Youtube reagiert auf Gerüchte
Gruselfigur "Momo" sorgt in sozialen Netzwerken erneut für Gesprächsstoff

Was im letzten Sommer als anonymer Whatsapp-Account verstörende Nachrichten verbreitete, ist jetzt zurück - vor allem als hartnäckiges Gerücht: Die gruselige Figur "Momo" sorgt für Diskussionen in den sozialen Netzwerken. 

Sonntag, 03.03.2019, 16:38 Uhr aktualisiert: 04.03.2019, 18:55 Uhr
Youtube reagiert auf Gerüchte: Gruselfigur "Momo" sorgt in sozialen Netzwerken erneut für Gesprächsstoff
Die Grusel-Figur "Momo" taucht nun auch in Kindervideos auf und verbreitet Angst und Schrecken. Foto: Martin Schutt/dpa

Angefangen hat alles mit Whatsapp-Nachrichten einer fremden Nummer, die die Figur "Momo" als Profilbild hat: Eine spitzes Gesicht mit zotteligen schwarzen Haaren, starrenden, schwarzen Augen und einem verzerrten Lächeln.

Die Nachrichten des unbekannten Absenders enthielten Anweisungen, dass der Empfänger der Nachricht sich selbst oder andere verletzen solle, berichtet die Zeitschrift "Bunte" auf ihrer Webseite. Kindern sei gedroht worden, "Momo" würde sie sonst im Schlaf aufsuchen, wenn sie die Anweisungen nicht befolgten. 

Am 27.2. berichtete die britische Zeitschrift "Daily Mail" , dass "Momo" jetzt auch in Youtube-Videos auftaucht sei, in denen angeblich plötzlich ein Bild von "Momo" eingeblendet werde und eine Computer-Stimme zu teilweise üblen Gewalttaten auffordern würde. 

Britische Schulen warnen Eltern 

Phänome, die sich über das Internet verbreiten, ziegen heutzutage schnell Wirkung: Die britische Zeitschrift " Daily Mail " zitiert mehrere britische Schulen, die Eltern auf die Videos aufmerksam machen wollen. Die "Haslingden Primary School", eine Grundschule in der Nähe der britischen Stadt Manchester, warnte auf der eigenen Facebook-Seite vor den angeblichen Clips.

Die Schule empfiehlt Eltern, aufmerksam zu sein, wenn Kinder Videos schauen oder ein Smartphone benutzen - und sie zu ermutigen, verstörende Inhalte zu melden:

Der Facebook-Post wird geladen

Einige Tage später - am 3. März - folgte jedoch ein weiterer Bericht der "Daily Mail" , der eine "Entwarnung" zum Phänomen Momo gibt: "Momo is dead". Kinder bräuchten keine Ängste mehr haben, lautet der Tenor - und somit zugleich eine indirekte Empfehlung an Eltern, ihren Nachwuchs dementsprechend zu beruhigen.

Reaktion von YouTube

Darüber hinaus ist im englischsprachigen Raum von einer "Momo-Challenge" die Rede, weil in Whatsapp-Nachrichten dazu aufgefordert wurde, Gewalttaten zu fotografieren oder zu filmen und in den sozialen Medien zu teilen. Wer auf die Nachrichten reagiert, soll angeblich auch eine Antwort erhalten. Die Polizei warnt jedoch vor jeglicher Kontaktaufnahme. 

Die Video-Plattform Youtube reagierte am Mittwoch auf Twitter auf Medienberichte über die "Momo-Challenge" - und dementiert: Der "Guardian" zitiert in diesem Zusammenhang einen YouTube-Sprecher: „Inhalte dieser Art verstoßen gegen unsere Richtlinien und werden umgehend entfernt." Weiter heißt es von Seiten von YouTube: "Wir haben keine aktuellen Hinweise auf Videos, die die Momo-Challenge auf Youtube verbreiten."

Die "Momo-Challenge" wird mit mehreren Selbstmorden von Jugendlichen in Verbindung gebracht - in Indien, Argentinien und Kolumbien, berichtet die britische "Sun". In Spanien habe die Polizei landesweit vor solchen "Challenges" gewarnt. 

Das  österreichische Internetportal "futurezonde.at"  berichtet hingegen, dass gemeinnützige Organisationen wie National Society for the Prevention of Cruelty to Children (NSPCC) und die Samaritans darüber informiert haben, dass es keine Beweise dafür gibt, "dass die 'Momo-Challenge' irgendwelchen Schaden verursacht oder gar jemanden in den Suizid getrieben hätte. Entsprechende Medienberichte bezeichnet das UK Safer Internet Centre als ,Fake News'".

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