WhatsApp-Kettenbrief
Die Angst kommt als Sprachnachricht

Bei WhatsApp soll eine alte Horror-Gestalt wieder zum Leben erweckt worden sein: "Niko" mit dem Gesicht "voller Narben und Blut" droht seinen Empfängern mit dem Tod - wenn diese die schaurige Voicemail nicht weiterleiten. Vor allem an Schulen verbreiten solche Kettenbriefe schnell Angst und Schrecken.

Mittwoch, 23.01.2019, 21:18 Uhr
WhatsApp-Kettenbrief: Die Angst kommt als Sprachnachricht
Foto: Martin Gerten

"Hi, ich bin Niko und neun Jahre alt und habe keine Hände mehr" - so soll sich der Horror-Junge in dem Kettenbrief mit verzerrter Stimme vorstellen. Dann fordert er dazu auf, die Sprachnachricht an 20 Menschen weiterzuleiten. Andernfalls droht er mit einem grausamen Besuch bei Nacht: "Du glaubst es nicht? Anna W. hat es einfach ignoriert, sie glaubte nicht daran. Um 0.00 Uhr hörte sie komische Geräusche aus dem Flur, sie ging in den Flur und sah mich. Sie schrie um ihr Leben. Aber naja, ich brachte sie um und keiner hat sie mehr wieder gesehen" (mimikama.at)

Wieder im Umlauf?

Neu ist die Horror-Nachricht nicht - Angst verbreitet sie aber immer wieder in Wellen. Jetzt soll die Message in NRW im Umlauf sein. Die Rheinische Post berichtete über einen aktuellen Fall im Kreis Viersen . Bereits im Jahr 2013 warnte das LKA Niedersachsen vor dem "Kettenbrief mit Todesdrohung". 

Kettenbriefe kursieren oft über Jahre hinweg, verschwinden und tauchen wieder auf. 

Das sagt die Polizei

Noch gibt es keine Hinweise darauf, dass die Nachricht auch im Münsterland wieder von Handy zu Handy spukt. So sei das aktuelle WhatsApp-Phänomen für die Polizei Münster noch kein Thema gewesen. Roland Vorholt, Leiter der Pressestelle der Polizei Münster, rät Betroffenen, die Nachricht sofort zu löschen.

Kinder sollten sich an ihre Lehrer oder Eltern wenden und nicht in Panik verfallen. "Eltern sollten präventiv mit Kindern über solche Kettenbriefe sprechen. Sie sollten sie darüber aufklären, dass sich manche Leute einen Spaß aus solchen erfundenen Schreckensnachrichten machen."

WhatsApp geht gegen Fake News vor

Kettenbriefe sind ein altbekanntes Phänomen bei WhatsApp: Von E-Petitionen über Gewinnspiele bis hin zu sogenannten "Urban Legends" - die Inhalte der Massennachrichten variieren.

Der Messenger-Dienst reagiert nun mit einem Update auf das Problem: Bisher ließen sich WhatsApp-Nachrichten in wenigen Schritten mit bis zu 20 Kontakten teilen - zukünftig sind es nur noch fünf. So soll die automatisierte oder massenhafte Verbreitung von Nachrichten erschwert werden. 

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