem Aufwand etwas Großes entstehen lassen.“

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