Nach Facebook-Video
Rassismus-Vorfall bei Länderspiel: Männer stellen sich

Beim Länderspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft in Wolfsburg fallen rassistische Äußerungen gegenüber Spielern. Ein Sportjournalist schreitet ein - und verbreitet alles im Netz. Jetzt haben sich die Männer gestellt.

Donnerstag, 21.03.2019, 16:46 Uhr aktualisiert: 22.03.2019, 16:35 Uhr
Nach Facebook-Video: Rassismus-Vorfall bei Länderspiel: Männer stellen sich
Leroy Sane nach dem Spiel gegen Serbien Foto: dpa

Es waren heftige Worte, die beim Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf der Tribüne gefallen sein sollen. Die Nationalspieler Leroy Sané und Ilkay Gündogan sollen nach Angaben des Sportjournalisten Andre Voigt rassistisch beleidigt worden sein. Doch jetzt folgen Konsequenzen. Die Männer haben sich gestellt.

Die Männer haben sich bei der Polizei in Wolfsburg gemeldet. Sie hätten sich in einer ersten Vernehmung zu den Vorwürfen geäußert, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Polizei werde weitere Ermittlungen anstrengen und den Vorgang voraussichtlich Anfang kommender Woche an die Staatsanwaltschaft Braunschweig geben. Es könnten sogar Haftstrafen drohen.

Video des Sportjournalisten

Ein Video des Sportjournalisten und Fußball-Fans Andre Voigt hatte nach dem Spiel bei Facebook für Aufmerksamkeit gesorgt. Sichtbar geschockt bereitete er, wie er den Abend mit seiner Tochter in der Volkswagen-Arena verbracht hat.

Das Facebook-Video wird geladen

Er berichtet von anderen Zuschauern, die in der Reihe hinter ihm saßen und „in der ersten Halbzeit viel, viel Scheiße erzählt" haben. Nach Voigts Schilderungen habe man in dem gesamten Block eine allgemeine Ablehnung gegenüber den Männern gespürt. Im Verlauf der zweiten Halbzeit des Spiels wird Voigt immer wieder von hinten mit rassistischen Ausdrücken beschallt: „Immer wenn Leroy Sané am Ball war, war halt vom Neger die Rede. (…) Immer wieder Neger, Neger, Neger.“

Kritik an Teilnahmslosigkeit der Zuschauer

„Der Türke“ sei Nationalspieler Ilkay Gündogan nur noch genannt worden. Der Sportjournalist konfrontiert die Männer. Doch das scheint die Lage nicht zu verbessern: „Es ging dann weiter mit ‚Heil Hitler‘ auf einmal“. Laut Voigt habe sich das „was sich momentan nur im Netz abspielt auf einmal im Block“ wiedergefunden. Er selber sei auch beschimpft worden.

Was Viogt dabei besonders schockiert ist die Teilnahmslosigkeit der anderen Zuschauer, es habe keiner etwas dazu gesagt. Der Sportjournalist wird während des Filmens immer emotionaler und kämpft mit den Tränen. Voigts Appell am Ende des Videos: „Sagt einfach was. Wenn nie einer was sagt, dann geht das immer so weiter."

Über 122.000 Aufrufe

Das Video, ursprünglich eine Live-Übertragung, hat mittlerweile über 750.000 Aufrufe und wurde mehr als 8500 mal geteilt. Die Kommentare sind überwiegend Zusprüche und Lob an den Journalisten für seine Courage.

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