Serien auf Abruf
Neue Konkurrenz auf dem Streaming-Markt

Streamingdienste für Serien und Filme werden immer beliebter. Die großen Anbieter planen 2019 zahlreiche Neuerscheinungen. Netflix, Amazon und Maxdome erhalten dabei neue, schlagkräftige Konkurrenz.

Donnerstag, 14.02.2019, 21:26 Uhr aktualisiert: 14.02.2019, 21:30 Uhr
Serien auf Abruf: Neue Konkurrenz auf dem Streaming-Markt
2019 wartet für Serien-Fans mit einigen Neuerungen auf. Foto: dpa/Amazon Prime

Die Fernsehzeitungen verstauben in den Kiosk-Regalen, DVDs und selbst Blu-rays wirken fast überholt. Streaming und Video on Demand sind die Zauberwörter, wenn es um aktuelle Serien und Filme geht. Mehr als jeder dritte Deutsche nutzte laut dem Branchenverband Bitkom 2018 hin und wieder Streamingdienste. Während Netflix und Amazon laut der Marktforschungsgruppe Goldmedia (2017) über 70 Prozent der Nutzer auf sich vereinen, spielen deutsche Anbieter nur eine Nebenrolle: Die verschiedenen Angebote von Sky („Sky Ticket”, „Sky Go”) kommen gemeinsam auf 15 Prozent, der deutsche Dienst Maxdome auf 6,5 Prozent Marktanteil.

Die beiden großen US-Anbieter Netflix und Amazon bekommen dabei womöglich schon in diesem Jahr schlagkräftige Konkurrenz. Disneys hat für 2019 einen eigenen Streamingdienst angekündigt. „Disney Play” könnte dafür sorgen, dass Disney-Lizenzinhalte langfristig bei anderen Anbietern verschwinden werden. Dabei geht es neben Animationsfilmen auch um die Marvel-Produktionen, „Star Wars“ oder „Fluch der Karibik“.

Auch Warner hat hat für 2019 einen Streamingdienst angekündigt, der Produktionen der Warner-Tochter HBO wie „Game of Thrones“ umfassen könnte. Die achte Staffel der Erfolgsserie wird in Deutschland ab Mitte April - parallel zur US-Ausstrahlung - zunächst noch exklusiv bei Sky gezeigt.

Auch Apple steigt ein

Ein weiteres Schwergewicht könnte in den kommenden Monaten dazu kommen: Laut Medienberichten will Apple seinen seit Jahren vorbereiten Video-Streamingdienst in den kommenden Monaten an den Start bringen. Der iPhone-Konzern wolle das Angebot am 25. März vorstellen und habe dazu Hollywood-Stars wie Jennifer Aniston und Reese Witherspoon eingeladen, schrieb der Finanzdienst Bloomberg. Der Dienst solle dann zum Sommer ans Netz gehen, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Der Sender CNBC berichtete unterdessen, Apple strebe einen Start bereits im April oder Anfang Mai an.

Apple will in dem Video-Dienst zum einen - ähnlich wie Netflix oder Amazon - exklusiv verfügbare Inhalte wie Serien zeigen. Zugleich soll man dort laut Medienberichten aber auch Bezahlangebote anderer Anbieter abonnieren können. In den USA würden Kanäle wie Starz oder Showtime zum Start dabei sein, der bekannte Bezahlsender HBO mit Serien wie „Games of Thrones“ schwanke noch, schrieb CNBC. Netflix bleibe außen vor. Mit den Eigenproduktionen wäre der Apple-Dienst ein direkter Netflix-Konkurrent. 

Apple hatte für den Service Deals mit Entertainment-Schwergewichten wie Steven Spielberg und Oprah Winfrey und wollte laut Medienberichten allein im vergangenen Jahr eine Milliarde Dollar in Inhalte stecken. Bisher unklar war das Geschäftsmodell: So wurde spekuliert, ob der Video-Dienst mit bestehenden Angeboten wie dem Streaming-Service Apple Music mit seinen 50 Millionen Kunden gebündelt wird, oder als separates Abo erhältlich sein wird. Bei CNBC hieß es jetzt, die Eigenproduktionen sollen für Inhaber von Apple-Geräten kostenlos sein.

Kampf um Kunden mit Exklusiv-Inhalten

Die beiden Platzhirsche, Amazon und Netflix, haben unterdessen neue Eigenproduktionen angekündigt. Netflix plant dabei aktuell allein zwei weitere deutsche Serien, wie das Unternehmen jetzt bei der Berlinale bekanntgab.

Mit „Unorthodox” erzählt Anna Winger (Deutschland 83, Deutschland 86) die Geschichte einer jungen Frau, die einer arrangierten Ehe in New York entflieht, um sich in Berlin eine neue Zukunft aufzubauen. Christian Ditter (How to Be Single, Türkisch für Anfänger) ist bei seinem Projekt Biohackers für Drehbuch und Regie verantwortlich. In dem Thriller entdeckt eine Medizinstudentin, dass in ihrer Universitätsstadt hochentwickelte Biohacking-Technologie genutzt wird, die in falsche Hände gelangt.

Nach Informationen des „Hollywood Reporter arbeitet Netflix zudem an einer Fortsetzung des großen Serienerfolgs „Breaking Bad: Die Produktion in Spielfilmlänge soll sich um die Figur Jesse Pinkman (Aaron Paul) drehen.

Pumuckls Comeback

Amazon kündigte am Mittwoch zahlreiche neue Eigenproduktionen an. Darunter befindet sich die deutsche Neuverfilmung des Klassikers „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo”. Der Drehstart für die Serie soll noch in diesem Jahr erfolgen (Regie: Philipp Kadelbach, Produktion: Oliver Berben). Insgesamt berichtete Amazon von mehr als 20 neuen Eigenproduktionen (Prime Originals), die in Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien, Indien, Mexiko und Japan realisiert werden sollen. Aus Mexiko soll unter anderem die Serie „El Presidente“ kommen, die vom FIFA-Korruptionsskandal 2015 inspiriert wurde. Zudem will Amazon Serienerfolge wie „The Grand Tour” mit neuen Staffeln fortgesetzt. 

Für Eltern und Nostalgiker interessant: Ab 1. März zeigt Prime alle 52 Folgen der Kinderserie „Meister Eder und sein Pumuckl”. 1982 hatte der rothaarige Kobold seinen ersten Auftritt im Bayrischen Rundfunk. 2012 flimmerte die Zeichentrickfigur das letzte Mal über den TV-Bildschirm. Jetzt wurden die alten Bänder digital restauriert. 

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