Rassismus- und Sexismusvorwürfe
Kritiker starten Petition gegen True Fruits

Wenn True Fruits seine Smoothies bewirbt, dann gerne mit provokativen Slogans. Kritiker haben mehrere dieser Sprüche als diskriminierend eingestuft und eine Petition gestartet. Sie fordern, dass Handelspartner die Produkte von True Fruits aus dem Sortiment nehmen. Das Unternehmen hat nun mit einem ausführlichen Statement reagiert.

Donnerstag, 21.02.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 21.02.2019, 20:11 Uhr
Rassismus- und Sexismusvorwürfe: Kritiker starten Petition gegen True Fruits
Der Smoothie-Hersteller True Fruits wird für einige Werbeslogans kritisiert. Diese werden als rassistisch, sexistisch oder behindertenfeindlich eingestuft. Kritiker haben eine Petition gestartet und fordern Handelspartner von True Fruits auf, die Produkte aus dem Sortiment zu nehmen. Foto: dpa

Der Smoothie-Hersteller True Fruits wird mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert. Sie reichen von Rassismus über Verharmlosung von sexueller Gewalt bis zu Behindertenfeindlichkeit. Grund dafür sind Sprüche, mit denen das Unternehmen für seine Produkte wirbt. Mit oftmals provokativen Aussagen macht True Fruits in den sozialen Netzwerken auf seine Smoothies aufmerksam.

Auf der Plattform „change.org” haben Kritiker eine Petition gestartet, die sich an Handelspartner und Verkaufsorte von True Fruits richtet. Diese sollten angesichts der diskriminierenden Marketingstrategie Haltung zeigen und die Produkte aus dem Sortiment nehmen, fordern die Absender des offenen Briefes. Alternativ erwarten die Kritiker eine klare und ernst gemeinte Entschuldigung von True Fruits. Mehr als 27.000 Unterstützer haben die Online-Petition bereits unterzeichnet.

Schwarze Flasche als „Quotenschwarzer” betitelt

Für die Rassismusvorwürfe sorgt die Marketingkampagne von True Fruits zu Vanille-Smoothies in schwarzen Flaschen. Eine Auswahl verschiedener Fruchtgetränke inklusive eines in schwarzer Flasche betitelt das Unternehmen einmal mit „Unser Quotenschwarzer”. Ein anderes Mal wirbt True Fruits mit dem Spruch „Schafft es selten über die Grenze” für den Smoothie.

Auch einen „Schwarzvergleich” mehrerer Flaschen mit dem Hinweis „Bei uns sind alle gleich groß” veröffentlichte das Unternehmen auf seinem Instagram-Account. Mit Slogans wie „Du Mango” und „autistische Liebe zum Detail” weckt True Fruits Vorwürfe der Behindertenfeindlichkeit. „Abgefüllt und abgeschleppt” wird in der Petition als Verherrlichung und Verharmlosung von sexueller Gewalt kritisiert.

True Fruits reagierte auf die Vorwürfe mit einem langen Statement bei Facebook, adressiert an „Liebe Freunde, liebe vermeintlich Diskriminierte, liebe Dumme”. Darin schreibt der Smoothie-Hersteller: „Wir finden Rassismus genauso zum Kotzen, wie alle Formen der Diskriminierung.” Er rechtfertigt seine Slogans, indem er sie in den Kontext einbettet.

Die Sprüche „Noch mehr Flaschen aus dem Ausland” sowie „Schafft es selten über die Grenze” etwa veröffentlichte True Fruits während des Wahlkampfs zur Nationalratswahl in Österreich. „Diese Kampagne war eine Kritik an der rechts angehauchten Politik Österreichs und die mögliche Schließung des Brenner Passes (die Einreise von Flüchtlingen wäre dadurch erschwert worden)”, schreibt True Fruits.

True Fruits reagiert auf Petition

Auch auf die Petition hat True Fruits mittlerweile reagiert. Der Smoothie-Hersteller veröffentlichte den Link zur Petition auf Instagram und schrieb dazu: „Wer unterschreiben will - einfach dem Link in der Bio folgen. Falls der Druck auf die Supermärkte zu groß wird und wir verbannt werden: Danke für die gute Zeit!” Den Post beendete True Fruits mit einer Nachricht inklusive Zwinkersmiley an Konkurrent „Innocent”: „Dann müsst ihr es reißen.” Bei Instagram veröffentlichte das Unternehmen zudem ein Bild von seiner Firmenzentrale, die mit Eiern beworfen und Farbe beschmiert worden sei.

Dass das Unternehmen von seiner Marketingstrategie abweicht, scheint derweil nicht wahrscheinlich. In seinem Statement schreibt True Fruits: „Grundsätzlich möchten wir Euch aber darauf hinweisen, dass wir auch zukünftig Werbung betreiben werden, die ein gewisses Maß an Intelligenz und Humor voraussetzen wird. Ihr werdet bei uns also immer wieder auf dieser Art der Kommunikation stoßen, die dumme Menschen falsch verstehen könnten.” Bei Instagram veröffentlichte der Smoothie-Hersteller passend dazu ein Bild mit der Aussage „Ja, wir sind diskriminierend.” Als Disclaimer im Kleingedruckten schrieb True Fruits: „Achtung: Diese Werbung könnte von dummen Menschen missverstanden werden.”

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