Datenschutz
So findest du heraus, ob dein Passwort gehackt wurde

Abermillionen E-Mail-Adressen und Passwörter geistern durchs Netz, mit jedem Datenleck kommen weitere hinzu. Wer ist betroffen - und wer muss sich keine Sorgen machen? Mit einfachen Mitteln kann das jeder überprüfen.

Montag, 28.01.2019, 11:20 Uhr aktualisiert: 28.01.2019, 11:22 Uhr
Internetnutzer sollten prüfen, ob ihre Log-in-Daten ins Netz gelangt und dort mehr oder weniger frei auffindbar sind. Ist dies der Fall, muss das Passwort geändert werden.
Internetnutzer sollten prüfen, ob ihre Log-in-Daten ins Netz gelangt und dort mehr oder weniger frei auffindbar sind. Ist dies der Fall, muss das Passwort geändert werden. Foto: Lukas Schulze

Der Verdacht, dass ein Fremder Zugriff auf die eigenen Internetkonten vom E-Mail-Postfach über den Onlinespeicher bis hin zu Facebook- und Instagram-Accounts haben könnte, lässt niemanden ruhig schlafen.

Wer sich nach einem Datenleck beruhigen möchte, kann einfach überprüfen, ob auch seine Log-in-Daten ins Netz gelangt und dort mehr oder weniger frei auffindbar sind. Helfen können dabei Datenbanken, in die Sicherheitsforscher nach Hackerangriffen oder Datenlecks kompromittierte Zugangsdaten einpflegen. Der australische IT-Sicherheitsexperte  Troy Hunt betreibt etwa die Abfrage-Dienste  Pwned Passwords  und Have I been pwned?

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ( BSI ) rät Internetnutzern, kontinuierlich zu überprüfen, ob ihnen sensible Daten wie Benutzernamen und Passwörter bei bekannt gewordenen Datenabflüssen gestohlen worden sind - und empfiehlt neben Troys „ Pwned ”-Abfragen folgende Datenbanken:

- Firefox Monitor : Der Abfragedienst von Mozilla greift auf die Datenbank von „Have I been pwned?” zurück, arbeitet nahezu identisch, unterscheidet sich aber durch ein praktisches Detail: Weil das Ergebnis der Abfrage nur für den Moment gültig ist, kann man sich auf der Monitor-Seite auch mit einer Mailadresse registrieren und bekommt dann sofort Bescheid, falls eigene Daten im Netz auftauchen sollten.

Ebenfalls praktisch für Firefox-Nutzer: Der Browser schlägt Alarm, wenn man auf einer Seite surft, die gehackt worden ist oder auf der es ein Datenleck gab. Unterhalb der Adressleiste öffnet sich dann eine Benachrichtigung, die etwa über den Zeitpunkt und das Ausmaß des Angriffs oder des Lecks informiert und zu einer Monitor-Abfrage rät.

- Identity Leak Checker : eine weitere Abfragemöglichkeit, die das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) anbietet. Auch hier müssen E-Mail-Adressen angegeben werden. Per Datenbankabgleich wird dann geprüft, ob die Mail-Adresse in Verbindung mit anderen persönlichen Daten wie Telefonnummer, Geburtsdatum oder Adresse im Internet offengelegt wurde und missbraucht werden könnte.

Breach Alarm : Dieser Dienst arbeitet ebenfalls mit E-Mail-Adressen. Die ad-hoc-Abfrage sowie der Monitor-Dienst mit einer Mail-Adresse sind gratis.

Spätestens wenn die eigene Mail dort auftauche, solle man über ein neues, starkes Passwort und wenn möglich über eine Zwei-Faktor-Authentifizierung nachdenken, sagte Linus Neumann vom Chaos Computer Club. 

Besonders wichtig ist ein gut abgesichertes E-Mail-Konto, weil es oft eine Art Generalschlüssel für viele weitere Dienste darstellt, die Links zum Zurücksetzen des Passwortes per Mail verschicken. Als Hilfsmittel zum Verwalten und Nutzen vieler verschiedener guter Passwörter rät das BSI zu Passwortmanagern .

Das Hasso-Plattner-Institut sieht nach den jüngsten Cyberangriffen und Datendiebstählen „viel Aufklärungsbedarf” in der Bevölkerung. Mit kostenlosen Online-Kursen will das private Institut gegensteuern. Als Voraussetzung reicht bereits IT-Grundwissen aus, wie das HPI mitteilte. Im Februar wird unter anderem ein Kurs zum Thema „Digitale Identität - Wer bin ich im Netz” angeboten. Darin will Instituts-Leiter Christoph Meinel über sichere Passwörter, die Abwehr möglicher Angriffe und sichere Speichermethoden informieren. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich.

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